Reiten: Wenn die Pferdenamen lang sind, jedes Hindernis einen eigenen Namen hat und Zuschauer in Scharen durchs Gelände pilgern, dann ist Vielseitigkeit. Nicht anders bei den internationalen Prüfungen auf dem Weiherhof in Radolfzell-Böhringen. Es wurde das erwartet große Turnier, was die gezeigten Leistungen angeht, die Zuschauerzahlen, das stimmige Ambiente und nicht zuletzt die perfekten Wetterbedingungen.

Dressur Grundstein für gute Platzierung

Den Grundstein für eine gute Platzierung oder sogar einen Sieg legten die meisten Vielseitigkeitsreiter schon in den Dressurprüfungen. Hier gab es etliche sehr respektable Ergebnisse, die bei einem reinen Dressurturnier ebenso zu vorderen Plätzen gereicht hätten. Die Dressurprüfung mag vielleicht für manche Zuschauer (und wohl auch für einige Reiter) der etwas langweiligere Teil sein, doch die Reiter haben sich hier stark verbessert und sehen die Dressur nicht mehr nur als notwendiges Übel, sondern als Grundstein für den erfolgreichen Verlauf einer Vielseitigkeit.

Zügige und sichere Ritte im Gelände

Nach den abgeschlossenen Prüfungen in der Dressur ging es dann am Samstag ins Gelände. Drei verschiedene Strecken waren bestens präpariert und angelegt, die Hindernisse gut gebaut und mit Liebe zum Detail hergerichtet. Die meisten Reiter kamen gut zurecht, zeigten zügige und sichere Ritte. Natürlich konnten viele nicht die vorgeschriebene Zeit halten, doch die Zeitfehler hielten sich in Grenzen, sodass es im abschließenden Springen ein enges Feld gab. Es gab auf der Strecke wenig Verweigerungen und noch weniger Stürze, die allesamt glimpflich verliefen. Bei dieser Geländeprüfung passte einfach alles, herausragend umschreibt es nur dürftig.

Start-Ziel-Sieg für Ingrid Klimke

Zum Abschluss der Vielseitigkeit fand das Springen am Sonntag statt. Für die Reiter hieß dies nochmals volle Konzentration, denn mit einem Abwurf wäre die bis dahin gute Platzierung zunichte gemacht. Einen souveränen Start-Ziel-Sieg gab es für Ingrid Klimke in der CCI*** auf „Hale Bob“. Die beiden reisen nun nach Badminton zu der wohl schwierigsten Vielseitigkeit. Zweite wurde Anais Neumann auf „Pumuckl“. Die lange CCI** gewann Ann Catrin Bierlein im Sattel von „Auf geht’s Fräulein Hummel“. Die andere CCI**-Prüfung entschied Clara Sophie Abeck auf „Don Edosto“ für sich.

Chayenne Peters verteidigt Titel

Den Titel des Baden-Württembergischen Meisters bei den Junioren holte sich wie im Vorjahr Chayenne Peters, bei den Jungen Reitern ging der Titel an Emma Brüsau. Es war ein gutes Reitsportwochenende in Böhringen. Langsam aber sicher mausert sich das Turnier zu einer der größten Sportveranstaltungen der Region. Weit über 5000 Zuschauer verfolgten über das Wochenende auf dem Weiherhof Pferdesport, der begeistern konnte. Man darf gespannt sein, wie es mit dem Turnier weitergehen wird. Dieses Wochenende zu toppen, wird allerdings schwierig werden.