Para Ski alpin: Sie wollte heraus aus dem großen Schatten ihrer Teamkollegin, sich nicht mehr mit der Rolle als Nummer zwei hinter Anna Schaffelhuber begnügen. Und Paralympics-Gold gewinnen. Ehrgeizige Ziele – doch Anna-Lena Forster aus Radolfzell-Stahringen hat bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang im Para Ski alpin abgeliefert, brachte sogar zwei Paralympics-Titel mit nach Hause. In dieser Saison will sie erneut angreifen. Denn der WM-Titel fehlt der Monoskifahrerin noch.

Bei den Paralympics gerieten die ersten beiden Tage für Anna-Lena Forster zum Albtraum. In der Abfahrt stürzte sie – auf Goldkurs liegend. Im Super-G landete sie auf Rang vier – hauchdünn am Treppchen vorbei. „Der Auftakt war echt hart. Nach dem Super-G lag ich abends im Bett und habe Rotz und Wasser geheult“, berichtet Forster. „Ich bin jemand, der die Emotionen rauslassen muss. Ich wusste zwar, dass meine Disziplinen noch kommen, aber die beiden Rennen waren trotzdem sehr bitter.“

Der nächste Wettkampf: die Super-Kombination, eigentlich nicht ihre Paradedisziplin. Nach dem Super-G im ersten Durchgang lag sie auf Platz vier. Doch dann kam der Slalom. Und Forster ließ all den Frust hinter sich und legte einen Gala-Lauf hin. Der Vorsprung der Konkurrentinnen schmolz – Forster schob sich ganz nach vorne und jubelte ausgelassen. Ihr erster richtig großer Sieg, Traum erfüllt. „Es war ein unglaubliches Gefühl, totale Euphorie und ganz besonders emotional“, blickt die Psychologie-Studentin zurück. Im abschließenden Slalom zählte sie zum Kreis der Favoritinnen, hielt dem Druck stand und schnappte sich das zweite Gold. Auf die Tränen folgten die Triumphe.

In ein Loch gefallen sei sie nach dem großen Highlight nicht. „Die Motivation war schnell wieder da. Jetzt freue ich mich darauf, dass es wieder los geht“, sagt Forster. Der Startschuss fällt mit den deutschen Meisterschaften und dem Europacup in Österreich vom 8. bis 11. Dezember. „Ich bin gespannt auf die ersten Rennen. Die Vorbereitung verlief leider etwas schwierig, das Wetter hat uns häufig einen Strich durch die Rechnung gemacht, doch das ging den anderen Nationen nicht anders.“

Höhepunkt ist die WM vom 24. Januar bis 1. Februar. Zunächst finden die technischen Disziplinen im slowenischen Kranjska Gora statt, danach geht es mit den Speed-Disziplinen in Sella Nevea (Italien) weiter. Forster gewann bei den bisherigen Weltmeisterschaften zweimal Silber und zweimal Bronze. Das große Ziel diesmal: Gold. „Den WM-Titel möchte ich mir gerne schnappen, der muss noch her.“

.So berichtete der SÜDKURIER über den Paralympics-Triumph von Anna-Lena Forster:
http://www.sk.de/9654629