„Gewaltprävention im Fußball“, so hatte der Bezirksvorsitzende Konrad Matheis (Sauldorf) den Staffeltag beim SV Espasingen angekündigt. Ob es denn erstaunen mag, dass trotz Teilnahmepflicht zehn Vereine zuhause blieben, von denen sich ein Gutteil hätte vom Thema angesprochen fühlen müssen? Eher nicht. Jürgen Harder, Leiter der Prävention beim Polizeipräsidium Konstanz, bestritt denn auch mit seinem Referat den Hauptteil des Abends.

Warnung vor Verharmlosung von Gewalt

Er machte den Anwesenden in erster Linie deutlich, wie sich Gewalt aufschaukelt und warnte deshalb vor der Verharmlosung von Gewalt. Obwohl laut Statistik die Vorkommnisse auf Sportplätzen nur einen recht kleinen Anteil haben, sei die von den Betroffenen empfundene Häufigkeit viel größer. Dies liege daran, dass nicht jede Tat von der Polizei aufgenommen werde. Wie entsteht Gewalt, was lässt sich im Vorfeld verhindern, wie ist im Gewaltfall zu reagieren? Diese und viele weitere Fragen sprach Harder an, der mahnte, man müsse frühzeitig eine Hemmschwelle setzen.

Spielbetrieb wird zusehendes digital verwaltet

Verwaltungsarbeiten der Fußballvereine sprach DFBnet-Multiplikator Benjamin Gaus (Deggenhausertal) im Punkt „Digitaler Spielerpass und Online-Spielbericht“ an. Der Spielbetrieb wird zusehends am PC verwaltet, einer der nächsten Schritte ist der Wegfall der ausgedruckten Spielerausweise. Auch hier ist festzustellen, dass die Vereine mit ihren Vorarbeiten auf sehr unterschiedlichem Stand sind, obwohl bis zur Sommerpause alles abgeschlossen sein soll. Gaus gab nicht nur Hinweise zu Fehlerquellen, sondern zeigte ebenfalls auf, wo sich die Klubs mit den notwendigen Informationen versorgen können und wo die Klippen des Datenschutzes lauern.

Mahnende Worte des Bezirksjugendwarts

Mit mahnenden Worten begann Bezirksjugendwart Hans-Peter Restle (Denkingen) seinen Part, äußerte seine Enttäuschung darüber, dass in der laufenden Runde schon 31 Mannschaften abgemeldet wurden. Nachdem er noch darauf hinwies, dass Aufstieg und Nichtaufstieg von den Klubs angemeldet werden müssen, kam das Thema, das mit „skandalöser Entgleisung“ nur unzureichend beschrieben ist.

Junger Schiedsrichter beleidigt und bedroht

So las Restle eine Meldung vor, wie ein junger Schiedsrichter von einem E-Jugendtrainer bei der Hallenrunde beleidigt, bedroht und körperlich angegangen wurde. Die vom Vereinsmitarbeiter benutzten Ausdrücke hier wiederzugeben verbietet der Anstand. Da auch andernorts manches passierte, was nicht den Normen entsprach, kündigte Restle für den kommenden Winter Sanktionen bis hin zur eventuellen Absage der Hallenrunde an.

Auf- und Abstiegsszenarien

Den letzten Teil des Abends bestritt Konrad Matheis. Der Bezirksvorsitzende ging sowohl auf die zum Rundenende bevorstehenden Auf- und Abstiegsszenarien ein als auch auf die letzten Spiele der Bezirkspokale. Zudem bereitete er die Vereinsverantwortlichen auf die Folgen des Schiedsrichtermangels hin vor, da derzeit pro Saison doppelt so viele ausscheiden als neue hinzukommen.

73 Spielleiter fehlen

Fehlten im Sommer 2015 am Bodensee 51 Spielleiter, sind es nun schon 73. Die von den Vereinen zu entrichtende Ausfallgebühr stieg gleichzeitig von knapp 27 000 auf nunmehr 36 000 Euro. Folge für die Klubs ist, dass sie künftig immer wieder Spiele selbst werden leiten müssen. Die Vorschriften des SBFV verlangen, dass Bezirksligavereine und höher mit mindestens zwei Jugendmannschaften ganzjährig am Spielbetrieb teilnehmen müssen. Wenn nicht, startet ihre klassenhöchste Aktivmannschaft mit sechs Punkten Abzug in die neue Saison.

Eine Änderung wird es bei den Ehrungen geben, die nicht mehr im Rahmen des Bezirkstages bzw. des Bezirksjugendtages stattfinden sollen, sondern im Rahmen eines gesonderten Ehrungstages nach den Sommerferien.