Fußball-Landesliga: In der 35. Minute schraubte der Torjäger des FC Neustadt, Sam Samma, sein Torkonto noch per Strafstoß auf 16 Treffer hoch, womit er der aktuell zweitbeste Landesligaangreifer ist. Doch in der 74. Minute war das Heimspiel gegen den FV Walbertsweiler-Rengetsweiler für Samma vorzeitig beendet, ihm drohen mehrere Spiele Sperre.

Körperkontakt – aber keine Tätlichkeit

Was war geschehen? Während der Ball noch im Strafraum der Gastgeber war, hatten Samma und der Innenverteidiger des FV Walbertsweiler-Rengetsweiler, Fabian Moser, Körperkontakt weit entfernt vom Spielgeschehen. Moser setzte aktiv seinen Körper ein, ließ Samma auflaufen und spürte dann einen Schlag in die Magengrube.

Rot für Sam Samma

„Das war meines Erachtens eine bewusste Bewegung mit dem Ellbogen, aber es war nicht weiter schlimm“, beschreibt Moser die Situation, der er zunächst auch keine große Bedeutung zumaß, auch nicht theatralisch zu Boden ging, wie man das in höheren Ligen oft in ähnlichen Situationen beobachten kann. Schiedsrichter Francesco Natale konnte den Vorfall nicht beurteilen, da er sich weit weg vom Spielgeschehen ereignete. Aber einer der Assistenten gab sofort ein Zeichen, und nach kurzer Rücksprache zeigte Natale dem Neustädter Samma die Rote Karte.

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„Ich habe mich weder theatralisch verhalten noch eine Rote Karte gefordert“, war Fabian Moser erstaunt über die harte Personalstrafe. Die Gastgeber brachten auch in Unterzahl den wichtigen 2:1-Sieg über die Zeit, doch nun hoffen sie, dass ihr gefährlichster Stürmer keine lange Sperre absitzen muss.

Hilfe vom Gefoulten

Hilfe erhält der FC Neustadt dabei vom Gefoulten selbst, von Fabian Moser. Zwar bleibt der FV-Verteidiger dabei, dass es zweifelsfrei eine aktive Bewegung Sammas war, ohne dass der Ball in der Nähe war, aber er betont: „Das war keine grobe Tätlichkeit. Natürlich sind in dieser Konstellation Emotionen im Spiel, aber man sollte in dieser Sache nicht übertreiben, das war halb so schlimm.“

FC Neustadt bedankt sich

Nach dem Spiel suchte der FV-Spieler Schiedsrichter Natale auf und versuchte, den Sachverhalt zu erklären. Zudem hat der FC Neustadt schon am Samstagabend Kontakt zu Moser aufgenommen, um seine Stellungnahme beim Verband mit einreichen zu können, damit eventuell das Strafmaß gesenkt werden kann.

Der Sportliche Leiter des FC Neustadt, Rolf Eckert, hebt hervor: „Ausdrücklich möchten wir uns bei Fabian Moser für diese tolle Geste bedanken. Ein vorbildliches Fairplay!“ Moser wäre auf jeden Fall ein Punkt für sein Team allemal lieber gewesen als der Platzverweis des Gegenspielers.