Fußball-Landesliga: Von den sieben Schwarzwälder Teams, die am Wochenende im Einsatz waren, durften sich nur Donaueschingen und Villingen über einen Punktezuwachs freuen. Beiden gelangen eindrucksvolle Auswärtssiege.

Heine sieht fünf Titelkandidaten

Mit einem souveränen 4:2-Erfolg in Schonach untermauerte die DJK Donaueschingen die Tabellenführung. „Es war ein guter Konter nach dem klaren Sieg von Verfolger Villingen am Samstag in Bad Dürrheim. Von einem Zweikampf an der Tabellenspitze möchte ich aber nicht sprechen. Wir haben noch ein Drittel der Saison vor uns und alle Teams unter den ersten Fünf haben Titelchancen“, sagt DJK-Trainer Tim Heine. Heine gefiel nicht, dass seine Elf zwischenzeitlich in Halbzeit eins die Zielstrebigkeit verloren hatte und nach dem 0:1 einige Möglichkeiten ausließ: „Mit einem 0:2 oder einem 0:3 hätten wir es einfacher gehabt. Gefreut hat mich, dass wir nach dem ersten Gegentreffer sofort zurückgeschlagen haben. “

Nach Anschlusstreffer sorglos

Alex Fischinger, Trainer des FC Schonach, fand auch nach der zweiten Heimniederlage im zweiten Spiel nach der Winterpause wenig Kritikpunkte: „Wir hatten zwei Gegner, die ganz andere Möglichkeiten und Zielsetzungen haben. Gegen Villingen und Donaueschingen waren unsere Leistungen weitgehend gut. Wir müssen nun gegen die Teams in unserer Tabellenregion punkten. Auch wenn wir auf Rang zehn abgestürzt sind, sehe ich die Lage nicht dramatisch. Aber wir müssen aufpassen“, betont Fischinger, der trotz einer Knieoperation zwei Tage zuvor und Krücken am Spielfeldrand war. Der Trainer kritisierte, dass seine Elf nach dem 1:2-Anschluss etwas sorglos agierte und im Gegenzug das 1:3 kassierte. Auf die Schonacher warten nun einige englische Wochen, in denen der Umkehrschub eingeleitet werden soll. Am Montag meldete sich indes Torjäger Gildas Asongwe mit einer Verletzung beim Trainer. „Ich habe ihn gleich zum Arzt geschickt“, ergänzt Fischinger.

Bericht und Videos der Begegnung FC Schonach gegen DJK Donaueschingen:

Sechster Sieg in Folge

Für die Leistung des FC 08 Villingen II beim 5:0-Erfolg in Bad Dürrheim fand 08-Trainer Marcel Yahyaijan zwei Worte: „Eindrucksvoll und überzeugend“. Seine Elf habe ab der ersten Minute dominiert und daher sei der Erfolg auch in der Höhe verdient. „Wenn der Bad Dürrheimer Torhüter nicht zwei, dreimal seine ganze Klasse auspackt, kann es sogar noch höher ausgehen. Es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir in den Spielsystemen wechseln können. Meine Spieler haben sich ein dickes Kompliment verdient“, freut sich Yahyaijan. Für die Villinger war es der sechste Sieg in Folge und die 16. Partie ohne Gegentreffer. Yahyaijan sieht indes im Titelrennen die Donaueschinger im Vorteil. „Wir haben leider keinen direkten Vergleich mehr. Zudem hat die DJK ein günstiges Restprogramm.“

Fast wie Dortmund

Ein Stück weit erlebte der FC Bad Dürrheim am Samstag gegen Villingen das, was zweieinhalb Stunden später auch Borussia Dortmund in München passierte. „Für uns ist die Saison bisher ausgezeichnet verlaufen. Einen Rückschlag kann es immer geben. Ich bin mir sicher, dass diese Partie gerade die jungen Spieler weiterbringen wird. Ich werde jedenfalls keinen Zentimeter vom eingeschlagenen Weg abweichen“, sagt Bad Dürrheims Trainer Enrique Blanco. Für ihn ist das 0:5 zu hoch ausgefallen, wobei Blanco ebenso feststellt: „Diese Villinger Mannschaft mit Spielern, die mit der Oberliga-Mannschaft trainieren, kann noch nicht unser Maßstab sein. Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen.“ Die Kurstädter haben nun zehn Tage frei, um das Spiel aufzuarbeiten und sich auf neue Aufgaben zu konzentrieren.

Bericht und Videos vom Spiel FC Bad Dürrheim gegen FC 08 Villingen II:

Zwei bittere Verletzungen

Die 1:2-Pleite des FC Löffingen beim bisher auf eigenem Platz noch sieglosen Schlusslicht Markdorf ist auf dem ersten Blick eine ganz große Überraschung. FCL-Trainer Uli Bärmann bescheinigt seiner Elf dennoch eine gute Leistung – mit einer Ausnahme: „Wir müssen nach dem 0:1 das zweite oder dritte Tor nachlegen. Wir haben den Gegner nicht unterschätzt und gut gespielt. Die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor war der entscheidende Aspekt.“ Wieder einmal vergab Löffingen eine große Chance, sich deutlich von der zweiten Tabellenhälfte abzusetzen. Viel schwerer wiegt indes, dass es neben einem Spiel ohne Punkte auch noch zwei verletzte Spieler gibt, die möglicherweise länger ausfallen. Marco Bürer, gerade erst wieder im Kader, zog sich eine Meniskusverletzung zu. Torhüter Dominik Osek stand ein Gegenspieler auf der Hand, sodass mehrere Kapselverletzungen befürchtet werden. Rundum ein gebrauchter Tag für die Löffinger.

Spielertrainer Ringwald enttäuscht

Ohne Punkte und ebenfalls mit zwei verletzten Spielern kehrte der FC Furtwangen vom Gastspiel in Hilzingen (2:3) zurück. Jan Meier in Minute 16 und Jakob Prezer in Minute 36 mussten frühzeitig vom Platz. „Ich habe noch keine endgültige Diagnose und hoffe, dass es sich nur um Zerrungen und keine schlimmeren Verletzungen handelt“, sagt Spielertrainer Jörg Ringwald. Er bescheinigt seiner Elf in Hilzingen eine „ganz schlechte Leistung“ gegen einen Gegner, der an diesem Tag nicht unbezwingbar war. Ringwald: „Wir haben eine große Chance verpasst, uns aus der Abstiegszone zu lösen. Besonders bitter ist, dass wir gegen einen unmittelbaren Konkurrenten verloren haben.“

Bericht und Videos der Partie FC Hilzingen gegen FC Furtwangen:

Probst sauer auf sein Team

Nicht gut war Andreas Probst, Trainer des SV Geisingen, nach der 0:3-Niederlage in Stockach auf seine Elf zu sprechen. „Die Mannschaft zeigt zwei Gesichter. Im Training sehe ich viel Potenzial und im Spiel nahezu nichts. Das war ein emotionsloser Auftritt. Ich hätte nach den schnellen drei Gegentreffern zehn Spieler auswechseln können.“ Probst bemängelt die fehlende Leichtigkeit und die Tatsache, dass alle drei Gegentreffer nach eigenen Fehlern in der Vorwärtsbewegung fielen. Auch habe seine Elf kein Glück, was sich bei einem nicht gegebenen Handelfmeter zeigte. „Ein Stockacher hechtet nach dem Ball und wehrt ihn wie ein Torhüter ab. Der Schiedsrichter steht zehn Meter daneben und sagt nichts“, schimpft Probst. Für Geisingen rückt der Klassenerhalt immer mehr in weite Ferne.