Fußball-Landesliga: Mit 51 erzielten Toren endete die Saison in der Fußball-Landesliga, Staffel 3, spektakulär. Erfreulich aus der Sicht des Bezirks Schwarzwald: Die DJK Donaueschingen wurde Meister und der FC 08 Villingen II sicherte sich die Teilnahme an den Aufstiegsspielen. Mit acht Teams war der Bezirk so stark wie lange nicht in der Liga vertreten. Für den SV Geisingen geht es nach nur einer Saison zurück in die Bezirksliga.

DJK Donaueschingen

Tops: Donaueschingen hat eine grandiose Saison gespielt. Mit der Meisterschaft und dem Einzug in das südbadische Pokalhalbfinale wurden alle bisherigen Erfolge pulverisiert. Schon vor der Saison als Titelkandidat gehandelt, wurde die DJK ihrer Rolle gerecht und empfand die Bürde nie als zusätzliche Last, sondern vielmehr als Motivation. Trainer Tim Heine gelang gleich in seinem ersten Jahr der Sprung in die Verbandsliga. Heine hatte stets einen großen Pool an Spielern, aus denen er ohne Qualitätsverlust wählen konnte. Die jahrelange Aufbauarbeit fand eine Krönung. Co-Trainer Olaf Kurth hat einen nicht mindergroßen Anteil. „Mein Dank gilt allen Spielern, die dem großen Ziel alles untergeordnet haben. Deshalb freue ich mich auch mehr für die Mannschaft“, sagt Heine.

Flops: Die 49 Gegentreffer in 32 Spielen sind nicht meisterwürdig. Bei Standards wirkte die Elf noch zu oft anfällig. Auch die Kopfballstärke lässt sich ausbauen. „Ich sehe zudem in den Bereichen Konzentration und Kommunikation noch Luft nach oben“, sagt Heine.

Fazit: Die DJK betritt mit der Verbandsliga absolutes Neuland. Nur Trainer Heine, Spieler Heiko Reich und Neuzugang Marcel Wetzig haben auf dem Niveau gespielt. Im Budget wird die DJK zu den Kellerkindern gehören. Dennoch wird der große Schritt zuversichtlich angegangen. „Wir müssen schnell in allen Bereichen lernen. Wir haben eine gewachsene Mannschaft, die in der Verbandsliga kein Kanonenfutter sein wird“, ist Heine sicher. Zwei, drei Neuzugänge sollen noch kommen.

FC 08 Villingen II

Tops: Wie in der vergangenen Saison hat der FC 08 Villingen II die Saison auf Rang zwei abgeschlossen. Nach Volkan Bak und Mauro Chiurazzi in der vergangenen Saison haben diesmal Marcel Bender und Pietro Morreale den Sprung in den Oberliga-Kader geschafft. Kamran Yahyaijan hat die Landesliga-Elf nach einer Verletzungspause als Sprungbrett für die Rückkehr ins Oberliga-Team genutzt. Nur 20 Gegentreffer zeigen die Stärke der Elf. „Uns zeichnet aus, dass der Defensivgedanke in allen Mannschaftsteilen präsent ist. Wir haben als Mannschaft gut funktioniert. Auch wenn Platz eins nicht unmöglich war, kann ich mit Rang zwei leben“, sagt Trainer Marcel Yahyaijan.

Flops: Die mögliche Meisterschaft haben die Villinger im Angriff verspielt. Die 62 Treffer sind allenfalls ein Mittelwert. „Alle Konkurrenten hatten einen oder zwei Knipser, die fast immer getroffen haben. Wir hatten diesen Torjäger nicht. Das war ein Knackpunkt“, betont Yahyaijan.

Fazit: Die Villinger gehen zuversichtlich in die Aufstiegsrunde. „Fußballerisch traue ich uns die Verbandsliga zu. Allerdings muss mehr Konstanz in den Leistungen gezeigt werden“, ergänzt Yahyaijan. Personell wurde bereits reagiert und vor allem im Offensivbereich einige Neuverpflichtungen getätigt. Für die weitere Entwicklung junger Spieler, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen wollen, wäre die Verbandsliga noch förderlicher. Andererseits macht Yahyaijan deutlich: „Schaffen wir es nicht, wäre es auch kein Beinbruch.“

FC Bad Dürrheim

Tops: Der FC Bad Dürrheim war mit Abstand bester der drei Verbandsliga-Absteiger und legte mit Platz drei eine gute Basis für zukünftige Erfolge. Der große personelle Umbruch wurde hervorragend geschafft. Viele junge Spieler wurden vom neuen Trainer Enrique Blanco eingebaut. „Nur rund 20 Prozent der Spieler kannten mich und meine Vorstellungen. Dafür haben die Jungs schnell gelernt. Auch wenn wir Platz zwei knapp verpasst haben, war es eine tolle Saison“, sagt Blanco. Im letzten Drittel der Saison legten die Kurstädter eine starke Serie von zehn Spielen ohne Niederlage hin.

Flops: Der Kader war zu klein, um höheren Ansprüchen gerecht zu werden. Die Zahl der Gegentreffer (46) erscheint sehr hoch, was Blanco weniger irritiert. „Natürlich gilt es daran zu arbeiten. Andererseits gewinnt der Offensivfußball an Gewicht.“ Steigerungsraten habe die Elf beim Umschaltspiel, auch beim Spiel gegen den Ball.

Fazit: Blanco hatte bei seinem Amtsantritt von einem Zwei- bis Dreijahresplan gesprochen, an dessen Ende Bad Dürrheim wieder in der Verbandsliga spielen soll. Das Ziel ist umsetzbar. Allerdings haben mit Alexander German (24 Tore) und Julian Kaiser (13) zwei treffsichere Spieler den Verein in Richtung FC 08 Villingen verlassen. Blanco sieht seine Mannschaft mit den Neuverpflichtungen, allen voran Torjäger Mustafa Akgün, auch künftig gut aufgestellt. Bad Dürrheim feiert aktuell sein 100-jähriges Bestehen und hat im Sommer einen Höhepunkt mit einem Spiel gegen Bundesliga-Rückkehrer 1. FC Köln vor sich. Die Erwartungshaltung wird steigen.

FC Löffingen

Tops: Der FC Löffingen hat sich gegenüber der vergangenen Saison um zwei Plätze und 13 Punkte verbessert. Gegen die Top-Teams, wie Meister Donaueschingen, wurde gepunktet. Trainer Uli Bärmann lobt nach seiner Premieren-Saison den Trainingsfleiß der Spieler. Sie seien wissbegierig und stets offen für Neues. Mit 19 Treffern bewies Benjamin Gaudig einmal mehr seine Torjägerqualitäten. Mit Dominik Osek haben die Löffinger zudem einen der besten Torhüter der Liga.

Flops: Für Löffingen wären auch 50 Punkte möglich gewesen. „Wir sind nicht in jedem Spiel an unser Leistungsmaximum gegangen. Im mentalen Bereich geht noch deutlich mehr“, sagt Bärmann. Die Löffinger kassierten in Bad Dürrheim (0:6) und bei F.A.L. (1:5) zwei derftige Schlappen.

Fazit: Löffingen geht mit Bärmann zuversichtlich in das zweite, gemeinsame Jahr. Die Mannschaft bleibt nahezu komplett zusammen und ist über Jahre hinweg eingespielt. Junge Talente aus Löffingen und der Region sollen weiterhin ihre Chance erhalten. „Es gibt noch einige Dinge, die wir verbessern können“, betont Bärmann, bei dem die positiven Eindrücke deutlich überwiegen. Etwas mehr Heimstärke würde der Elf gut zu Gesicht stehen.

FC Neustadt

Tops: Nach dem Verbandsliga-Abstieg hat sich der FC Neustadt in der Landesliga wieder etabliert. Vor allem die zweite Saison-Hälfte macht Mut für die Zukunft. „Mit einem Kraftakt haben wir da 22 Punkte geholt. Ich bin allen dankbar dafür, was wir geleistet haben“, sagt Trainer Florian Heitzmann. Spieler wie Johannes Ketterer, Manuel Werner oder Peter Schubnell wurden reaktiviert, was der Elf Sicherheit gab. Mit Heitzmann und Ranil Weerakkody wurde zudem ein Trainer-Duo installiert, das aus der Mannschaft kam und akzeptiert wurde.

Flops: Neustadt startete holprig in die Saison. In der Winterpause warf Trainer Benjamin Gallmann das Handtuch. Er bemängelte den zu kleinen Kader, der auch in der Rückrunde ein Handicap war. Mit den Abgängen von Heitzmann und Weerakkody verliert die Elf viel an Qualität.

Fazit: Mit Zejlko Cosic wurde frühzeitig ein neuer Trainer gefunden, der ein Insider des FC Neustadt ist. Die Aufgabe von Cosic wird sein, die Neustädter in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Er bekommt eine Mannschaft übergeben, die laut Heitzmann „extrem bodenständig, charakterlich einwandfrei und total aufrichtig“ ist.

FC Schonach

Tops: Der FC Schonach startete nach dem Abgang mehrerer Stammspieler mit einem Minikader von nur 16 Spielern furios in die Saison. Die Neuzugänge, allen voran Gildas Asongwe, erwiesen sich als Volltreffer. Auch mit dem neuen Trainer Alex Fischinger verpflichteten die Schonacher einen absoluten Experten. Den Klassenerhalt bezeichnet der Trainer als „Auftrag erfüllt“. Mit Platz vier und fünf gelangen zwischenzeitlich starke Platzierungen. Fischinger bezeichnet die Vorrunde als „grandios“. Schonach stand auch in der zweiten Saisonhälfte nie auf einem direkten Abstiegsplatz.

Flops: Schonach steht in der Rückrundentabelle auf dem vorletzten Platz. Nach der tollen Vorrunde musste plötzlich um den Ligaerhalt gezittert werden. Der kleine Kader erwies sich nun als großes Handicap. Die größten Sorgen gab es zwischenzeitlich zwischen den Pfosten. Schonach setzte fünf verschiedene Torhüter ein. Die Defensive schwächelte bei 44 Gegentreffern in 16 Rückrundenspielen.

Fazit: Der Schonacher Trainer weiß, was zu tun ist. „Erstens brauchen wir einen Kader von 18 bis 20 Spielern. Zweitens ein, zwei Spieler mit der Qualität von Gilda Asongwe und drittens müssen wir disziplinierter verteidigen.“ Wichtig wird für Schonach zudem, ob Tim Griesbeck bleibt oder aufhört. Personell scheint für die Zukunft einiges in Bewegung gekommen zu sein. Sponsoren sind bereit, Spielern Arbeitsplätze zu vermitteln. Fischinger will daher starke Spieler auch aus anderen Regionen Deutschlands holen. Zudem machte der Trainer bei seiner Vertragsverlängerung klar: „Ich habe keine Lust, eine zweite Saison nur um den Klassenerhalt zu spielen. Ich will in Schonach mehr.“

FC Furtwangen

Tops: Der FC Furtwangen hat sich zum Dauerbrenner in der Liga entwickelt. Auch die zehnte Saison in Folge wurde mit dem Klassenerhalt abgeschlossen. Kein anderes Team in der Liga kann aktuell diese Bilanz vorweisen. Nach dem Abgang von Trainer Markus Knackmuß übernahmen die Spieler Jörg Ringwald und Patrick Staudt den Trainerjob. „Wir sind beide an der Aufgabe gewachsen. Wir wurden ins kalte Wasser geworfen, aber für den Verein war es die beste Lösung. Alle haben mitgeholfen, sodass der Job Spaß machte“, sagt Staudt.

Flops: Die Furtwanger haben ihr Leistungsvermögen viel zu selten ausgeschöpft. So musste bis zum vorletzten Spieltag um den Ligaerhalt gezittert werden. Groß waren zeitweise die Schwankungen in den Leistungen. Schwach sind die nur 44 erzielten Tore, die nur von den beiden direkten Absteigern unterboten wurden.

Fazit: Die Mannschaft von Trainer-Rückkehrer Christoph Brugger wird nach zahlreichen Abgängen ein anderes Gesicht bekommen. Es bleibt abzuwarten, ob die Lücken adäquat geschlossen werden können. „Es wird schwierig. Andererseits sind wir in sehr guten Gesprächen mit möglichen Zugängen. Zudem werden junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs aufrücken“, sagt Staudt, der in Furtwangen bleibt und als Spieler in seine 14. Saison geht. Brugger steht vor einer schwierigen, aber wohl auch reizvollen Aufgabe.

SV Geisingen

Tops: Beim Aufsteiger SV Geisingen war allen klar, was die Mannschaft in der Liga erwartet. „Für den ganzen Verein war der Abstecher in die Landesliga ein Erfolg. Wir haben auf allen Ebenen viele Erfahrungen gewonnen. Mannschaft, Zuschauer und alle Funktionäre haben es genossen, zumal die Landesliga in unserer Vereinsgeschichte der bisher größte Erfolg war“, sagt Vorsitzender Ralf Jauch. Viele junge Spieler haben sich in den Vordergrund gespielt.

Flops: In 32 Spielen gelangen nur vier Siege. Durch Verletzungen, berufliche Verpflichtungen und Wechsel stand fast nie die Top-Elf auf dem Platz. „Das ganze Glück der vergangenen drei Jahre hatten wir offenbar aufgebraucht“, ergänzt Jauch. 78 Gegentreffer sprechen eine klare Sprache. Die nur 35 erzielten Treffer sind der schlechteste Wert in der Liga. Den zwischenzeitlichen Abgang von Spielertrainer Marijan Tucakovic wurde mit Andreas Probst aufgefangen. Doch auch Probst gelang es nicht mehr, das Ruder herumzureißen.

Fazit: Die gemachten Erfahrungen sollen helfen, um in der Bezirksliga wieder eine gute Rolle zu spielen. Der ganz große personelle Umbruch bleibt aus. Der neue Trainer Stefan Pröhl kann auf eine gestandene Elf setzen. „Wir werden in der Bezirksliga die Gejagten sein. Bevor wir an den Wiederaufstieg denken, sollten wir erst einmal den Abstieg verdauen“, ergänzt Jauch.

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