Fußball: Bei Fußballtrainern sind manche Spieler besonders begehrt. Spielertypen, die mehrere Positionen problemlos einnehmen konnten. Ein Allrounder, der ohne lange Anlaufzeit variabel einsetzbar ist. Beim Landesligisten FC Neustadt gibt es diesen Spieler: Rick Kiefer. Als gelernter Torhüter absolviert der 26-Jährige in der laufenden Rückrunde wieder alle Spiele im Feld, ist aber auch jederzeit zwischen den Pfosten einsetzbar. So zuletzt auch, als der aktuelle Schlussmann, Manuel Werner, nicht zur Verfügung stand.

Rick Kiefer ist ein waschechter Neustädter. Dort begann er auch mit dem Fußball und sofort im Tor. In der B-Jugend wechselte er zum FC 08 Villingen, wo er unter dem damaligen Trainer Arash Yahyaijan weitere Fortschritte machte. Schnell wurde auch Bundesligist SC Freiburg auf ihn aufmerksam und nach nur einer Saison folgte Kiefer dem Ruf aus dem Breisgau. „Ich bin damals mit Marcel Yahyaijan zum Sportclub gewechselt. Wir sind oft zusammen nach Freiburg gefahren“, erinnert sich Kiefer an die gemeinsame Zeit mit dem heutigen Sportdirekter des FC 08 Villingen.

In Freiburg wurde Kiefer bei den A-Junioren schnell zur Nummer zwei zwischen den Pfosten. An Alexander Schwolow, heute in der Bundesliga beim Sportclub im Tor, war für den Neustädter aber kein Vorbeikommen. „Zwei Jahre habe ich mit Alexander beim SC Freiburg gespielt. Unvergesslich waren Spiele im Grünwalder Stadion gegen Bayern München, obwohl ich da nur auf der Bank saß. Oder im Stadion der Spielvereinigung Fürth, als ich eingewechselt wurde“, blickt Kiefer zurück. Das war damals in einem Regionalliga-Spiel gegen die zweite Garnitur der Fürther.

Als Kiefer, der in Eisenbach im strategischen Einkauf arbeitet, mehr auf die berufliche Schiene setzte, führte ihn sein Weg zurück in den Hochschwarzwald. „Neustadt ist mein Heimatverein, dem ich wohl auch nach meiner Laufbahn verbunden bleiben werde.“ Beim FCN freute man sich, einen gut ausgebildeten Torhüter zu bekommen. Doch Kiefer wollte mehr Tore schießen als Tore verhindern und drängte auf einen Platz im Feld. „Ich wusste, dass ich einigermaßen gut kicken kann.“

Als das nicht gleich klappte, ging es zum SV Hölzlebruck, bei dem er vier Jahre spielte. Schließlich jedoch überwog der Wunsch, wieder das Trikot des FC Neustadt zu tragen – zunächst wieder im Tor. „So eine Umstellung ist relativ schnell machbar. Die Reaktionen, die du als Torhüter gelernt hast, verlernst du nicht.“ Der damalige FCN-Trainer Benjamin Gallmann machte Kiefer 1017 eine Rückkehr besonders schmackhaft.

Bei „den Blauen“ spielt der 26-Jährige wieder im defensiven Bereich, was auch so bleiben soll. Mit Zejlko Cosic, der ab kommenden Sommer beim FC Neustadt Trainer wird, sei das bereits geklärt. Mit dem aktuellen Trainer Florian Heitzmann war die Rückkehr zum Feldspieler schnell abgesprochen, zumal es mit Manuel Werner einen weiteren guten Torhüter beim Landesligiten gibt.

Die zwei Jahre mit dem FC Neustadt in der Verbandsliga haben Kiefer gut gefallen. Nur zu gerne möchte er nun auch als Feldspieler in Südbadens höchste Spielklasse zurück. „Unsere Mannschaft wird im Kern zusammenbleiben. Schade, dass uns Florian Heitzmann und Ranil Weerakkody verlassen. Beide sind sportlich und menschlich ein Verlust für Neustadt“, sagt Kiefer.

Der Allrounder blickt dennoch zuversichtlich in die Neustädter Zukunft, auch wenn die zwei letzten Spielzeiten einige Enttäuschungen mit sich brachten. Noch gehe es darum, wieder eine feste Größe in der Landesliga zu werden. Doch irgendwann solle der Blick wieder in Richtung Tabellenspitze gehen. Man darf gespannt sein, auf welcher Position Rick Kiefer dann eingesetzt wird. Auch sein neuer Trainer hofft sicherlich, dass er weiterhin ein begehrter Allrounder bleibt.