Fußball: Der SV Grafenhausen hat als Letzter der 16 Bezirksligisten seine Teilnahmeberechtigung im Bezirks-Oberhaus erobert. Dank der Erfolge in den Aufstiegsspielen gegen den FC Brigachtal sind die Hochschwarzwälder nach zwei Spielzeiten in der Kreisliga A wieder zurück. „Das war schon überraschend, denn einige Konkurrenten hatten eine bessere Ausgangsbasis“, blickt Trainer Nils Boll zurück. Nach den zweitägigen Feierlichkeiten begann am vergangenen Wochenende wieder das Training. „Es muss kein Nachteil sein, dass andere Bezirksligisten schon früher eingestiegen sind. Wir geben in der Vorbereitung richtig Gas und werden die Zeit aufholen“, ist sich Boll sicher. Für den Coach gibt es in der Liga nur ein Ziel: der Klassenerhalt.

Grafenhausen ist kein Aufsteiger im eigentlichen Sinn. Rund 60 Prozent der Spieler waren schon dabei, als der Verein 2017 absteigen musste. Auch Boll kennt die Liga aus seiner Zeit beim TuS Bonndorf. „Hier wird schneller gespielt, und auch die Fehler werden konsequenter bestraft. Darauf werden wir uns einstellen“, betont der Trainer, der nach dem Aufstieg keinen Spieler verlor. Dafür schafften eigene Jugendspieler den Sprung in den Kader. Mario Stritt, Robin Schöler und Simon Kaiser gehören jetzt zum Kader. Aus Tiengen kam Daniel Eichhorn. Boll verfügt über eine eingespielte Mannschaft, aus der zuletzt immer wieder Torjäger Florian Haselbacher herausstach, der in den vergangenen zwei Spielzeiten 65 Mal traf. Ihn werden die neuen Konkurrenten sicherlich enger decken, was Boll nicht beunruhigt. „Einerseits kann sich Florian immer wieder in gute Positionen bringen; andererseits haben wir wieder weitere Akteure, die jederzeit für einen Treffer gut sind.“

Mehr als die Offensive gewinnt in der Vorbereitung die Defensivarbeit an Bedeutung. 54, respektive 49 Mal schlug es in den vergangenen zwei Spielzeiten im eigenen Kasten ein. „Da müssen wir stabiler werden, um unsere Ziele zu verwirklichen“, weiß Boll, woran er arbeiten muss. In einem Vorbereitungsspiel, einem 6:2-Erfolg gegen einen A-Kreisligisten, klappte es noch nicht ganz nach Wunsch. Boll lässt sich seine Zuversicht aber nicht nehmen. „Wir wissen, dass wir einige Konkurrenten in der Liga bezwingen können. Wir haben eine tolle Kameradschaft und eine junge Elf, die sicherlich das Potenzial besitzt, um drei, vier Mannschaften in der Tabelle hinter sich zu lassen.“

Für den Grafenhausener Trainer ist der FV Marbach Titelfavorit Nummer eins. Dahinter gebe es weitere Teams, die für eine Top-Platzierung in Frage kommen. Dass sein Team als möglicher Abstiegskandidat gehandelt wird, beunruhigt Boll nicht: „Neulinge in der Liga werden da oft genannt. Wir wollen unsere Aufstiegs-Euphorie so weit wie möglich in die Saison mitnehmen.“ Mit der SG Riedböhringen, DJK Donaueschingen II, FC Bräunlingen und Mitaufsteiger Dauchingen haben die Grafenhausener zumindest auf dem Papier ein nicht allzu schweres Auftaktprogramm, bevor es am fünften Spieltag zum brisanten Duell gegen Bolls „alte Liebe“, dem TuS Bonndorf, geht.