Fußball, Aufstiegsrunde zur Landesliga, Rückspiel: Hegauer FVFV Marbach (Samstag, 16.15 Uhr; Hinspiel: 2:0). Trotz der 0:2-Heimniederlage im Relegations-Hinspiel um den Landesliga-Aufstieg hat der FV Marbach die Zuversicht nicht verloren. Der Hegauer FV wiegt sich noch lange nicht in Sicherheit.

Langsam gewöhnt sich der FV Marbach an große Spiele vor großer Kulisse. Was Trainer Michael Henseleit allerdings nicht gefällt, ist die Ausbeute aus eben jenen. Gegen den FC Gutmadingen (0:3) und den Hegauer FV im Hinspiel blieben die Marbacher unter ihren Erwartungen zurück und schienen ob der großen Aufmerksamkeit vor allem in der Offensive zu verkrampfen. „Jetzt haben wir nichts mehr zu verlieren und können auswärts befreit und ohne Druck aufspielen“, betont Henseleit, der die 0:2-Hypothek aus dem Hinspiel nicht als unbezwingbaren Berg betrachtet. „Wir benötigen kein Fußballwunder. In 90 Minuten ein 0:2 aufzuholen, hat es schon oft gegeben. Wir haben nicht das Gefühl, krasser Außenseiter zu sein. Vielmehr glauben wir an unsere Chance, sonst würden wir am Samstag nicht nach Welschingen fahren“, stellt Henseleit klar.

Obwohl die Marbacher mindestens zwei Tore benötigt, werden die Schwarzwälder die Großoffensive zunächst vermeiden. „Wir wollen gut stehen und vorne unsere Chancen nutzen. Wenn wir mit einem 1:0 in die Halbzeit gehen, wird es interessant zu sehen, wie der Gegner nervlich drauf ist“, spekuliert Henseleit, der wieder auf seinen zuletzt schmerzlich vermissten Abwehrchef Julian Körber zurückgreifen kann. Marcel Schuller wird hingegen verletzt fehlen, Cihan Turan hat sich aufgrund eines bevorstehenden Wechsels bereits vom Spielbetrieb abgemeldet.

Beim Hegauer FV ist trotz der vermeintlich komfortablen Ausgangslage vor dem Rückspiel der Sekt noch nicht kaltgestellt. Vielmehr fordert Trainer Ronny Warnick weitere 90 Minuten voller Konzentration und Disziplin: „Im Hinspiel haben wir vor allem defensiv sehr gut gearbeitet. Wenn wir dies im Rückspiel nicht erneut auf den Platz bringen, dann ist Marbach immer für drei Tore gut“, mahnt Warnick. Genauso wie sein Trainerkollege Henseleit sieht er den Druck auf Seiten der Hegauer. „Sie haben nichts mehr zu verlieren und werden alles in die Waagschale werfen. Sobald sie ein Tor erzielen, wird bei ihnen der Glaube wieder zurückkehren.“

Obwohl die Gäste zum Toreschießen verdammt sind, glaubt Warnick nicht an einen Marbacher Sturm und Drang. „Ich denke nicht, dass sie voll attackieren, sondern eher kontrolliert agieren werden. Sie wissen, dass es enorm schwer wird, wenn wir zwei Tore erzielen.“ Neben den verletzten Patryk Toth, Jan Petschko und Pascal Gartmaier muss Ronny Warnick am Samstag auch auf Toni Greco verzichten, der an diesem Tag heiratet. Der Trainer hat daher einen großen Wunsch: „Wir wollen eine Aufstiegshochzeit feiern und vermeiden, dass der Bräutigam an seinem großen Tag Trübsal bläst.“