Fußball-Bezirksliga: 30 spannende Spieltage in der Bezirksliga sind absolviert. Nie zuvor gab es ein „Endspiel“ um die Meisterschaft mit zwei punktgleichen Teams. Durchgesetzt hat sich der FC Gutmadingen. Vizemeister FV Marbach hofft, in den Aufstiegsspielen ebenfalls noch das Ticket für die Landesliga zu lösen. Davon hängt ab, in welcher Liga zukünftig der FC Fischbach spielen wird.

Die Nummer eins

Zum zweiten Mal nach 2016 darf sich der FC Gutmadingen als Meister der Bezirksliga feiern lassen. Geschafft wurde das mit konstanten Leistungen und beeindruckenden Zahlen. Nur zwei der 30 Partien wurden verloren, 97 Treffer sprechen für viel Qualität in der Offensive und 33 Gegentore für ein stabiles Defensivverhalten. An 21 Spieltagen stand die Elf auf Platz eins, an neun Spieltagen auf Rang zwei. „Wir haben ein tolles Gesamtpaket mit sportlichen Fähigkeiten. Die große Breite im Kader erlaubte es uns, Verletzungen zu kompensieren. Auch die ausgezeichnete Gesamtstruktur im Verein ist ein Erfolgsgarant“, schwärmt Trainer Steffen Breinlinger. Dass es zum Schluss ein echtes Endspiel gegen Vizemeister Marbach gab, bezeichnet Breinlinger „als Gänsehauteffekt mit Happy-End“. Nun geht der Blick nach vorne. Gutmadingen möchte sich in der Landesliga besser als bei der Premiere verkaufen. „Wir wollen zeigen, dass Gutmadingen die Landesliga kann. Der Kader bleibt bestehen und wird nur punktuell verändert“, ergänzt Breinlinger.

Stolz und Angriffslust

Bis zum letzten Spieltag hatte der FV Marbach die Chance auf den Titel. Nach dem 0:3 in Gutmadingen geht der Blick voraus auf die zwei Aufstiegsspiele gegen den Hegauer FV. „Wir hatten in Gutmadingen null Druck, doch der kommt jetzt. Wir wollen es packen und ebenfalls in die Landesliga aufsteigen“, sagt Trainer Michael Henseleit. Auch bei seinen Spielern, die trotz der Niederlage im letzten Spiel den tollen zweiten Platz am Samstag feierten, ist die Angriffslust zu spüren. „Wir trainieren intensiv weiter. Es wird keinen Spannungsabfall geben. Wir haben eine ausgezeichnete Saison gespielt und wollen diese krönen. Schon jetzt haben wir allen Grund, stolz auf uns zu sein“, fügt Henseleit an. Nach Platz sieben und 42 Punkten in der Premierensaison hat Marbach in allen Bereichen zugelegt. Aller Ehren wert sind 17 Punkte Vorsprung auf Platz drei. Mit 40 von 45 möglichen Punkten ist Marbach zudem die Heimmacht der Liga. Beeindruckend sind die Verbesserungen im Defensivverhalten. Hatte es in der Vorsaison noch 63 Mal im eigenen Kasten eingeschlagen, waren es diesmal nur 33 Gegentreffer.

Auf dem Weg nach oben

Dem FV Tennenbronn gelang in der Tabelle der größte Sprung. Von Rang zehn ging es auf Platz drei. Die Zahl der Gegentreffer sank und die eigene Torabschlussbilanz wurde verbessert. „Dennoch sehe ich da unser größtes Steigerungspotenzial. Wir erspielen uns viele Möglichkeiten, nutzen aber nur einen Bruchteil. Hier müssen wir cleverer werden“, sagt Trainer Carmine Italiano. Er bescheinigt seiner Mannschaft neben den Zahlen auch leistungsmäßig einen Sprung nach vorne. „Wir suchen immer spielerische Lösungen, und das ist gut. Um ganz oben anzugreifen, fehlen uns noch einige Prozentpunkte.“ Verzichten müssen die Tennenbronner künftig auf den Kapitän Bastiansen, der seine Laufbahn beendet. Dafür sollen wieder Talente aus dem eigenen Nachwuchs herangeführt werden. Seit Jahren geht der Verein diesen Weg und hat Erfolg. Mit dem Bezirkspokal-Endspiel gegen Pfaffenweiler hat die Elf noch einen Höhepunkt vor sich. Italiano: „Ich wollte eine Platzierung unter den besten acht. Das haben wir deutlich geschafft. Nun wollen wir noch den Pokal. Mit der Saison sind wir zufrieden.“

Saison mit Lerneffekt

Als Vizemeister der vergangenen Saison zählte der FC Hochemmingen diesmal zu den Titelkandidaten. Neun Punkte Rückstand auf die Spitze nach der Vorrunde waren jedoch eine große Hypothek. Die kurze Pause nach den Aufstiegsspielen zur Landesliga war der Mannschaft anzumerken. „Wir haben aus der beendeten Saison viel gelernt. Einige Spieler wirkten nach der Vizemeisterschaft etwas gesättigt, bevor sie wieder ihr Leistungspotenzial erreichten“, resümiert Trainer Mario Maus. Hochemmingen schoss erneut viele Tore (76), kassierte aber auch mehr. Maus geht mit nahezu dem gleichen Kader in die Saison 2019/20 (Mario Buccelli wechselt nach Bad Dürrheim) und wird wieder höhere Ziele verfolgen. „Wir gehen gestärkt aus der vergangenen Saison und werden wieder Vollgas geben. Ich bin mir sicher, dass wir von den vergangenen Spielen profitieren werden“, betont Maus.

Starke Vorrunde nicht bestätigt

Nach einer starken Vorrunde mit 29 Punkten und nur vier Zählern Rückstand auf die Tabellenspitze ging es für den FC Königsfeld im Frühjahr etwas bergab. Dennoch hielt sich die Elf mit einer Ausnahme immer auf den Plätzen drei bis fünf auf. Durch großes Verletzungspech und Spielerabgänge (Novakovic) haben wir uns in der Rückrunde mehr oder weniger durchgewurstelt“, bilanziert Trainer Jörg Klausmann. Die schlechte Platzierung in der Fairplay-Wertung spielt für Klausmann nur eine untergeordnete Rolle. „Das widerspricht eher unserer Spielweise. Wir sind manchmal noch zu brav und keine unfaire Mannschaft.“ Der Blick in die Zukunft ist für Klausmann mit viel Zuversicht verbunden. „Wenn wir es schaffen, an die gute Vorrunde anzuknüpfen, kann in der kommenden Saison noch mehr gehen.“

Saison ohne Platzverweise

Nach einer starken Rückrunde 2018/19 galt der TuS Bonndorf als einer der Anwärter für die ersten zwei Plätze. Mehr als Rang sechs erreichte die Elf jedoch nie. „Für uns war es eine Saison mit Höhen und Tiefen. Ich bin nicht zufrieden. Aspekte wie konstante Leistungen oder Kaltschnäuzigkeit im Torabschluss haben gefehlt“, erkannte Trainer Björn Schlageter. Gegen die Top-Teams zeigte der TuS starke Leistungen, ließ aber zu viele Zähler gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte liegen. Immerhin unterlag Bonndorf nie mit mehr als einem Tor Unterschied. Zudem blieb die Elf ohne rote oder gelbrote Karte. „Die jüngste spielerische Entwicklung der Mannschaft stimmt mich zuversichtlich. Wunderdinge sind bei einem Durchschnittsalter von 23,5 Jahren auch künftig nicht zu erwarten“, so Schlageter.

Abwärts durch Verletzungspech

Nach Platz vier in der vergangenen Saison, muss sich der FC Pfaffenweiler diesmal mit Rang sieben begnügen. Vor allem das große Verletzungspech brachte die Elf in Schwierigkeiten. „Wir wollten die Bilanz der vergangenen Saison bestätigen. Durch die Vielzahl an Verletzungen mussten wir uns frühzeitig von der Zielsetzung verabschieden. Letztlich sind wir froh, dank der guten Rückrunde noch einen einstelligen Platz erreicht zu haben“, sagt Spielertrainer Patrick Anders. Er hofft, dass Langzeitverletzte wie Karsten Scheu oder Florian Herbst bald wieder einsetzbar sind. Aus dem aktuellen Kader wird sich wohl nur Tom Duffner verabschieden. Mit dem Pokalendspiel gegen Tennenbronn hat die Anders-Elf einen echten Saison-Höhepunkt noch vor sich.

Bester Aufsteiger

Schon bei Saison-Halbzeit zeichnete sich ab, dass der FC Bräunlingen bester der drei Aufsteiger werden wird. „Wir sind mit unserem Abschneiden zufrieden. Die Mannschaft hat ein Kompliment verdient. Wir haben von Anfang an konstant gepunktet und es richtig gut gemacht“, freut sich Trainer Uwe Müller. Bedenklich sind die vielen Gegentreffer (69), die durch die vielen eigenen Tore (70) ausgeglichen wurden. „Wir wissen genau, wo wir Potenzial nach oben haben. Wir haben schon im Saisonfinale kompakter verteidigt. Wir sind defensiv stabiler geworden und haben unsere Stärken eindeutig im Spiel nach vorne. Wir werden unsere Stärken ausbauen und die Schwächen minimieren“, kündigt Müller an. Bräunlingen hat sich eine gute Basis für die kommenden Jahre geschaffen.

In der Defensive Luft nach oben

Der SV Hölzlebruck hat sich gegenüber der vergangenen Saison um zwei Punkte verbessert. „Auch wenn ein Trainer nie ganz zufrieden ist, sind wir doch ein Stück vorangekommen. Langfristige Verletzungen von Spielern haben uns eine bessere Platzierung gekostet und andere Akteure in ihrer Entwicklung etwas gehemmt“, resümiert Trainer Tobias Urban. Hölzlebruck hatte vor der Runde wieder auf Spieler von unterklassigen Vereinen und aus der eigenen Jugend gesetzt und möchte diesen Weg konsequent fortsetzen. „Sind alle Spieler immer da, haben wir sicherlich Potenzial für mehr“, so Urban. Steigern muss sich die Elf im Abwehrverhalten. 72 Mal schlug es im eigenen Kasten ein. „Das ist eigentlich die Bilanz eines Absteigers. Oft sind individuelle Aussetzer Schuld. Andererseits mussten wir unsere Vierer-Abwehrkette personell oft umstellen“, so Urban.

Rückrunde frischt Bilanz auf

Wie in der vergangenen Saison zeigte die SG Riedböhringen/Fützen eine schwache Vor- und starke Rückrunde, die in der Rückrundentabelle mit Platz drei zum Ausdruck kommt. „Wir hatten bis in den Herbst immer wieder personelle Sorgen. Fallen Leistungsträger aus, lässt sich das nicht kompensieren. Das Plus in der Rückrunde war, dass wir Trainer aus dem Vollen schöpfen konnten. Da hat die Mannschaft gezeigt, was sie drauf hat“, sagt Trainer Siegfried Andräß, der zusammen mit Jürgen Frank die SG betreute. Die aktuellen Spieler werden es auch in der Zukunft richten müssen, denn aus dem eigenen Nachwuchs kommt frühestens in zwei, drei Jahren einiges nach. Sind alle Spieler an Bord, hat die SG das Potenzial für eine deutlich bessere Platzierung.

Saisonziel verfehlt

Landesliga-Absteiger DJK Villingen hat das Saisonziel verfehlt. „Wir wollten unter die besten acht Mannschaften, doch da standen wir nur in wenigen Ausnahmen. Der zweistellige Platz ist eine Enttäuschung“, sagt Rocco Cristilli, der nach der Winterpause zusammen mit Frank Holder das Training übernahm, nachdem Wolfgang Heinig kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen das Traineramt abgegeben hatte. Belastet hat die Mannschaft auch der Tod des langjährigen Abteilungsleiters Heinz Ummenhofer. „Wenn so eine DJK-Legende geht, steckt das keiner in ein, zwei Wochen weg“, so Cristilli. „Zusammen mit einem schlechten Saisonstart kamen viele Aspekte zusammen, weshalb die Mannschaft nie ihr Potenzial ausgeschöpft hat.“ Mit dem neuen Trainer Dominik Beha und Cristilli als Assistent gilt es, die DJK in einstellige Regionen zu führen. Immerhin: Villingen blieb ohne Platzverweise.

Drei Trainer verbraucht

Landesliga-Absteiger SV Obereschach fand schwer in die Saison. Bis zum 13. Spieltag stand die Elf auf einem Abstiegsplatz. Frühzeitig musste Trainer Jürgen Fischer gehen und Christoph Hayn übernahm bis zur Winterpause als Spieletrainer. Dann kam mit Michael Schnee der dritte Coach. „Es war von Anfang an eine heikle Saison. Wir mussten viel Lehrgeld zahlen und brauchten sehr lange, um auf Kurs zu kommen. Hinzu kamen Verletzungsausfälle von Leistungsträgern, die sehr schmerzten“, sagt Schnee. Eine oft nicht sattelfeste Abwehr, bedingt auch durch zahlreiche Umstellungen, sorgte für viele Gegentreffer (78). Schnee: „Wir haben zwischenzeitlich unsere Hausaufgaben gemacht und gehen mit einer breiter aufgestellten Elf in die neue Saison. Da muss es wieder deutlich in Richtung einstellige Tabellenplätze gehen. Ich habe keine Lust, nur um den Klassenerhalt zu spielen. Bei der Qualität dieser Mannschaft darf das auch nicht unser Anspruch sein.“ Noch längere Zeit muss Obereschach auf den verletzten Torjäger Marvin Zimmermann verzichten.

Klassenerhalt nach Zittereinlage

Am letzten Spieltag sicherte sich DJK Donaueschingen II den Ligaerhalt und spielt eine dritte Saison in Folge in der Bezirksliga. „Es war eminent wichtig, dass wir weiterhin Bezirksligist bleiben. So haben wir eine tolle Saison des Gesamtvereins gekrönt. Die Erste ist in die Verbandsliga aufgestiegen und die A- und B-Junioren sind in ihren Ligen ebenfalls Meister. Wir sind rundum zufrieden, auch wenn wir es nicht spannend machen wollten“, sagt Lukas Stocker vom Trainer-Trio der DJK. Die Spieler hatten in der Winterpause das Amt übernommen, nachdem der bisherige Übungsleiter, Erich Thurow, sein Engagement beendet hatte. Stocker lobt die tolle Einstellung und Moral der sehr jungen Elf. „Wir wussten immer, dass nach Platz sechs in der vergangenen Runde die zweite Saison schwieriger werden wird. Letztlich haben wir den Druck gemeistert. Mit dem neuen Trainer Nasser Alassani wird neuer Schwung einziehen. Einige Jungs kommen aus der Jugend dazu. Wir gehen zuversichtlich in unsere dritte Saison“, ergänzt Stocker.

Die Hoffnung bleibt

Zwei Tore fehlen dem FC Fischbach nach 30 Spielen zum sicheren Klassenerhalt. Nun müssen die Fischbacher hoffen, dass Vizemeister Marbach sich in den Aufstiegsspielen gegen den Bodensee-Vertreter durchsetzt. „So knapp den sicheren Ligaerhalt verpasst zu haben, ist bitter. Wir haben eine sehr gute Rückrunde gespielt, allerdings auch unnötig Punkte liegen lassen“, sagt der scheidende Trainer Günter Hirsch. Er hinterlässt eine Mannschaft, „bei der ich für die kommenden Jahre ein gutes Gefühl habe“. Die mageren 15 Punkte aus der Vorrunde erwiesen sich als große Hypothek. Hinzu kam Verletzungspech, so wie bei Kapitän Julian Stern, der im Herbst komplett ausfiel. „Wir mussten uns an ein höheres Tempo gewöhnen. Wir haben in vielen Spielen erkannt, dass wir mithalten können. Jeder Spieler hat aus der Saison viel gelernt“, ergänzt Hirsch. Fabrice Fleig liebäugelt mit einem Wechsel nach Schonach. Die Mehrzahl der Spieler wird bleiben. Sollte in zwei Wochen doch der Abstieg feststehen, würden die Fischbacher die Ärmel wieder hochkrempeln und einen neuen Anlauf starten. Zunächst aber besteht noch eine Chance. „Wir hoffen auf Marbach“, fügt Hirsch an.

Trainer kritisiert Einstellung

Ab dem fünften Spieltag dümpelte der SV TuS Immendingen ständig auf einem der letzten drei Plätze herum und frühzeitig stand der Abstieg fest. „Ich bin schon lange im Trainergeschäft, aber so eine enttäuschende Saison habe ich noch nicht erlebt. Die Misere ging in der Saisonvorbereitung los und zog sich durch alle 30 Spieltage“, bilanziert Trainer Naser Berisha und fügt an: „Ein Hauptgrund für unseren verdienten Abstieg war die Einstellung der Spieler. Da habe ich alles vermisst, was Sportler zeigen sollten“, ergänzt Berisha. Nur wenn sich diesbezüglich einiges ändert, sieht der Trainer die Immendinger gut aufgestellt. Mit vier roten und zwei gelbroten Karten ist Immendingen zudem Schlusslicht in der Fairplay-Tabelle. Nur zwei Siege in 30 Partien und 99 Gegentreffer sind Werte eines Absteigers.

Vom Auf- zum Absteiger

Nach nur einer Saison im Bezirksoberhaus muss der FC Weilersbach zurück in die Kreisliga A. Der Elf gelangen in 29 Spielen nur drei Siege. Nur an drei Spieltagen stand der Neuling nicht auf einem Abstiegsplatz. Im Schnitt gelang ein Tor pro Spiel. Dafür schlug es 98 Mal im eigenen Kasten ein. „Die Spieler, aber auch ich als Trainer, haben viel gelernt. Wir wissen jetzt, mit welch hohem Tempo in der Liga gespielt wird. Da hatten wir deutliche Nachteile. Zudem hatten einige die Liga wohl etwas unterschätzt“, resümiert Trainer Nunzio Pastore, der hofft, dass die Mannschaft im Kern zusammenbleibt. Den sofortigen Wiederaufstieg gibt Pastore nicht als Ziel aus, will aber in der Kreisliga A mit seiner Elf eine gute Rolle spielen.