Fußball-Bezirksliga: Am Sonntag startet das Bezirksoberhaus mit acht Partien in die zweite Saisonhälfte. Nach 17 von 30 Spieltagen trennen die ersten vier Mannschaften in der Tabelle nur fünf Punkte, was viel Spannung für die weiteren 13 Spieltage verspricht. Im Kampf um den Klassenerhalt zeichnet sich ein Fünfkampf ab.

Beste Ausgangslage

Vor drei Jahren gelang dem FC Gutmadingen frühzeitig die Meisterschaft, doch der Abstecher in die Landesliga währte nur eine Saison. Nun scheinen die Gutmadinger wieder stark genug, um erneut den Bezirksliga-Titel zu gewinnen. Steffen Breinlinger hat in der Winterpause Stefan Willmann und Tobias Wolf aus der eigenen A-Jugend eingebaut. Moritz Küssner, Lukas Riedmüller und Ahmet Keysan fallen hingegen noch länger aus. „Wir gehen mit einer guten Ausgangsposition, die wir uns verdient haben, in die zweite Hälfte. Wir haben in der Vorbereitung gegen ambitionierte Gegner gute Spiele abgeliefert und unser Programm durchgezogen. Ich bin sehr zuversichtlich“, sagt Breinlinger, nachdem das Team am vergangenen Wochenende im Trainingslager im Tessin war.

Aufwärtstrend fortsetzen

In der zweiten Saison nach dem Aufstieg hat sich der FV Marbach mit Rang zwei und nur einem Zähler Rückstand eine vorzügliche Ausgangsposition geschaffen. Kaum verwunderlich, dass Trainer Michael Henseleit auch über die Saison hinaus weiterhin in Marbach arbeiten wird. „Wir wollten unter die besten fünf Teams der Liga. Es ist bisher sogar noch besser gelaufen als erwartet. Wir werden alles versuchen, um den Platz zu halten, wissen aber auch, dass hinter uns Teams lauern, die das gleiche Ziel haben“, sagt Henseleit. Das Spiel in Gutmadingen bestreiten die Marbacher am 30. und letzten Spieltag. „Bis dahin sind alle Entscheidungen gefallen“, glaubt Henseleit. In der Winterpause gab es einen Zugang. Wieder fit ist zudem Florian Ehmann. Der Trainer hat seinen Spielern immer wieder vermittelt, sich keinen Druck zu machen. Henseleit weiß aber auch, dass innerhalb des Teams durchaus über einen Aufstieg gesprochen wird. „Die Jungs sind alle heiß.“

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Ohne Druck in die Rückrunde

Mit Platz drei und 35 Punkten liegt der FC Königsfeld in Lauerstellung hinter dem Spitzenduo. Das Trainer-Gespann Jörg Holik/Jörg Klausmann hat der Elf in der ersten Saison-Hälfte viel Stabilität gegeben. Vom Aufstieg wird in Königsfeld, zumindest öffentlich, nicht gesprochen. „In der Rückrunde kann alles passieren. Mit zwei, drei Siegen zum Auftakt ist nach oben einiges möglich. Werden die ersten Spiele verloren, kann es auch nach unten gehen. Wir hatten eine gute Vorbereitung, unter anderem mit dem Trainingslager in Hoffenheim. Wir wollen weiterhin Perspektivspieler einbauen und als Mannschaft einen weiteren Schritt vorankommen“, sagt Jörg Klausmann vor der zweiten Saison-Hälfte.

Chancen in zwei Wettbewerben

Wie Königsfeld hat auch der FV Tennenbronn die Möglichkeit, noch ganz oben anzugreifen. Zehn Siege gelangen der Elf von Trainer Carmine Italiano in den ersten 17 Partien. Tennenbronn hat zudem im Bezirkspokal die Chance, ins Halbfinale einzuziehen. „Wir waren in der Vorbereitung krankheitsbedingt leider nie komplett, doch das wird sich verbessern. Wir haben eine gute Ausgangsposition. Sollten wir Rang vier ins Ziel bringen und im Pokal das Finale erreichen, hätten wir eine ausgezeichnete Saison gespielt“, sagt Trainer Carmine Italiano. Er bezog mit seinen Spielern am vergangenen Wochenende ein Trainingslager in Pfaffenweiler bei Freiburg und geht zuversichtlich in die Punktspiele. „Wenn wir unser Potenzial abrufen, gehören wir zu den Teams, die ganz oben landen können“, so Italiano. Von einem möglichen Aufstieg will er jedoch nicht sprechen.

Aufholjagd geplant

Nach einem etwas schwachen Start, was wohl auch an der kurzen Sommerpause lag, hat sich der FC Hochemmingen stabilisiert und will jetzt noch einmal richtig angreifen. Eine weitere Chance hat die Elf von Trainer Mario Maus zudem im Bezirkspokal-Viertelfinale mit einem Heimspiel gegen die DJK Villingen. „Wir schauen nach oben. Den Kader, um anzugreifen, haben wir. Mit einem guten Start ist vieles machbar“, sagt Maus. Er setzt darauf, dass durch die lange Punktspielpause die Motivation bei seinen Spielern wieder groß ist. „Wir haben an der Fitness und Frische gearbeitet. Auch wenn Vorbereitungsspiele wenig Aussagekraft haben, hat meine Elf beim Test in Bad Dürrheim einen guten Eindruck hinterlassen. Alle Spieler haben in den vergangenen Wochen sehr gut mitgezogen“, betont der Trainer, der bereits für kommende Saison verlängert hat.

Rückstand eine Hypothek

Der TuS Bonndorf galt vor der Saison als ein ernsthafter Anwärter auf einen der ersten zwei Tabellenplätze. Mehr als der aktuelle sechste Platz sprang für die Elf von Trainer Björn Schlageter, der für die Saison 2019/20 verlängert hat, bisher jedoch nicht heraus. Der Abstand von 13 Punkten zu Platz eins ist für die Hochschwarzwälder bereits eine größere Hypothek. Andererseits haben die Bonndorfer in der vergangenen Saison eine ganz starke zweite Saison-Hälfte gespielt. „Wir haben das nicht vergessen, aber so eine Bilanz lässt sich nicht auf Knopfdruck wiederholen“, sagt Schlageter. Der TuS-Coach glaubt, „dass die Tabellenplatzierung aktuell genau unser Leistungsvermögen ausdrückt“. Nach oben und unten wird nicht mehr viel passieren. Daher könnte der Bezirkspokal stärker ins Rampenlicht rücken. „Wir sind seit Jahren wieder einmal unter den besten Acht, haben aber in Pfaffenweiler ein schweres Auswärtsspiel“, so Schlageter.

Lazarett hat sich gelichtet

Der FC Pfaffenweiler wurde vor der Saison als ein Kandidat für die vorderen Plätze gehandelt, doch dann ereilte die Elf ein unglaublich großes Verletzungspech. Viele Stammspieler fielen aus und Trainer Patrick Anders musste oft improvisieren. Umso mehr hofft der Coach, diesmal ohne Verletzungen durchzukommen, damit die Elf ihr wirkliches Potenzial zeigen kann. „Bei den langzeitverletzten Spielern wie Karsten Scheu oder Florian Herbst werden wir nichts riskieren. Beide werden nach ihren Kreuzbandrissen erst in der kommenden Saison wieder einsteigen“, sagt Anders, der ebenfalls bereits für kommende Saison verlängert hat. Trainingsrückstand hat durch das Studium Stefan Link. Der Trainer spricht von einer „zufriedenstellenden Vorbereitung“. So wurde oft auf dem Kunstrasen in Bad Dürrheim trainiert. Auch das Trainingslager sei ein Erfolg gewesen. Im Bezirkspokal lockt im Heimspiel gegen Bonndorf das Halbfinale.

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Entwicklung steht im Vordergrund

Mit dem neuen Trainer Tobias Urban ging der SV Hölzlebruck in die Saison und verlängerte im Winter bereits mit dem Coach um weitere zwölf Monate. Urban hatte schon beim Amtsantritt betont, dass er mit der Mannschaft gern eine Entwicklung hinlegen möchte, die ihm zuvor beim FC Löffingen gelungen war. In einer Saison ist das kaum machbar und daher gilt es, frei von Sorgen vor einem möglichen Abstiegskampf den Entwicklungsprozess voranzutreiben. In der Winterpause hatten es die Hochschwarzwälder nicht einfach: „Richtiges Balltraining war bei uns lange nicht möglich. Wir mussten oft in die Halle ausweichen. Einen richtigen Schub gab uns allerdings das Trainingslager bei Karlsruhe“, sagt Urban. Der Trainer hat in der Vorbereitung den Spielern vermittelt, sich nicht zu schnell zufrieden zu geben: „Das ist manchmal unser Problem. Alle freuen sich, in der Bezirksliga wieder eine feste Größe zu sein. Ich versuche meinen Ehrgeiz zu vermitteln, noch ein, zwei Plätze nach oben zu springen.“

Aufsteiger mit Punktepolster

Ein kleines Polster von zwölf Punkten hat sich der FC Bräunlingen zu den Abstiegsplätzen geschaffen. Als bisher bester der drei Neulinge haben die Zähringerstädter und Trainer Uwe Müller zudem schon im Dezember ihre Zusammenarbeit um eine weitere Spielzeit ausgedehnt. Bräunlingen gelang es in der Winterpause, mit Abdullah Cil und Sebastian Schestakov, zwei Spieler zu gewinnen, die höherklassige Erfahrungen mitbringen, wobei Schestakov aus beruflichen Gründen wohl erst in der kommenden Saison richtig einsteigen wird. Müller warnt vor der vermeintlich guten Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt: „Es gibt im Fußball und auch in der Liga genügend Beispiele, wie schnell ein Vorsprung verspielt sein kann. Wir dürfen uns keine Sekunde zu sicher fühlen“, warnt Müller. Im Bezirkspokal sind die Bräunlinger ebenfalls noch vertreten und haben im Viertelfinale ein Heimspiel gegen den FC Brigachtal.

Jahr der Konsolidierung

Nach dem Abstieg aus der Landesliga musste die DJK Villingen einen größeren Umbau im Kader vornehmen. Dementsprechend fand die Elf unter dem neuen Trainer Wolfgang Heinig etwas stotternd in die Saison. Zuletzt ging es aber deutlich nach oben. Aktuell haben die Villinger einen Vorsprung von zwölf Punkten auf den ersten Abstiegsplatz. „Nicht nach hinten zu schauen wäre naiv. Andererseits sollten wir inzwischen so gefestigt sein, um nicht mehr in Turbulenzen zu kommen“, betont Heinig. Bei der DJK gilt die aktuelle Saison auch als Jahr der Konsolidierung. „Wir wollen in der Saison 2019/20 wieder oben angreifen. Derzeit haben wir durch viele kranke Spieler noch einen Fitnessrückstand, weshalb ich keine großen Töne spucken möchte“, so Heinig.

Rest-Saison mit neuem Trainer

Der SV Obereschach startet mit dem neuen Trainer Michael Schnee in die zweite Saisonhälfte. Nach einem schlechten Start hat sich der Landesliga-Absteiger zuletzt unter Interimstrainer Christoph Hayn etwas stabilisiert. „Auch wenn bei uns immer einige Stammspieler angeschlagen und nicht einsatzfähig waren, haben wir eine gute Vorbereitung mit einem intensiven Trainingslager absolviert. Wir gehen zuversichtlich in eine sicher nicht einfache Rückrunde“, sagt Schnee. Für ihn ist es wichtig, zunächst den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern, um dann den Sprung auf einen guten Mittelfeldplatz zu schaffen: Schnee: „Die Mannschaft steht sicherlich nicht da, wo sie hingehört.“

Ein Trio auf der Trainerbank

Nach einer starken Premieren-Saison lief es in dieser Spielzeit für die DJK Donaueschingen II nicht immer rund. Die Elf führt die unmittelbare Abstiegszone von fünf Mannschaften an. Im Winter legten die Trainer Erich Thurow und Tobias Limberger ihr Amt nieder. Ihnen folgte ein Trainer-Team mit Lukas Stocker, Martin Beese und Oliver Gerold. Sie sind selbst Teil der Mannschaft. Für die zweite Saison-Hälfte gibt es weder Zu- noch Abgänge. Der bestehende Kader sei groß und gut genug, um in der Liga zu bleiben. „Unser klares Ziel ist der Klassenerhalt. Wir brauchen als Unterbau der Landesliga-Elf eine starke zweite Mannschaft. Die Vorbereitung verlief gut und auch die Trainingsbeteiligung war ausgezeichnet. Für uns ist gleich das erste Spiel in Riedböhringen wegweisend“, betont Stocker.

Neuling kämpft gegen den Abstieg

Bereits in der Winterpause kündigte Günter Hirsch, Trainer des Aufsteigers FC Fischbach, seinen Abschied zum Saisonende an. Hirsch will sich natürlich mit dem Klassenerhalt verabschieden. Mit mageren 18 Treffern hat Fischbach die bisher zweitwenigsten Tore in der Liga erzielt, jedoch auch die im Vergleich zu anderen Konkurrenten im Tabellenkeller wenigsten Tore (36) kassiert. „Die gute Defensivarbeit war schon in der Kreisliga unsere Stärke. Jetzt sind wir auch offensiv besser geworden. Da ist viel mehr Bewegung drin“, sagt Hirsch. Mit Julian und Florian Stern sind zwei wichtige Akteure zurück. Hirsch: „Die Tabellenkonstellation ist gefährlich. Dennoch gibt es drei Mannschaften, die gern unsere Zwischenbilanz hätten. Wir haben alle Möglichkeiten selbst in der Hand.“

Wieder im Tabellenkeller

Die SG Riedböhringen/Fützen hat bisher nur zwei ihrer 17 Saisonspiele gewonnen. In der vergangenen Saison gelang dank eines starken Schlussspurts noch der Klassenerhalt. Der Top-Start wird auch jetzt nötig sein, um in der Liga zu bleiben. Personell ist die Elf der Trainer Siegfried Andräß und Jürgen Frank gut besetzt, allerdings fehlten zuletzt immer wieder wichtige Akteure aus den unterschiedlichsten Gründen. Fabian Bodenseh kehrte im Winter aus Bad Dürrheim zurück. „Wir haben den Klassenerhalt in der vergangenen Saison geschafft und genau das streben wir erneut an. Wir haben viel an der Fitness der Spieler gearbeitet. Zudem hat sich das Verletzungslazarett gelichtet“, sagt Jürgen Frank. Wichtig für das Selbstvertrauen waren in den Testspielen Siege mit vielen eigenen Treffern. Frank und Andräß werden nach der Saison aufhören und von Nurhan Ardiclik beerbt.

Große Herausforderung

Den Verantwortlichen beim FC Weilersbach war schon vor dem ersten Spieltag klar, dass die Bezirksliga zu einer großen Herausforderung wird. Nach dem Erfolg in den Aufstiegsspielen startete Weilersbach zuversichtlich, doch mehr als elf Punkte gelangen bisher nicht. Die Mannschaft von Trainer Nunzio Pastore, der auch in der Saison 2019/20 die Elf trainieren wird, geht ohne personelle Veränderungen in die zweite Saison-Hälfte. Um im Bezirksoberhaus zu bleiben, sollten die Weilersbacher die Trefferquote verbessern, denn im Schnitt traf der Aufsteiger nur einmal pro Spiel. Auch Weilersbach ist im Bezirkspokal noch dabei und gastiert im Viertelfinale in Tennenbronn. Das Abschneiden in der Liga hat Priorität, doch Pastore plagen einige Personalsorgen: „Uns verfolgt weiterhin das Verletzungspech. Mit Rocco Pastore und Mike Baumann fallen zwei Spieler sehr lange aus. Dennoch glauben wir fest daran, die Liga zu halten. Es ist möglich.“

Schlechte Ausgangslage

Der SV TuS Immendingen startet als Schlusslicht in die zweite Saisonhälfte. Die Elf von Trainer Naser Berisha sammelte bisher nur magere neun Punkte ein. In 17 Spielen gelang nur ein Sieg. Mit Ralf Ressel hat Berisha in der Winterpause einen zweiten gleichberechtigten Trainer hinzubekommen. „Wir ergänzen uns gut. Ralf bringt viel Erfahrung mit“, sagt Berisha. Der Trainer war mit den ersten Wochen der Vorbereitung nicht zufrieden. Zu oft fehlten Spieler. Am vergangenen Wochenende im Trainingslager am Lago Maggiore waren 18 Spieler dabei. Berisha: „Wir müssen die Situation nicht schönreden. Die erste Saisonhälfte war einfach schwach. Glücklicherweise beträgt der Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz nur überschaubare sechs Punkte.“