Fußball-Bezirksliga: Ärmel hoch krempeln und ran an die Aufgabe. Für Lars Müller scheint seine neue Trainerstation beim SV Jestetten wie geschaffen. Der 36-Jährige hatte nach dem Meistertitel mit dem FC RW Weilheim nach über vierjähriger Tätigkeit eine zwölfmonatige Pause eingelegt. Nun sprüht er förmlich vor Tatendrang: „Mit hat die Pause sehr gut getan. Aber ich war nicht tatenlos, denn ich habe mir viel Fußball in allen möglichen Ligen angeschaut“, deutet Müller an, dass er viel Neues entdeckt hat und diese Erkenntnisse bei seinem neuen Verein einfließen lassen möchte.

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Beim SV Jestetten erwartet Lars Müller, der hier seine zweite Trainerstelle angetreten hat, in der Tat viel Arbeit. Mehrere Stammspieler haben der Mannschaft aus den verschiedensten Gründen den Rücken gekehrt. Nach fünf Jahren unter Trainer Michele Masi, der zum FC Tiengen 08 wechselte, steht für den Verein und die verbliebenen Spieler ein Umbruch an.

Trainer Lars Müller (SV Jestetten): „Natürlich wollen wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben, aber über Spitzenplätze müssen wir auch nicht reden. In erster Linie wollen wir einen guten und erfolgreichen Fußball spielen“
Trainer Lars Müller (SV Jestetten): „Natürlich wollen wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben, aber über Spitzenplätze müssen wir auch nicht reden. In erster Linie wollen wir einen guten und erfolgreichen Fußball spielen“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Angesichts acht neuer Spieler im Kader tut Müller gut daran, nicht zurück, sondern nach vorn zu blicken: „Ich werde hier jetzt sicher nicht alles umkrempeln. Schließlich kann ich auf eine super Arbeit von Michele Masi aufbauen“, betont Müller, unterstreicht aber, dass er einen anderen Fußball spielen lassen will: „Dazu brauchen wir schon etwas Zeit und Geduld. Manches klappt schon, manches aber noch nicht.“

Die Voraussetzungen will er sich deshalb nicht schlecht reden lassen. Schließlich stünden – trotz der vielen Abgänge – einige etablierte Kräfte mit viel Qualität zur Verfügung. Dazu gesellen sich junge, engagierte Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs, der eigenen Reserve und umliegenden Vereinen: „Die Jungs ziehen prächtig mit“, freut sich Müller, dass ihm Mannschaft und Verein die Arbeit erleichtern: „Ich wurde super aufgenommen. Es passt sehr gut hier. Die Infrastruktur passt und wird künftig mit dem Kunstrasenplatz, der in den kommenden Wochen udn Monaten gebaut wird, noch besser.“

Neu beim SV Jestetten: Nach einer längeren Pause mischt Francesco D‘Acunto, unter anderem schon beim FC Erzingen und FC Tiengen 08 aktiv, wieder in der Bezirksliga mit.
Neu beim SV Jestetten: Nach einer längeren Pause mischt Francesco D‘Acunto, unter anderem schon beim FC Erzingen und FC Tiengen 08 aktiv, wieder in der Bezirksliga mit. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Schon deshalb wundert er sich, dass er bei einigen potenziellen Neuzugängen mit den Möglichkeiten, die der SV Jestetten bietet, nicht entscheidend punkten konnte: „Wenn kein Geld fließt, ist es offensichtlich schwer, neue Spieler zu bekommen“, deutet Müller an, dass er viele Gespräche geführt hat. Dass manchem Talent der Weg in den Osten des Bezirks zu weit ist, kann der im Wiesental groß gewordene Wahl-Weilheimer nicht nachvollziehen: „Wenn ich Spaß an einer Sache habe, dann nehme ich doch gern einen gewissen Aufwand auf mich.“

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Entsprechend ist Lars Müller der Aufwand, beim SV Jestetten aus dem veränderten Kader eine homogene Mannschaft zu formen, die sich in der Bezirksliga halten kann, nicht zu groß: „Wir haben noch keine konkreten Ziele definiert, werden das aber noch vor dem Saisonstart mit den Spielern gemeinsam tun. Natürlich wollen wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben, aber über Spitzenplätze müssen wir auch nicht reden. In erster Linie wollen wir einen guten und erfolgreichen Fußball spielen“, freut sich Müller auf den Start in eine neue Saison und ins 100. Vereinsjahr des 1920 gegründeten SV Jestetten.