Simon, erleben Sie gerade die schönste Zeit mit dem SV Buch?

Das ist schwer zu vergleichen. Jetzt gehöre ich zu den älteren Spielern, da nimmst du die Dinge anders wahr. Ich sehe uns auf einem guten Weg und finde, dass wir uns seit dem Aufstieg vor acht Jahren von Jahr zu Jahr verbessert haben. Vor allem im taktischen Verhalten haben wir seinerzeit unter Peppe Pavano einen Riesenschritt gemacht.

Alles im Griff: Simon Eckert beim Spiel gegen den FC Wittlingen vor zwei Jahren.
Alles im Griff: Simon Eckert beim Spiel gegen den FC Wittlingen vor zwei Jahren. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Seit 2011 nun schon Bezirksligist steht der SV Buch dennoch bei der Konkurrenz oft als Abstiegskandidat auf dem Zettel.

Das scheint Tradition in der Liga zu sein. Mittlerweile haben wir uns etabliert und bieten den vermeintlich großen Clubs immer wieder Paroli. Als Dorfverein wird man halt gern unterschätzt, obwohl wir so viel auf die Beine gestellt haben.

Ärgert Sie das etwas?

Nein, es motiviert uns viel mehr. Intern haben wir den Anspruch, um Platz sechs oder sieben zu spielen. Und wenn wir von Verletzungen verschont bleiben – anders als zur Zeit – dann ist das auch kein unrealistisches Ziel. In der Rolle des „Underdogs“ fühlen wir uns durchaus wohl.

Die Nummer 1 beim SV Buch seit 16 Jahren. Torwart Simon Eckert ist der Dauerbrenner im Hochrhein-Fußball.
Die Nummer 1 beim SV Buch seit 16 Jahren. Torwart Simon Eckert ist der Dauerbrenner im Hochrhein-Fußball. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Was macht den SV Buch als Verein aus?

Das ist unser Teamgeist, der Zusammenhalt. Wir sind eben ein Dorfverein. Gemeinsam haben wir Spaß am Sport und auch neben dem Kickplatz. Mein Freundeskreis besteht aus meinen Mannschaftskollegen.

Routinier: Simon Eckert schnappt sich den Ball beim 3:1-Sieg des SV Buch im April beim FC Wittlingen.
Routinier: Simon Eckert schnappt sich den Ball beim 3:1-Sieg des SV Buch im April beim FC Wittlingen. | Bild: Neithard Schleier

Das ist dann sicher schwer für einen Neuzugang, da reinzukommen?

Absolut nicht. Wenn ein neuer Spieler zu uns passt – und darauf wird bei den Neuzugängen durchaus geachtet, dass es nicht nur sportlich sondern auch charakterlich stimmt – dann gehört er ganz schnell dazu.

Kraftvoll: Simon Eckert beim Abschlag.
Kraftvoll: Simon Eckert beim Abschlag. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Sie leben aus beruflichen Gründen in der Ostschweiz. Wie hoch ist der Aufwand, den Sie auf sich nehmen?

Meine Freundin lebt ja noch hier. Aber der Verein und die Kumpels sind mir den Aufwand wert. Die Strecke beträgt etwa 100 Kilometer. Ich fahre fast zwei Stunden.

Griff ins Archiv: Im Oktober 2007 entstand dieses Foto von Simon und Manuel Eckert (rechts, gegen Benjamin Adams), die mit dem SV Buch seinerzeit 3:1 beim SV Niederhof gewannen.
Griff ins Archiv: Im Oktober 2007 entstand dieses Foto von Simon und Manuel Eckert (rechts, gegen Benjamin Adams), die mit dem SV Buch seinerzeit 3:1 beim SV Niederhof gewannen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Zum Training beim SV Buch wird es da eher selten reichen?

Ich habe hier in der Schweiz einen Verein, bei dem ich einmal pro Woche mitmache. Dazu gehe ich ins Fitnessstudio. Spielen wir sonntags, trainieren wir ab und zu außer der Reihe freitags, damit ich dabei sein kann. Optimal ist es nicht, denn auch den Spielern fehlt der Torwart im Training.

Brüder im Einsatz: Beim SV Rheintal unterlagen Simon und Manuel Eckert gegen das damalige Team von Tobias Gampp (Mitte, heute FC Erzingen) mit 1:2.
Brüder im Einsatz: Beim SV Rheintal unterlagen Simon und Manuel Eckert gegen das damalige Team von Tobias Gampp (Mitte, heute FC Erzingen) mit 1:2. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Sie sind jetzt 34 Jahre alt. Haben Sie schon ans Aufhören gedacht?

Natürlich zwickt es mehr als früher. Vor der Saison hatte ich eine Zeit lang Probleme mit Leiste und Hüfte. So lange mein Körper und meine Freundin mitmachen, spiele ich gern noch weiter.

Fragen: Matthias Scheibengruber