Fußball-Bezirksliga: – Ein mittelschweres Beben hat der 11:2-Sieg des FC RW Weilheim zum Saisonabschluss gegen die Spvgg. Brennet-Öflingen auf Facebook ausgelöst. Zahlreiche User lassen in dem „sozialen Netzwerk“ in erster Linie ihrem Unmut gegenüber der Verlierer aus. Durch diesen hohen Sieg hat Neuling FC RW Weilheim förmlich in letzter Sekunde den Ligaverbleib gesichert. Der in Punktezahl und Tordifferenz gleich stehende FC Wallbach wurde dank mehr erzielter Tore überholt und auf Platz 13 verwiesen.

Die Wallbacher waren gegen den FC Wehr nicht über ein 0:0 hinaus gekommen. Sie haben allerdings noch drei Optionen, dass der erstmalige Abstieg nach elf Jahren in der Bezirksliga verhindert wird. Wenn sich der Freiburger FC (Verbandsliga), der SV Weil (Landesliga) oder der FC Erzingen (Bezirksliga) in den Relegationsspielen durchsetzen, bleiben die Wallbacher oben.

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Durchaus verständlich war die schockierte Reaktion auf die Nachrichten aus Weilheim, wo die Tore in der Schlussphase im Minutentakt fielen. Allerdings waren die Gäste gegen Ende des Spiels „platt“, hatten dem wilden Weilheimer Torwirbel nichts mehr entgegen zu setzen. Wegen Hochzeiten, Verletzungen, Sperren und Urlaub hatte Trainer Urs Keser auf acht Stammspieler verzichten müssen und war froh um jeden Akteur, der sich zur Verfügung stellte. So traf Mike Degelmann erst nach Anpfiff auf dem Nägeleberg ein, er war direkt von der Arbeit gekommen.

Trainer Urs Keser (Spvgg. Brennet-Öflingen): „Dass es so gelaufen ist, dafür schäme ich mich. Aber ich kann die Umstände erklären. Uns war wichtig, zu diesem Spiel anzutreten. Wir haben alles mobilisiert, was möglich war.“
Trainer Urs Keser (Spvgg. Brennet-Öflingen): „Dass es so gelaufen ist, dafür schäme ich mich. Aber ich kann die Umstände erklären. Uns war wichtig, zu diesem Spiel anzutreten. Wir haben alles mobilisiert, was möglich war.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Das mit einigen Spielern aus der Kreisliga C gespickte Team war in den letzten Minuten dieser Partie einfach überfordert. Die Rot-Weißen wussten, dass ihnen nur Tore helfen und trafen aus allen Lagen. Da konnten sich Aushilfstorhüter Manuel Hilpert, der ein Jahr lang nicht trainiert hatte, und der immer wieder nach aushelfende Stürmer Timo Bernauer strecken, wie sie wollten. „Dass es so gelaufen ist, dafür schäme ich mich, aber ich kann die Umstände erklären. Uns war wichtig, zu diesem Spiel anzutreten“, ärgerte sich Keser über Anfeindungen: „Wir haben alles mobilisiert, was möglich war.“

Sportchef Alexander Rindt (FC RW Weilheim): „Jeder, der das Spiel bei uns gesehen hat, weiß, dass alles korrekt gelaufen ist. Wir haben den Brennetern weder etwas geboten, noch haben sie uns etwas geschenkt.“
Sportchef Alexander Rindt (FC RW Weilheim): „Jeder, der das Spiel bei uns gesehen hat, weiß, dass alles korrekt gelaufen ist. Wir haben den Brennetern weder etwas geboten, noch haben sie uns etwas geschenkt.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

„Jeder, der das Spiel bei uns gesehen hat, weiß, dass alles korrekt gelaufen ist“, betont auch Sportchef Alexander Rindt vom FC RW Weilheim, den die Kommentare im Internet ebenfalls böse aufgestoßen sind: „Wir haben den Brennetern weder etwas geboten, noch haben sie uns etwas geschenkt.“

Schließlich wird in den Kommentarspalten der Facebook-Seite von SÜDKURIER-Regiosport von einer Userin sogar über „Manipulation“ spekuliert: „In den großen Ligen waren tausende von Menschen vor Ort und Millionen vor dem TV und es gab trotz allem Manipulationsfälle.“ Aus der Region Lörrach meldet sich ein Kommentator, der überzeugt ist: „Unsportlich sowas... es wird überall nur noch geschoben und so geht der Fußball ganz kaputt.“ Auf Rückfragen der Redaktion bei diesen Kommentatoren zu möglichen Belegen, die die Vermutungen unterstreichen, gab es bislang keine Reaktion.

Völlig entsetzt vom aus der Distanz vernommenen Geschehen – und dass alle Tore erst nach der Pause gefallen sind, davon vier für den FC RW Weilheim in den letzten fünf Minuten – schreibt ein früher überregional aktiver Fußballer den Verlierern ins Stammbuch: „Spieler der Spvgg Brennet schämt euch, charakterlos so eine Einstellung.“ Es gebe nun mal am Saisonende die Situation, dass man auf andere angewiesen sei und „hoffst das diese korrekt mit der Situation umgehen.“ An Erklärungen für die Torflut ohne Interesse empfiehlt er den Brennetern: „hängt bitte heute Abend noch eure Fußballschuhe an den Nagel, oder meldet euch vom Spielbetrieb ab. Sorry absolut kein Verständnis für sowas.“