Video: Scheibengruber, Matthias

Fußball-Bezirksliga: Es ist wie verhext – auch im fünften Jahr gab es für den FC Erzingen beim SV Jestetten nichts zu ernten. Die Gastgeber gewannen vor knapp über 400 Zuschauern das fünfte Heimspiel in Folge gegen den Derby-Nachbarn, und das zweifellos verdient: „Am Ergebnis gibt es nichts zu rütteln“, suchte Trainer Klaus Gallmann, der vor gut einem Jahr an gleicher Stelle mit einer 1:3-Niederlage seinen Einstand beim FC Erzingen erlebt hatte: „Uns fehlten gegen diese kompakte Abwehr einfach die Ideen.“

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In der Tat rannten die Erzinger zumindest vor der Pause vergeblich gegen die Prallwand vor Yannic Frey an. Der Jestetter Torwart hatte keine Langeweile, aber viel tun gab es für ihn auch nicht. Meist hatten Silvan von Ow und seine Nebenleute die zaghaften Angriffe spätestens am Strafraum abgefangen.

Auf der gegenüberliegenden Seite herrschte weniger Souveränität, doch fehlte den Gastgebern phasenweise der Mut, sich in Szene zu setzen. Erst in der 23. Minute zogen sie ersten Nutzen aus dem mangelhaften Erzinger Spielaufbau. Marco Lohr schnappte sich einen unkonzentriert gespielten Ball, bediente Daniel Constantin. Dessen Pass in die Tiefe verwandelte Simon Müller eiskalt, schob sich mit nun acht Treffern an die Spitze der internen Torjägerliste.

Keine Derbystimmung bis zur Pause

Eine Erzinger Reaktion blieb aus, die Partie plätscherte bis zur Pause vor sich hin – Derbystimmung wollte nicht aufkommen. Das änderte sich spätestens in der 55. Minute, als Sandro D’Accurso für Hannes Linke kam. Zuvor hatte Gallmann schon Valentin Loparco und Fabian Binzer gebracht, um das Spiel seiner Elf zu beleben.
D’Accurso wirbelte, kämpfte, ackerte, bot der Jestetter Abwehr die Stirn. Das 1:1 schien eine Frage der Zeit zu sein. Doch weit gefehlt. Nach einem Entlastungsangriff gab es Ecke für die Hausherren. Constantin schlug den Ball vors Tor, Cristian Boscarino, seit elf Minuten auf dem Platz, stand sträflich frei – 2:0.

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Dieses Tor löste die Bremsen, plötzlich wurde das Derby rassig, entsprach jetzt den Erwartungen der Zuschauer. Felix Uhl lief mit dem Ball in den Strafraum, Constantin ging dazwischen – Strafstoß. D’Accurso verwandelte, holte sich schnell den Ball, wollte mehr.

Sandro D'Accurso übermotiviert

Doch mehr ging an diesem Nachmittag nicht. Der übermotivierte D’Accurso ließ sich von Silvan von Ow zu einem Tritt provozieren, hatte Glück mit „Gelb“. Die Jestetter verlegten sich auf Konter – erfolgreich. Raffaele Ponzo bediente Thomas Rangnau (79.) zum entscheidenden 3:1. Martin Rangnau legte drei Minuten vor Schluss das 4:1 mit einem Lupfer über Loris Bendel nach.

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Unrühmlicher Höhepunkt war Gelb-Rot für D’Accurso in der Schlussminute. Cristian Boscarino hatte ihn im Zweikampf „getunnelt“ – zuviel für den impulsiven Italiener, der nachstocherte. Was er Schiedsrichter Simon Wolf zudem nach Spielende erzählt hat, behielt der Unparteiische für sich: „Es war zumindest keine Beleidigung dabei.“

Michele Masi lobt Ersatzspieler

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Michele Masi bereits einen Kaffee gegönnt: „Respekt vor unseren Ersatzspielern“, sah der Jestetter Trainer die „Matchwinner“ auch und vor allem auf der Reservebank: „Schließlich mussten wir in Müller, Moog und Lohr nach und nach drei sehr wichtige Stützen der Mannschaft aus dem Spiel nehmen“, lobte Masi den Torschützen Boscarino und den Vorbereiter Ponzo, die für die entscheidenden Tore verantwortlich zeichneten, und den nach langer Verletzung genesenen Robin Kübler: „Sie kamen rein und haben alles gegeben“

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SV Jestetten – FC Erzingen 4:1 (1:0). – Tore: 1:0 (23.) Müller; 2:0 (67.) Boscarino; 2:1 (69./FE) D’Accurso; 3:1 (79.) Th. Rangnau; 4:1 (87.) M. Rangnau. – SR: Simon Wolf (Rheinfelden). – Z.: 420. – Bes.: GR für D’Accurso (FCE/90.).

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