Video: Scheibengruber, Matthias

Fußball-Bezirksliga: – "Ich habe mich in der Pause auf dem Platz warm gemacht. Deshalb weiß ich nicht, was in der Kabine passiert ist", schmunzelte Joshua Kopp, der ab der 65. Minute beim 2:2 gegen den SV Jestetten seine Punktspiel-Premiere im Trikot des SV Herten feiern durfte. Dass etwas passiert sein musste, war spätestens 58 Sekunden nach Wiederanpfiff klar. Denn da lag der Ball zum 1:2-Anschlusstreffer im Netz des SV Jestetten. Mario Rittwag hatte einen schönen Pass von Philipp Müller ins lange Eck gelupft.

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90 Sekunden später jubelte der SV Herten erneut: Tunahan Kocer hatte einen von Patrick Furlani unabsichtlich verursachten Handelfmeter zum Ausgleich verwandelt. Die Partie war wieder offen, der SV Herten hatte plötzlich Lebenszeichen von sich gegeben.

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Bis zum Seitenwechsel und dem Anschlusstreffer hatte es nur eine einzige Szene gegeben, in der die Gastgeber andeuteten, dass sie überhaupt präsent sind. Und dieser Moment war mehr dem fiesen Westwind als dem Willen zum Sieg geschuldet. Ein hoher Ball von Philip Bitzer in der zweiten Spielminute wurde lang und länger, doch auch Torwart Yannic Frey wurde lang und länger, boxte den Ball an die Latte – auf Kosten des einzigen Hertener Eckballs.

Just nach dieser Aktion stellte der SV Herten nahezu alle Aktivitäten ein. Die Gäste übernahmen das Kommando, spielten Mittelstürmer Simon Müller ins Szene. Der nutzte nach acht Minuten die gewährten Freiheiten zum Führungstreffer und legte in der 20. Minute das 2:0 nach.

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Nach diesem beruhigenden Vorsprung musste sich der SV Jestetten den Vorwurf gefallen lassen, nicht konsequenter aufs dritte Tor gedrängt zu haben. "Wir haben in den zehn Minuten vor der Pause nicht besonders gut gespielt", so Michele Masi, der mit dem Punkt am Ende zufrieden war: "Wir sind nach dem Doppelschlag nicht eingebrochen, sondern hatten durchaus Chancen zum 3:2 in der Schlussphase."

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Richtig heiß – im Vergleich – war die Hertener Chance zum 3:2, die Remo Laisa in der 57. Minute vergeben hatte. Wobei ein Sieg für die Hausherren angesichts der unterirdischen ersten Hälfte zuviel des Guten gewesen wäre.

Und was ist nun in der Pause wirklich passiert? "Wir haben etwas umgestellt", so Trainer Thorsten Szesniak, der sich im ersten Durchgang mehrfach mit Grausen vom Spielfeld abgewendet hatte: "Wir haben falsche Bälle gespielt, waren lethargisch und schauten bei den Toren nur zu", wetterte er: "Aber drauf hauen bringt da ja auch nichts." Also blieb er ruhig, mahnte mehr Disziplin an und wurde umgehend erhört: "Der Doppelschlag tat unserem Spiel gut. Aber danach haben wir es wieder zu locker angehen lassen", monierte Szesniak: "Nach dieser ersten Hälfte ist das ein gewonnener Punkt."

Joshua Kopp (SV Herten): „Ich habe mich in der Pause auf dem Platz warm gemacht. Deshalb weiß ich nicht, was genau in der Kabine passiert ist“
Joshua Kopp (SV Herten): „Ich habe mich in der Pause auf dem Platz warm gemacht. Deshalb weiß ich nicht, was genau in der Kabine passiert ist“ | Bild: Scheibengruber, Matthias
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Erfreulich aus Sicht der Gastgeber. Winter-Neuzugang Joshua Kopp kam nach langer Verletzungspause zum ersten Einsatz: "Er braucht jetzt Spielzeit, um ans Team ran zu kommen", freut sich Szesniak auf einen Youngster mit viel Qualität.

Simon Müller (SV Jestetten): "Im Herbst werde ich den Verein wieder verlassen."
Simon Müller (SV Jestetten): "Im Herbst werde ich den Verein wieder verlassen." | Bild: Scheibengruber, Matthias
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SV Herten – SV Jestetten 2:2 (0:2). – Tore: 0:1 (8.) und 0:2 (20.) beide S. Müller, 1:2 (46.) Rittwag; 2:2 (48./HE) Kocer. – SR: Francesco Natale (Schallbach). – Z.: 95.

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