Fußball-Bezirksliga: – Geradezu euphorisch startet Michael Hägele beim SV Buch in seine dritte Saison. Schließlich gebe es gute Zeichen, dass der Saisonauftakt dieses Mal nicht wieder in die Hosen geht: „Wir haben uns qualitativ und quantitativ verstärken können“, blickt der Trainer, der kürzlich seinen 52. Geburtstag feierte, zufrieden auf sein fünf Neuzugänge und die Vorbereitungsphase: „Bis zu 20 Mann hatten wir in den Trainingseinheiten.“

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Diese Fülle an Spielern führte gar zu dem Novum, dass „ich in Testspielen bis zu neun Mal auswechseln konnte. Wann hat es das beim SV Buch jemals gegeben?“, lacht Hägele zufrieden, ohne in den Glauben zu verfallen, dass nun alles von allein läuft: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ein kleiner Dorfverein sind, der das Glück hat, in der Bezirksliga zu spielen.“

Trainer Michael Hägele (SV Buch): „Das wäre doch früher undenkbar gewesen, dass ein junger Spieler zum SV Buch wechselt, weil er mal höherklassig spielen will.“
Trainer Michael Hägele (SV Buch): „Das wäre doch früher undenkbar gewesen, dass ein junger Spieler zum SV Buch wechselt, weil er mal höherklassig spielen will.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Entsprechend demütig gehe das Team in die Spielzeit, immerhin schon die Neunte seit dem Aufstieg 2011: „Wir haben uns in der Liga einen gewissen Respekt mit unseren bescheidenen Mitteln verschafft“, kann sich Hägele einen kleinen Seitenhieb auf die scheinbar Großen nicht vergleichen: „Da gibt es Vereine mit mehreren Plätzen und einer Infrastruktur, von der wir nur träumen können. Die sollten mal im Winter auf dem Hartplatz in Birndorf trainieren müssen.“

Entsprechend stolz dürfe der SV Buch sein, wenn junge Spieler anklopfen: „Das wäre doch früher undenkbar gewesen, dass ein junger Spieler zum SV Buch wechselt, weil er mal höherklassig spielen will.“ Allerdings, schränkt Hägele ein, sei die Bezirksliga wohl auch das Ende der Fahnenstange: „Wir haben sicher das Potenzial, auch einmal um Platz fünf oder sechs zu spielen. Vor allem mit unseren jungen, hungrigen Spielern. Aber zuerst steht für uns ganz klar der Ligaverbleib auf dem Plan.“

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Dass diese Zielsetzung einen Trainer manchmal auch Nerven kosten kann, spürte Hägele im vergangenen Frühjahr: „Als nach dem Sieg gegen den SV Jestetten am Gründonnerstag klar war, dass wir oben bleiben, war auch die Luft irgendwie raus.“ Prompt folgte eine Negativserie, bis Saisonende gelang kein Sieg mehr. Allein deshalb gelte es, diese Spirale zu stoppen.

Fehlstarts wie in den vergangenen beiden Jahren wolle man sich zwar nicht mehr leisten. Aber Bange machen gilt auch nicht beim SV Buch: „Ich will die letzte Saison nicht schlecht reden“, betont Hägele: „Wir standen am neunten Spieltag noch auf dem letzten Platz und haben uns nach oben gearbeitet. Das war eine sehr starke Leistung.“