Fußball-Bezirksliga: – Mit einer Toreflut in Weilheim und Schönau sowie zwei spektakulären Rekorden wurde die Saison 2018/19 beendet. Als Meister wurde der Titelfavorit SV 08 Laufenburg vom ersten Spieltag weg seiner Rolle gerecht. Die Elf von Trainer Michael Wasmer brachte mit einem 2:0 beim TuS Efringen-Kirchen das berühmte „Päckle“ auf Reisen und verabschiedete sich 30 Spiele später mit einem 7:3 gegen den SV Herten zum dritten Mal nach 1972 und 2013 aus dem bezirklichen Fußball.

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Der Meister legte nicht nur eine erstaunliche Konstanz an den Tag, sondern auch bis zum letzten Match einen Willen zum Sieg. Als durch die Liga jagendes Wolfsrudel sahen sich die Protagonisten in schwarz und weiß und fanden im übertragenen Sinne auch ihre Opfer. Sämtliche Tabellen – Vorrunde und Rückrunde, Heimspiele und Auswärtsspiele – sehen den SV 08 Laufenburg vorn. Vor allem die zweite Halbserie glich einem Sprint über die Hürden, die angesichts der Dominanz immer kleiner wurden. Einzig beim SV Jestetten (2:2) und beim SV Buch (3:3) wurde der Wasmer-Express leicht gebremst. Alle anderen Spiele wurden gewonnen.

Das Päckle ist angekommen: Nach jedem Spiel präsentierte Trainer Michael Wasmer seinen Spielern ein kleines Paket. Als der Titel perfekt war, wurde es geöffnet. Der Inhalt: Ein kleiner Wolf.
Das Päckle ist angekommen: Nach jedem Spiel präsentierte Trainer Michael Wasmer seinen Spielern ein kleines Paket. Als der Titel perfekt war, wurde es geöffnet. Der Inhalt: Ein kleiner Wolf. | Bild: Scheibengruber, Matthias
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So erklärt sich auch der Torrekord, den die Laufenburger in den 30 Spielen auf 129 Tore schraubten. Einen Bärenanteil an der Ausbeute hatten die „Wölfe“ Sandro Knab mit unfassbaren 47 Toren (1,8 pro Spiel) und Bujar Halili, dem 32 Treffer gelangen. Die restlichen 50 Tore verteilen sich auf 14 Spieler des Kaders. Auf dem internen dritten Platz rangiert Rudel-Welpe Julian Völz, der im Sommer von den A-Junioren kam.

Erfolgsgaranten: Trainer Michael Wasmer (Mitte) führte den SV 08 Laufenburg gemeinsam mit seinem Co-Trainer Marc Schikowski (rechts) und Torwartrainer Raffaele Cella nah zwei Jahren zurück in die Landesliga.
Erfolgsgaranten: Trainer Michael Wasmer (Mitte) führte den SV 08 Laufenburg gemeinsam mit seinem Co-Trainer Marc Schikowski (rechts) und Torwartrainer Raffaele Cella nah zwei Jahren zurück in die Landesliga. | Bild: Jürgen Rudigier

Völz ist wie Luca Schmidt und Felix Schmidle ein Beweis für den homogenen Kader. Es gibt natürlich Führungsspieler, aber die Youngster werden nicht geduldet, sondern sind zu festen Größen gewachsen. Trainer Michael Wasmer hat mit Co-Trainer Marc Schikowski und Torwart-Trainer Raffaele Cella ein Team geformt, das innerhalb und außerhalb des Platzes funktioniert. Was nicht zuletzt bei der Meisterparty im Anschluss an das Spiel gegen den SV Herten zu sehen und zu spüren war.

Das ist das Ding: Mit dieser Torjägerkanone aus dem Medienhaus SÜDKURIER wird Sandro Knab vom SV 08 Laufenburg für 47 Saisontore ausgezeichnet. Die Vergabe erfolgt in Zusammenarbeit mit der Badischen Staatsbrauerei Rothaus, die für die Mannschaft zehn Kisten „Tannenzäpfle“ springen lässt.
Das ist das Ding: Mit dieser Torjägerkanone aus dem Medienhaus SÜDKURIER wird Sandro Knab vom SV 08 Laufenburg für 47 Saisontore ausgezeichnet. Die Vergabe erfolgt in Zusammenarbeit mit der Badischen Staatsbrauerei Rothaus, die für die Mannschaft zehn Kisten „Tannenzäpfle“ springen lässt. | Bild: Waibel, Markus
Stimmungsmacher: Sandro Knab feiert als Rekordtorschütze den Titel mit dem SV 08 Laufenburg.
Stimmungsmacher: Sandro Knab feiert als Rekordtorschütze den Titel mit dem SV 08 Laufenburg. | Bild: Jürgen Rudigier

Dass die Liga für die Null-Achter kaum mehr eine Herausforderung gewesen ist, bekam vor allem Vizemeister FC Erzingen zu spüren, der sowohl im Hinspiel (6:1) als auch zu Hause im Rückspiel beim 2:5 ordentlich in die Schranken gewiesen wurde. So wollte Trainer Klaus Gallmann selbst in Zeiten, als der Titel noch rechnerisch möglich war, darüber nicht spekulieren: „Die sind eine Klasse für sich.“

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Nun haben es die Erzinger gegen die SG Nordweil/Wagenstadt in Hin- und Rückspiel in der Hand, den Null-Achtern, 13 Jahre nach dem bitteren Abstieg im Jahr 2006, in den überregionalen Fußball zu folgen. Um diese Chance hätte auch der FC Wittlingen gern gespielt. Doch nach dem tollen 3:1-Finalsieg im Rothaus-Bezirkspokal gegen den SV 08 Laufenburg und der folgenden 1:2-Niederlage beim FC Erzingen, war die Luft im Kandertal wohl raus.

Nervenstark: Bujar Halili (rechts, gegen David Hoffmann vom FC Wehr), mit 32 Toren zweibester Torschütze des SV 08 Laufenburg und der Liga, avancierte mit sieben Treffern zum Elfmeterkönig der Bezirksliga.
Nervenstark: Bujar Halili (rechts, gegen David Hoffmann vom FC Wehr), mit 32 Toren zweibester Torschütze des SV 08 Laufenburg und der Liga, avancierte mit sieben Treffern zum Elfmeterkönig der Bezirksliga. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Spannender war bis zuletzt der Abstiegskampf. Noch am letzten Spieltag stand kein definitiver Absteiger fest. Neben den vier Clubs unter dem Strich waren auch der FC Wallbach und der FC Schönau, dem die Rettung durch ein 11:3 gegen den VfB Waldshut gelang, noch gefährdet.

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Im Moment ist nur sicher, dass der FC Wehr und die Spvgg. Brennet-Öflingen ab August wieder in der Kreisliga A spielen müssen. Eventuell folgen ihnen der FC Wallbach und/oder SV Weil II. Beide Mannschaften müssen den regionalen Relegations-Teilnehmern die Daumen für den Aufstieg drücken, dann wird es vielleicht noch etwas mit dem Ligaverbleib.

Abflug: Sowohl Aytekin Güngör (links) mit dem FC Wehr als auch Marcel Leitner mit der Spvgg. Brennet-Öflingen haben den Verbleib in der Bezirksliga nicht geschafft.
Abflug: Sowohl Aytekin Güngör (links) mit dem FC Wehr als auch Marcel Leitner mit der Spvgg. Brennet-Öflingen haben den Verbleib in der Bezirksliga nicht geschafft. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass alle drei Aufsteiger von 2018 – FC RW Weilheim, SV Herten und VfB Waldshut – in der Liga bleiben. Im vergangenen Jahr stiegen alle drei Neulinge – FC Schlüchttal, FC Geißlingen und Bosporus FC Friedlingen – umgehend wieder in die Kreisliga A ab.

Nervenstarker Bujar Halili lässt am Elfmeterpunkt nichts anbrennen

Was wäre der Fußball ohne Tore? 1045 Treffer gibt die offizielle Tabelle auf „fussball.de“ an, allerdings wurden drei Spiele am „grünen Tisch“ mit 3:0 gewertet.

  • Torrekord: Bis auf den SV 08 Laufenburg sagen alle Clubs die Null-Achter als Meister voraus. Zu knapp waren sie 2018 erst am VfR Bad Bellingen und danach in der Relegation an der Spvgg. Untermünstertal gescheitert. Die Vorschusslorbeeren waren zu recht vergeben worden. Mit 129 Toren wurde der Rekord des FC Wehr, 118 Tore in der Saison 1984/85 – damals mit einem gewissen Uwe Wassmer – pulverisiert.
  • Torjägerrekord: Angesichts der Laufenburger Dominanz wurde früh spekuliert, ob es Sandro Knab schaffen würde, den 2018 auf 46 Tore geschraubten Rekord von Tim Siegin (VfR Bad Bellingen) zu erreichen. Knab betonte stets, dass ihm Tore der Mannschaft wichtiger seien. Spätestens nach dem 12:0 gegen den SV Weil II, als Knab rekordverdächtige sieben Tore erzielte, war klar, dass nun die Siegin-Marke geknackt werden sollte: „Alle für Sandro“, gab Meistertrainer Michael Wasmer die Losung aus. Beim finalen 7:3 gegen den SV Herten mit drei Knab Treffern war es geschafft. die neue Marke steht bei 47. Hinter Knab und Halili folgen auf Platz drei gemeinsam Alexander Herbst (FC Wittlingen) und Kevin Keller (FV Lörrach-Brombach II) mit 23 Toren, sowie Tunahna Kocer (22) vom SV Herten.
  • Elfmeter-Könige: 93 Mal wiesen die Unparteiischen in der abgelaufenen Saison auf den Punkt, der gern als ominös bezeichnet wird. Eine „Hand-Elfmeter-Diskussion“ wie in der Bundesliga blieb übrigens aus. Bester Schütze ist Laufenburgs Bujar Halili, der alle seine sieben Strafstöße verwandelte. Die meisten Strafstöße bekam der FC Wittlingen zugesprochen. Alle 13 Versuche der fünf Schützen gingen ins Netz. Als nervenstarke Spieler entpuppten sich Salvatore Di Mattia (4 Treffer), Alexander Herbst, Imad Kassem Saad (je 3) Richard Lorenz (2) und Yannick Böhler (1). Erstaunlicherweise kassierte der FC Wittlingen auch die meisten „Elfer“. Zehn Mal sahen sich die Torhüter Josef Hergenreiter und Aykut Kaya einem Schützen gegenüber, Kaya parierte zwei Mal. Nur zwei Strafstöße bekam wurden der Spvgg. Brennet-Öflingen zugesprochen, einen verwandelte Denis Götz. Nur zwei Mal musste sich Torwart Simon Eckert (SV Buch) bewähren. Albert Flato (FC Wallbach) verwandelte, Tunahan Kocer scheiterte an Eckert.
  • Joker-Qualität: Sage und schreibe 103 Treffer wurden von eingewechselten Spielern erzielt. Allein sechs Tore fielen so beim 11:2 des FC RW Weilheim, mit 15 Treffern somit bestes Joker-Team, gegen die Spvgg. Brennet-Öflingen, die auf diese Weise 16 Tore kassierte. Top-Joker mit je vier Toren wurden Leon Boos (FC Zell), Luca Grabe (FC RW Weilheim) und Maximilian Stockkamp (FC Wallbach). Nur ein einziges Joker-Tor kassierte der SV Buch. Nils Mühlenweg kam in Minute 83 und traf nach 60 Sekunden für den VfB Waldshut zum 2:1-Sieg. (gru)