Fußball-Bezirksliga: – Dass seine vierte Station nicht zu den einfachsten Aufgaben seiner Trainerkarriere zählen würde, war Michele Masi schon in dem Augenblick klar, als er dem FC Tiengen 08 die Zusage gab, das Team zur neuen Saison zu übernehmen. Aber Masi, zuletzt fünf Jahre lang beim SV Jestetten am Ruder, sieht keinen Grund, an seiner Mission zu zweifeln: „Die Mannschaft steht vor einem gewaltigen Umbruch. Der Kader ist kaum noch mit dem letztjährigen Aufgebot zu vergleichen.“

Trainer Michele Masi (FC Tiengen 08): „An eine umgehende Rückkehr in die Landesliga denken wir überhaupt nicht. Viel wichtiger ist, dass sich hier etwas Neues entwickeln kann.“
Trainer Michele Masi (FC Tiengen 08): „An eine umgehende Rückkehr in die Landesliga denken wir überhaupt nicht. Viel wichtiger ist, dass sich hier etwas Neues entwickeln kann.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Entsprechend gehe sein Blick nach vorn, betont der Trainer: „Was in der Vergangenheit war, interessiert niemanden mehr. Es ist unsere Aufgabe, die jungen Spieler fit zu machen, dass sie als Aktive bestehen können.“ Für diesen Kraftakt benötigt Masi aber nicht nur Co-Trainer Mathias Hertweck, der mit ihm aus Jestetten ins Langensteinstadion gewechselt ist: „Jeder Beteiligte muss sein Bestes geben“, appelliert der 46-Jährige an den Teamgeist des gesamten Vereins: „Es ist vor allem Geduld gefragt, soviel wie vielleicht noch nie – sowohl in der Mannschaft als auch im Umfeld des FC Tiengen 08.“

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Wenn erkannt werde, mit welchem Ehrgeiz der Kader die kommenden Aufgaben angeht, sei ihm um die Akzeptanz nicht bang, erklärt Masi: „Gestandene Spieler wie Martin Hackenberger, Tomas Masek, Sven Maier und Rückkehrer Erdal Kizilay, der nach einem Jahr vom FC Schlüchttal zurück gekommen ist, gehen vor. Sie wissen um ihre Verantwortung – und sie nehmen diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten an“, weiß Masi, dass hin und wieder auch seine Geduld auf den Prüfstand gestellt wird: „Studiert ein Fußballer nun mal oder steht in Schichtarbeit, kann er eben nicht in jedem Training dabei sein.“

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Große Stücke hält Masi vor allem auf die jungen Akteure, die in der kommenden Saison „zweispurig“ fahren werden: „In Absprache mit Holger Kostenbader, der die A-Junioren übernommen hat, wird jeweils vor den Wochenenden geklärt, ob ein A-Junior bei ihm oder bei uns spielt – oder ob er sogar zwei Spiele bestreiten kann“, deutet Michele Masi an, dass künftig viel Flexibilität gefragt ist: „Jedenfalls sind die Jungs mit Feuereifer dabei und deuten immer wieder ihr großes Potenzial an. Wir werden sehen, wie sie die eventuell anstehende Doppelbelastung wegstecken.“

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Unter Druck werde er gerade die Youngster beim FC Tiengen 08 nicht setzen: „Wir haben keine sportliche Vorgabe für die neue Saison“, betont Masi, dass er sich über die Tatsache, dass Absteiger aus der höheren Klasse automatisch zum Favoritenkreis zählen, keinerlei Gedanken macht: „An eine umgehende Rückkehr in die Landesliga denken wir überhaupt nicht. Viel wichtiger ist, dass sich hier etwas Neues entwickeln kann. Wir müssen realistisch bleiben.“

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Die Ansätze in der Vorbereitung seien gut, deutet Masi an, dass von Frust nach dem miserablen Landesliga-Jahr nicht viel zu spüren ist: „Auch wenn bei der Trainingsbeteiligung noch Luft nach oben ist, zeigt die Mannschaft eine gute Einstellung. Im Training wird ordentlich Tempo gemacht. Die Spieler wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.“