Fußball-Bezirksliga: – Das haben sie echt clever gemacht, die Jungs von Riza Bilici. Der Trainer von Aufsteiger Bosporus FC Friedlingen muss selbst schmunzeln, wenn er an den Husarenstreich seiner Elf in der Kreisliga A, West denkt: „Wir waren im richtigen Moment zur Stelle.“ Wochenlang agierte das Team im Windschatten von Tabellenführer TuS Stetten. Als der im letzten Saisonspiel ausgerechnet bei Absteiger SV Karsau mit 1:3 patzte, zog Bosporus noch vorbei.

Trainer Riza Bilici (BFC Friedlingen): „Wir sind zusammengerückt, wie in einer Familie. Deshalb war der Meistertitel der verdiente Lohn.“
Trainer Riza Bilici (BFC Friedlingen): „Wir sind zusammengerückt, wie in einer Familie. Deshalb war der Meistertitel der verdiente Lohn.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Uneingeschränkt glücklich ist Riza Bilici über diesen Coup nicht, auch wenn er den Titel als „absolut verdient“ ansieht: „Mir tut es ehrlich leid um meinen Freund Sascha Müller“, erklärt der 39-Jährige, der vor eine knappen Dekade selbst noch beim TuS Stetten gespielt hat.

Die Zeit des Feierns ist in Friedlingen allerdings vorbei. Die Konzentration gilt der neuen Saison, die Bilici akribisch angehen will. Schließlich ist die Erinnerung ans Spieljahr 2017/18 noch nicht verblasst. Vor zwei Jahren stieg der Club schon einmal auf, wurde mit Vorschusslorbeeren überschüttet – und verabschiedete sich sang- und klanglos zurück in die Kreisliga A.

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Damals sei vieles schief gelaufen, erinnert sich Bilici, fest davon überzeugt, dass „wir eine spielstarke Mannschaft haben, die eine gute Rolle spielen wird.“ Wichtig sei, dass die Jungs in der Rückrunde zu einer verschworenen Einheit wurden: „Wir sind zusammengerückt, wie in einer Familie. Deshalb war der Meistertitel der verdiente Lohn.“

Weil der Kader nahezu unverändert geblieben ist, geht Bilici zuversichtlich ins zweite Bezirksliga-Jahr des 2017 von Bosporus Weil und FC Friedlingen gegründeten Vereins: „Die Jungs wissen, um was es geht. Ausreden gibt es in der Bezirksliga nicht. Dass wir vor allem mit den spielstarken Mannschaften mithalten können, wissen wir nicht erst seit den Testspielen in der Winterpause. Die eher technische Spielweise in der Bezirksliga kommt uns entgegen.“

Ein großer Vorteil des Kaders sei die gesunde Mischung: „Wir haben einige Routiniers wie Deniz Kutlutürk oder Servet Ay-Güven und dazu etliche junge, vielversprechende Spieler. Es passt einfach und es gibt keine Hierarchie – jeder Spieler ist gleich viel wert im Team.“