Fußball-Bezirksliga: – Außergewöhnliche Situationen erfordern eben außergewöhnliche Maßnahmen. „Wir standen vor der Wahl, entweder eine Mannschaft aus dem Spielbetrieb zu nehmen oder diesen neuen Weg zu gehen“, bringt es Steffen Schramm auf den Punkt. Der 33-jährige Berliner, der vor Jahren aus beruflichen Gründen in die Grenzecke gekommen ist, hat beim FV Lörrach-Brombach II als bisheriger Trainer der „Dritten“ die Nachfolge von Daniel Schulz angetreten, aber nicht nur das: „Es gibt keine konkrete Kadertrennung dieser beiden Mannschaften mehr. Wir sprechen von der Reserve, die zwei Mannschaften in der Bezirksliga und der Kreisliga A stellt“, so Schramm.

Das könnte Sie auch interessieren

Klingt kompliziert, ging aber nicht anders: „Wir haben das Präsidium hinter uns und gehen zuversichtlich in eine Saison, die für alle Beteiligten einen hohen Aufwand bringt“, ist Schramm froh, in Thorsten Meier und Ronny Leonhardt zwei kompetente Co-Trainer an seiner Seite zu wissen. Das Trio leistete in den vergangenen Wochen bei den Spielern viel Überzeugungarbeit: „Das hat gefruchtet. Es ist keiner abgesprungen. Alle Mann ziehen mit.“

Trainer Stzeffen Schramm (FV Lörrach-Brombach II): „Wir hätten eine Mannschaft aus dem Spielbetrieb nehmen müssen, wenn das neue Konzept nicht überzeugt hätte.“
Trainer Stzeffen Schramm (FV Lörrach-Brombach II): „Wir hätten eine Mannschaft aus dem Spielbetrieb nehmen müssen, wenn das neue Konzept nicht überzeugt hätte.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Plan B blieb demnach in der Schublade: „Wir hätten eine Mannschaft aus dem Spielbetrieb nehmen müssen, wenn das neue Konzept nicht überzeugt hätte“, ist Schramm sicher: „Das wollten und konnten wir uns aber nicht leisten. Es hätten viele Spieler gehen müssen. Schließlich wollen wir den jungen Fußballern auf absehbare eit die Möglichkeit geben, hier zu spielen und Spaß zu haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Neben dem Spaß soll aber auch die Leistung stehen: „Der Kader ist völlig neu formiert“, so Schramm, der im Moment jedem Akteur die Möglichkeit bietet, sich für das Bezirksliga-Team zu empfehlen. Diese Mannschaft werde es sicher schwer haben in der Liga, sollte aber den Verbleib schaffen: „Das hat für uns oberste Priorität. Im Sommer 2020 stoßen zahlreiche Jugendspieler zu den Aktiven. Die brauchen eine gute Perspektive im Verein“, betont Schramm, dass auch die Tür zur Verbandsliga nicht dicht sei: „Erkan Aktas hat zwar seinen festen Kader, wird uns aber sicher immer wieder Spieler zur Verfügung stellen, die sich bei uns für höhere Aufgaben empfehlen können.“

In der neuen Reserve-Struktur sieht der Trainer, der demnächst seine C-Lizenz in der Tasche haben wird, nicht nur ein spannendes Experiment, sondern auch eine Chance für die Spieler und Trainer: „Wir betreiben einen hohen Aufwand, nicht nur in der Vorbereitung. Dank unserer drei Trainer haben wir die Möglichkeit, individueller zu trainieren, da die Gruppen größer sind. Außerdem kann man mit formschwachen oder nach einer Verletzung genesenen Spielern spezielle Einheiten absolvieren.“

Und wer künftig wo spielt, werde sich vor allem durch entsprechendes Engagement zeigen: „Wir haben allerdings viel mehr Möglichkeiten bei der Aufstellung. Einzig, und diesem Risiko ist sich Schramm durchaus bewusst, müsse die Stammspieler-Regelung immer im Auge behalten werden: „Es gibt in der heutigen digitalen Welt durchaus Möglichkeiten, den Überblick zu behalten“, schmunzelt er: „Eine Sekretärin zur Verwaltung brauchen wir nicht.“

Schramm wird in der anstehenden Runde gemeinsam das Bezirksliga-Team vor Ort betreuen. Ronny Leonhardt, der nach wie vor auch in der Kreisliga-Mannschaft spielt, agiert dann als Spielertrainer: „Wir konnten die Spiele so legen, dass es nur sechs Mal vorkommt, dass beide Mannschaften parallel im Einsatz sind“, deutet Schramm an, dass er als Cheftrainer der Reservisten nach Möglichkeit beide Mannschaften gleichermaßen im Auge haben wird.