Fußball-Bezirksliga: – „Die Sache kann ein Nachspiel haben“, deutete Trainer Michael Schwald nach dem 0:1 beim nunmehr vor dem Abstieg geretteten SV Herten an, dass der FC Zell die Vorkommnisse rund um den Foulelfmeter, den Alessio Paciulli an Ralf Senn verursacht hatte, in der 53. Minute intern prüfen will.

Aus Sicht der Gäste hat Jan Sigel die Partie nicht den Regeln gemäß fortgesetzt, nachdem er das vermeintliche Tor von Fabio Muto nicht anerkannt hatte: „Zwei unserer Spieler waren wohl zu früh in den Strafraum gelaufen“, ist Schwald davon überzeugt, dass Sigel diesen Umstand bewertet hat: „Wenn die Spieler zu früh rein laufen, muss er den Strafstoß wiederholen lassen.“

Siegtreffer: Tunahan Kocer (links, auf dem Archivbild gegen Erzingens Tobias Gampp) erzielte mit seinem 20. Saisontor das Tor zum wichtigen 1:0-Sieg des SV Herten gegen den FC Zell.
Siegtreffer: Tunahan Kocer (links, auf dem Archivbild gegen Erzingens Tobias Gampp) erzielte mit seinem 20. Saisontor das Tor zum wichtigen 1:0-Sieg des SV Herten gegen den FC Zell. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Doch Sigel hatte nach seinem Pfiff nicht zur Wiederholung gebeten, sondern die Partie mit einem indirekten Freistoß für den SV Herten fortgesetzt. Offensichtlich hatte er einen wohl zu sehr verzögerten Anlauf von Muto als „Unsportlichkeit„ bewertet – und dann im Sinne der Regeln völlig korrekt entschieden.

Diese Sichtweise mag Schwald nicht teilen: „Fabio hat zwar etwas verzögert, ist aber nie komplett stehen geblieben. Es war ein Anlauf in einem Ablauf. Das darf er auf keinen Fall abpfeifen“, zeigte sich Schwald fest davon überzeugt, dass dem Unparteiischen mit einer falschen Spielfortsetzung ein dicker Fehler unterlaufen ist.

Weder die „Zu früh reingelaufen-Variante“ noch die „Abstopp-Variante“ wollten Beobachter des SV Herten bestätigen: „Da sind Spieler zu früh rein gelaufen, das stimmt durchaus“, so Sportchef Matthias Tröndle. Co-Trainer Musah Musliu erklärt: „Verzögert hat Muto schon, vielleicht ist er auch kurz stehen geblieben. Wir sind uns nicht sicher, wie der Schiri die Szene tatsächlich bewertet hat.“

Musliu, der den erkrankten Thorsten Szesniak vertrat, versuchte zu beschwichtigen: „Ich habe vergeblich rein gerufen, dass er den Elfer einfach wiederholen lassen soll.“ Was der Entscheidung des Schiedsrichter zu Grunde gelegen habe, wisse er nicht, so Musliu: „Wir hatten keine Möglichkeit, das in Erfahrung zu bringen.“

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Weitaus klarer sei eine Situation in der Schlussphase gewesen, als Philipp Müller auf dem Weg zum Tor den Ball über den herauseilenden Tobias Fräßle lupfen wollte und der Zeller Torwart außerhalb des Strafraums mit der Hand abwehrte: „Wir waren der Meinung, dass es hier die rote Karte geben müsste“, so Sportchef Matthias Tröndle zur zweiten strittigen Szene.

Für Michael Schwald war die Verwarnung indessen korrekt: Tobias macht sich breit, berührt den Ball mit Brust und Hand. Er ist vor dem Gegenspieler am Ball und verhindert keine klare Torchance.“

Neben diesen beiden Aufregern bot die Partie nicht viel Spektakuläres. „Wir sind selbst schuld, dass wir verlieren“, so Michael Schwald: „Im ersten Abschnitt kam nicht viel von uns. Da haben die Gastgeber mehr Möglichkeiten, in Führung zu gehen.“ Nach der Pause wurden die Zeller stärker, bekamen dann den ominösen Strafstoß: „Wenn wir hier 1:0 vorn liegen, gewinnen wir das Spiel auch“, war Schwald überzeugt, dass die aus seiner Sicht falsche Entscheidung von Jan Sigel entscheidend war.

So nutzte der SV Herten einen Aussetzer der Gästeabwehr zum Siegtreffer, der den Ligaverbleib bedeutet. Nach einer kurz ausgeführten Ecke schaltete Tunahan Kocer blitzschnell und versenkte die Kugel zum 1:0 für den Aufsteiger.

SV Herten – FC Zell 1:0 (0:0). – Tor: 1:0 (76.) Kocer. – SR: Jan Sigel (Waldshut-Tiengen). – Z.: 160. – Bes.: SR Sigel annulliert FE von F. Muto (FCZ/53.) wg. Unsportlichkeit.

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