Fußball-Bezirksliga: – Tiziano Di Domenico muss kurz lachen: „Wer uns zum Titelfavoriten erklärt, weiß nicht, was sich in der Sommerpause in unserem Kader getan hat“, schmunzelt der 48-jährige Trainer, der beim FC Wittlingen in die vierte Saison geht. In der Tat seien einige viel versprechende Spieler gekommen, aber – und das streicht Di Domenico heraus – hätten einige Routiniers das Team verlassen.

Trainer Tiziano Di Domenico (FC Wittlingen): „Wir haben uns die Chance gegeben, mit diesem Kader in den nächsten zwei, drei Jahren vorn mitzuspielen. Ich sehe da gute Perspektiven, wenn wir zusammenbleiben.“
Trainer Tiziano Di Domenico (FC Wittlingen): „Wir haben uns die Chance gegeben, mit diesem Kader in den nächsten zwei, drei Jahren vorn mitzuspielen. Ich sehe da gute Perspektiven, wenn wir zusammenbleiben.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

„Einen so gewaltigen Erfahrungsschatz den Witalij Arsentjew, Salvatore Di Mattia, Eugen Eckermann und Daniel Stammler besitzen, kannst du nicht einfach so kompensieren“, betont Di Domenico: „Im vergangenen Spieljahr hatten wir einen Schnitt von über 27 Jahren. In dieser Saison starten wir mit 23,8 Jahren.“ Und hätte sich nicht ein Routinier wie Patrick Sorg mit seinen 33 Jahren entschlossen, gemeinsam mit Marco Hermann und Danilo Avellina vom FV Lörrach-Brombach ins Kandertal zu wechseln, wäre der Altersschnitt noch weiter gesunken.

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Allerdings bestreitet der Wittlinger Trainer auch nicht, dass seine Elf auch in dieser Saison die Qualität habe, vorn mitzuspielen: „Deshalb sehe ich uns vielleicht als einen Titelkandidaten, aber sicher nicht als Titelfavoriten.“ Der FC Wittlingen habe nach neun Zugängen im vergangenen Jahr nun die zweite Stufe des Umbruchs gezündet: „Wir haben uns die Chance gegeben, mit diesem Kader in den nächsten zwei, drei Jahren vorn mitzuspielen. Ich sehe da gute Perspektiven, wenn wir zusammenbleiben.“

Schließlich gebe es nach zuletzt zwei dritten Plätzen in Folge einige Spieler, die im besten Fußballalter seien und vielleicht doch noch einmal eine Etage höher spielen wollen: „Durch diese gute Mischung werden die jungen, noch unerfahrenen aber doch sehr ambitionierten Spieler von den Etablierten mitgezogen.“ In der Vorbereitung gewann der Trainer so schnell den Eindruck, dass das verjüngte Team zügig zusammen wächst.

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Nach dem Aufstieg des SV 08 Laufenburg, dessen Mannschaft letztlich zu gut für die Bezirksliga gewesen sei, sehe er keinen Nachfolger dieser Güte. Es werde eine breite Spitze geben, vermutet Di Domenico und nennt im Kreise seiner Kandidaten neben Vizemeister FC Erzingen auch den Neuling Bosporus FC Friedlingen, sollte der gelernt haben, seine spielerische Qualität auf den Platz zu bringen, aber auch Teams wie der FC Zell, der SV Jestetten und der FC Schönau, mit denen immer zu rechnen sei.

Den eigentlichen und persönlichen Top-Favoriten wird Tiziano Di Domenico indessen bereits im ersten Ligaspiel in Wittlingen begrüßen: „Angesichts der vielen erfahrenen Spieler, die der VfB Waldshut zum ohnehin schon starken Kader geholt hat, sehe ich diese Mannschaft ganz vorn mit dabei“, so Di Domenico, der sich nur ungern ans letzte Duell erinnert: „Das war eine harte Nummer, bis unser 2:0-Sieg im März klar war.“