Fußball, Aufstieg zur Landesliga: FC Erzingen – SG Nordweil/Wagenstadt 1:3 (0:0)

Video: Welte, Gerd

Tore: 0:1 (56.) Buehler; 1:1 (68./FE) D‘Accurso; 1:2 (81.) Scheerer; 1:3 (90.+5) Herrmann. – SR: Sven Pacher (Brigachtal). – Z.: 1380.

Aufstiegsspiele sind Feste des Fußballs. Die Gäste, mit drei Bussen angereist, zauberten im Erzinger Vereinsheim mit der „Schwarzen Natascha“, fast professionell uinter den Klängen einer „Quetschkommode“ vorgetragen, einen Hauch von Malle herbei.

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Auch die treuen Erzinger Fans unterstützten ihre Jungs lautstark und ließen vor der Partie farbige Rauchschwaden in den Klettgauer Himmel aufsteigen. 1380 Zuschauer sprechen für sich – es war ein Festtag in der Vereinsgeschichte des FC Erzingen, der nicht nur den Kassierer erfreute.

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Dass allerdings die Gäste nach 90 Minuten den Aufstieg in die Landesliga feiern durften, war nicht nach dem Geschmack der Gastgeber. Mit dem 2:2 aus dem Hinspiel hatten sie alle Trümpfe in Händen gehalten und schlichen dann doch mit 1:3 als Verlierer vom Platz.

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„Der Sieg der SG Nordweil/Wagenstadt war nicht ganz unverdient“, drückte sich der Erzinger Trainer Klaus Gallmann vorsichtig aus und gratulierte den Gegnern zum großen Coup, der seiner Mannschaft verwehrt geblieben war.

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Die Erzinger mussten auf Manuel Göbel (Flitterwochen) und Urlauber Loris Bendel – für ihn hütete Diego Gonzalo Cambero das Tor – verzichten. Cambero machte seine Sache ganz gut. „Er hat eine super Partie gemacht“, lobte ihn Gallmann.

Zur Sache: Der Erzinger Julian Göbel (rechts) kommt gegen Gäste-Torwart Pascal Reiner nicht zum Zug.
Zur Sache: Der Erzinger Julian Göbel (rechts) kommt gegen Gäste-Torwart Pascal Reiner nicht zum Zug. | Bild: Neithard Schleier

Die Partie begann fast ein bisschen zäh. Den Gastgebern hätte nach dem 2:2 im Hinspiel ein torloses Remis gereicht. Viele hatten da das Gefühl, dass sie mit angezogener Handbremse auftraten. Klar, dass die Gäste da eher in der Pflicht waren. Außer einem Schuss von Kai Hensle, der von Cambero pariert wurde, kam aber auch bei ihnen nichts zustande. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Viel kurzweiliger wurde die zweite Hälfte. In der 56. Minute sprang Jonas Buehler nach einer Flanke am höchsten und erzielte per Kopf die Führung für die Gäste.

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Nur sechs Minuten später lief Kai Hensle mutterseelenallein auf das Erzinger Tor zu, doch Cambero rettete in höchster Not. Das wäre wahrscheinlich schon die Entscheidung gewesen, hätte der Hensle die Nerven behalten.

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Stattdessen keimte wieder Hoffnung im Erzinger Lager auf. Spätestens als Sandro D‘Accurso in der 68. Minute von den Beinen geholt wurde und er selbst den fälligen Strafstoß zum 1:1 verwandelte, durften die Gastgeber wieder vom Aufstieg träumen. Das 1:1 hätte dafür gereicht – dank der mehr geschossenen Auswärtstore.

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Es spricht für die Moral der Gäste, dass sie die Hoffnung nicht aufgaben und sogar noch einen Zahn zulegten. Knappe zehn Minuten waren noch zu spielen, als ein Traumtor der SG Nordweil/Wagenstadt die Entscheidung herbei führte. Aus gut 20 Metern hämmerte Nico Scheerer den Ball unhaltbar in die Maschen. „So ein Ding holt er ausgerechnet gegen uns raus“, ärgerte sich Klaus Gallmann.

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Nico Scheerer stellte in der Nachspielzeit mit dem 3:1 das Endergebnis her.

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Während die Gäste kurz danach ihre Party starteten, schlichen die Erzinger von dannen. Enttäuscht hatten sie sicher nicht. Für den Aufstieg in die Landesliga waren sie an diesem Tag aber einfach nicht gut genug.

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Klaus Gallmann, Trainer FC Erzingen
Klaus Gallmann, Trainer FC Erzingen | Bild: Neithard Schleier

„Wir waren doch ein bisschen gehemmt“

Ein bisschen Zeit benötigte Trainer Klaus Gallmann schon, bis er die 1:3-Niederlage im Aufstiegsspiel gegen die SG Nordweil/Wagenstadt verdaut hatte. Seine Mannschaft hatte sich mit dem 2:2 im Hinspiel eine gute Ausgangslage verschafft gehabt, doch es reichte nicht aus.

Klaus, ist die Enttäuschung groß? Jetzt können Sie sich doch auf die vielen Derbys in der Bezirksliga gegen Nachbarvereine freuen.

Wir wären sehr gern aufgestiegen. Meine Jungs hätten es nach dieser tollen Saison verdient gehabt. Schade, dass es nicht geklappt hat, aber ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf.

Warum hat es denn nicht gereicht? Haben Sie den Gegner denn unterschätzt?

Auf keinen Fall. Aber wir waren von Beginn ein bisschen gehemmt. Klar ist aber auch, dass die SG Nordweil/Wagenstadt beim 0:0 erst einmal gefordert war.

Kurzfristig mussten Sie noch auf Loris Bendel verzichten.

Das war nicht entscheidend. Diego Cambero hat seine Sache im Tor super gemacht.

Der Sieg der Gäste war nicht unverdient. Oder?

Stimmt. Sie waren einen Tick besser heute.

Jetzt geht es wie gewohnt in der Bezirksliga weiter. Sind Sie dennoch motiviert?

Ganz klar. Wir werden wieder angreifen.

Fragen: Gerd Welte