Fußball-Bezirksliga: – Das Spitzenspiel im Klettgau stellt die restlichen sieben Partien des letzten Spieltags vor der Winterpause in den Schatten. Doch nicht nur beim FC Erzingen wird gespielt. Im Tabellenkeller steht das Quartett unterm Strich vor Richtung weisenden Spielen. Sollten der SV Weil II beim SV Jestetten, der VfB Waldshut beim FC Wallbach, der FC Wehr gegen den FC Wittlingen und die SpVgg. Brennet-Öflingen beim FC Schönau verlieren, ist die direkte Verbindung zum hinteren Mittelfeld erst einmal gerissen. Gewinnt nämlich auch der SV Buch das Derby beim FC RW Weilheim, wären die Abstiegsplätze über den Winter mit dann sieben Punkten Rückstand erst einmal abgehängt.

Alfredo Di Deo vom FC Erzingen blickt nach dem 4:1-Sieg beim SV Buch auch aufs Spitzenspiel gegen den SV 08 Laufenburg:

Doch zurück zum Spitzenspiel im Klettgau: Schon dem guten Uli Hoeness war – zu besseren Zeiten seines Clubs – einst klar, dass die Meisterschaft weder vom Nikolaus noch vom Osterhasen entschieden wird. Und was für die Bundesliga gilt, gilt für die Bezirksliga schon lang: „Es ist ein reizvolles Spiel für beide Teams, aber entschieden wird noch gar nichts“, bringt es Trainer Michael Wasmer vom Tabellenführer SV 08 Laufenburg vor dem Spitzenspiel bei Verfolger FC Erzingen auf den Punkt.

Dennoch kann Wasmer nicht verbergen, dass der „Shown-Down im Klettgau“ diese Woche beherrscht hat: „Ich habe meinen Jungs gesagt, dass es zwar ein reizvolles Spiel, aber noch lange kein Finale ist.“ Ähnlich sieht es Klaus Gallmann vom Herausforderer: „Egal, ob wir gewinnen oder verlieren. Sicher ist, dass wir ab 10. März weiter um die ersten beiden Plätze spielen. Natürlich wäre es aber super, wenn wir als Tabellenführer überwintern würden.“

Vorsitzender Johann Scheible vom SV 08 Laufenburg blickt auf den 17. Spieltag der Fußball-Bezirksliga, Hochrhein:

Diese Position reizt die Erzinger umso mehr, als dass es nicht nur gegen den Spitzenreiter geht, sondern auch deshalb, weil das Hinspiel deftig mit 1:6 verloren ging: „Da hat einiges nicht gepasst. Wir haben erst lang nach diesem Spiel zu unserer Form, gefunden“, hat Gallmann den Stotterstart längst abgehakt: „Umso mehr bin ich stolz auf die Leistung meiner Mannschaft, dass sie heute nur einen Punkt hinter dieser überragenden Laufenburger Mannschaft steht.“ Das exorbitante Ergebnis vom August ist auch in Laufenburg kein Thema: „Das steht in der Statistik – mehr nicht“, betont Wasmer.

Und wer wird nun den Sieg im Spitzenspiel holen? Die Erzinger, die zu Hause bislang alle Spiele gewonnen und dabei nur sechs Gegentore kassiert haben? Oder die Laufenburger, die mit voller Besetzung und – nach Ablauf dessen Sperre – auch mit ihrem Torjäger Sandro Knab (23 Treffer) aufmarschieren? „Wer mit dem vermeintlichen Druck besser umgehen kann, der wird es machen“, meint Michael Wasmer, dass die Tagesform entscheidet.

Auch Klaus Gallmann setzt aufs Detail: „Nicht die Taktik, sondern ein besonderer Moment werden entscheidend sein.“ Den Geistesblitz könnten die Torjäger Sandro D’Accurso oder Sandro Knab haben, oder die Spielgestalter Julian Göbel oder Bujar Halili – oder einer der Torhüter Diego Cambero oder Fatih Er: „Klar ist, dass alle Spieler heiß auf dieses Match sind. Wir brennen darauf und hoffen auf eine entsprechende Kulisse“, so Gallmann: „Ein Spiel dieser Brisanz, mit Mannschaften dieser Qualität und in dieser Konstellation, gab es in Erzingen schon lange nicht mehr.“