Video: Tommy Buschle

Fußball-Bezirksliga: – Binnen drei Minuten war die Luft raus, Matthias Steinebrunner, Dominik Pfeifer und gleich noch einmal Steinebrunner trafen zwischen der 18. und 20. Minute zum 3:0 für den FC Schönau: „Da war mir klar, dass wir den letzten fehlenden Punkt in der Tasche haben“, so Trainer Faik Zikolli. Am Ende sahen die rund 120 Zuschauer 14 Treffer im Jogi-Löw-Stadion und wurden Zeuge des torreichsten Spiels der Saison.

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Zum Abschluss seiner ersten Spielzeit im Schwarzwald wollte der 39-Jährige aus Weil nichts dem Zufall überlassen: „Ich habe die Mannschaft während der gesamten Woche damit geimpft, dass wir noch nicht durch sind“, so Zikolli, der im abgelaufenen Spieljahr genug erlebt hatte, um Vorsicht walten zu lassen.

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Doch seine Spieler enttäuschten ihn nicht. Matthias Steinebrunner, der sein vorläufig letztes Spiel für die Schönauer bestritt, eröffnete nicht nur den Torreigen, sondern netzte in der Folge noch drei Mal ein. Auch ihn dürfte Zikolli gemeint haben, als er schon auf die neue Saison schaute: „Wir haben viel gelernt, aber im nächsten Jahr müssen wir wichtige Leute ersetzen.“

In der Halbzeitpause schlichen die Gäste mit einem 0:5-Rückstand in die Kabine: „Das nehme ich auf meine Kappe. Ich habe die Jungs falsch auf- und eingestellt“, so Trainer Nils Mühlenweg, dessen Zeit beim VfB Waldshut nach diesem Spiel zu Ende ging. Der 28-Jährige kehrt in seine ostwestfälische Heimat zurück und arbeitet künftig im Nachwuchsleistungszentrum von Arminia Bielefeld.

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Mühlenweg zog sich ein letztes Mal das Trikot mit der Nummer 11 über und versuchte zu retten, was allerdings kaum noch zu retten war: „Wir mussten zahlreiche Stammspieler ersetzen. In dieser Formation hatten wir noch nie gespielt. Es war ein einziges Tohuwabohu“, gab Mühlenweg, der drei Minuten nach Wiederanpfiff für erste Ergebniskosmetik sorgte, offen zu.

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Die Schönauer beeindruckten die Maßnahmen des Gegners wenig: „Wir waren brutal effektiv, haben unsere Chancen genutzt“, kam Zikolli mit dem Notieren der Tore kaum mehr nach. Beim Stand von 10:1 verkürzte Mühlenweg erneut. Ein Gegentor, dass Zikolli trotz des klaren Vorsprungs erzürnte: „Mein Puls war bis zum Schlusspfiff hoch“, gab er schmunzelnd zu, denn kurz danach verkürzten die Waldshuter durch Alberto Di Girolamo erneut.

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Aller sportliche Ehrgeiz hinderte den Schönauer Trainer aber nicht, mit seiner Elf eine selten gesehenen Fairplay-Aktion zu starten. In der Schlussphase verletzte sich bei den Waldshutern der erst nach 38 Minuten für den angeschlagenen Edmond Bektasi eingewechselte Celihan Karacan. „Wir hatten bereits vier Mal getauscht, mussten zu zehnt weiterspielen“, so Co-Trainer Jochen Zuber, der vor Zikolli den Hut zog: „Eine feine Aktion“, nannte Zuber die Tatsache, dass Zikolli Stefan Steinebrunner freiwillig vom Feld nahm, so dass auf beiden Seiten wieder Einklang bei der Spielerzahl herrschte: „Nach der Verletzung war es für mich keine Frage, dass auch wir nur zehn Mann auf dem Platz haben sollen, wenn der Gegner nicht mehr wechseln kann“, so Zikolli und freute sich danach über den Schlusspunkt durch Nico Walleser, dem seine ersten Saisontore gelungen waren.

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FC Schönau – VfB Waldshut 11:3 (5:0). – Tore: 1:0 (18.) M. Steinebrunner; 2:0 (19.) Pfeifer; 3:0 (20.) und 4:0 (34.) beide M. Steinebrunner; 5:0 (44.) Demirci; 5:1 (48.) Mühlenweg; 6:1 (50.) M. Steinebrunner; 7:1 (60.) Pfeifer; 8:1 (69.) T. Behringer; 9:1 (71.) N. Walleser; 10:1 (76.) Demirci; 10:2 (77.) Mühlenweg; 10:3 (81.) Di Girolamo; 11:3 (89.) N. Walleser. – SR: Stefan Mera-Linz (Schopfheim). – Z.: 120.

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