Fußball-Bezirksliga: Mit dem Boykott des Spieles beim FC Anadolu Radolfzell am kommenden Sonntag will der SC Konstanz-Wollmatingen ein Zeichen setzen, da er sich nach dem Spielabbruch im Hinspiel ungerecht behandelt fühlte. Wir haben Funktionäre und Trainer des Bezirks Bodensee nach ihrer Meinung dazu befragt.

Konrad Matheis, Bezirksvorsitzender
Konrad Matheis, Bezirksvorsitzender | Bild: Konrad Matheis
  • Konrad Matheis (Vorsitzender des Fußball-Bezirks Bodensee): „Ich halte nichts von dem Spielboykott des SC Konstanz-Wollmatingen. Ich habe versucht, zu vermitteln und bin dabei, ein Treffen zwischen den Vereinen zu organisieren. Es muss einen Weg geben, dass dieses Spiel doch noch stattfinden wird.“
Eddy Wiedenmaier, SV Mühlhausen.
Eddy Wiedenmaier, SV Mühlhausen. | Bild: Eddy Wiedenmaier
  • Eddy Wiedenmaier (Trainer des SV Mühlhausen): „Die Entscheidung des SC Konstanz-Wollmatingen muss man akzeptieren. Sie fühlen sich vom Verband benachteiligt, und wenn man sich nicht wehrt, bekommt man auch kein Gehör. Die Konstanzer wollen mit dieser Aktion deswegen ein Zeichen setzen. Ob es allerdings etwas bringt, ist fraglich. Im Endeffekt gewinnt ja der FC Anadolu Radolfzell – nämlich kampflos drei Punkte.“
Michael Fink, SV Bermatingen.
Michael Fink, SV Bermatingen. | Bild: SV Bermatingen
  • Michael Fink (Spielertrainer des SV Bermatingen): „Wir wissen natürlich nicht genau, was damals in Konstanz alles passiert ist. Bei solchen Vorfällen steht schließlich immer Aussage gegen Aussage. Ich bin aber kein Freund von Boykotten. So eine Absage macht die Situation auf keinen Fall besser. Ich persönlich würde mit meiner Mannschaft antreten.“
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Michael Rösch, Hegauer FV.
Michael Rösch, Hegauer FV. | Bild: Peter Pisa
  • Michael Rösch (Sportlicher Leiter des Hegauer FV): „Als Außenstehender weiß man nicht, was da alles wirklich vorgefallen ist. Sicherlich ist bei den Konstanzern Verbitterung dabei. Im Sinne des Fußballs sollten die beiden Vereine aber einen Schritt aufeinander zugehen. Konflikte werden nicht durch einen Boykott gelöst. Und wenn dieser Schritt Schule macht, solche Absagen sich häufen, schadet das dem Fußball.“
Alessandro Paolantonio, FC Öhningen-Gaienhofen.
Alessandro Paolantonio, FC Öhningen-Gaienhofen. | Bild: FC Öhningen-Gaienhofen
  • Alessandro Paolantonio (Trainer des FC Öhningen-Gaienhofen): „Grundsätzlich ist diese Aktion ein Zeichen gegen Gewalt im Fußball. Ich denke, die Konstanzer werden ihre Gründe haben, so zu handeln. Wenn die Spieler das demokratisch entschieden haben, muss man das auch akzeptieren. In unserem Fall würde ich das auch tun.“
Michael Hoffmeister, SC Gottmadingen-Bietingen.
Michael Hoffmeister, SC Gottmadingen-Bietingen. | Bild: privat
  • MichaelHoffmeister (Trainer des SC Gottmadingen-Bietingen): „Am Spielabbruch in der Vorrunde waren beide Mannschaften beteiligt. Es ist Sache der Bezirksfunktionäre, darüber ein Urteil zu fällen. Und dann muss man dieses Urteil akzeptieren und nicht fast ein halbes Jahr später dagegen vorgehen. Besser wäre es meiner Meinung nach gewesen, wenn die beiden Vereine danach aufeinander zugegangen wären. Zeit genug dazu hatten sie schließlich.“