Konstanz Vier SÜDKURIER-"Bogys" sprechen über ihre Ängste, Heimat-Liebe und Internet-Gewohnheiten

Welche Ziele haben Jugendliche in ihrem Leben und was macht ihnen Angst? Vier "Bogys" (Berufsorientierung an Gymnasien) aus dem Raum Konstanz, die für einige Tage die SÜDKURIER-Redaktion besucht haben, sprechen über Themen, die sie und ihre Generation bewegen.

So ticken Jugendliche in unserer Region heute: Die SÜDKURIER-"Bogys" Noreia (15 Jahre aus Litzelstetten), Daniel (15 Jahre aus Wollmatingen), Jan Niklas (16 Jahre aus Litzelstetten) und Silas (16 Jahre aus Allensbach) geben uns hier Einblicke in ihren Alltag. Ist Facebook noch "in" und auf welchen Kanälen kommen Nachrichten heutzutage zu ihnen? Sehen Sie hier ihre Antworten auf einen Blick: 

 

Was liebt Ihr an Konstanz/Eurem Wohnort? 

Noreia: An Konstanz mag ich vor allem die schöne Umgebung. Egal ob die Altstadt, die Wälder der Bodanrück-Region oder eben der See selbst. Die ganze Umgebung ist schön und lädt zum Wohlfühlen ein. Besonders gern verbringe ich meine Zeit im Sommer im Stadtpark am Konzil. Konstanz ist zwar keine Großstadt, aber ein Dorf sieht auch anders aus. Und dafür ist unsere Stadt in einem sehr guten und ordentlichen Zustand wie ich finde. Ich wohne ein wenig außerhalb, in Litzelstetten und finde es wahnsinnig toll, dass man vom Trubel im Stadtzentrum so gut wie nichts mitbekommt aber trotz der guten Busverbindung schnell selber im Zentrum sein kann.

Daniel: Seitdem ich ein Kind bin, wohne ich in Konstanz-Wollmatingen. Konstanz ist für mich eine der schönsten Städte Deutschlands, weshalb ich hier auch zukünftig gerne weiterleben will. Der Bodensee ist sehr schön, weshalb ich gerne meinen Sommer mit Freunden hier verbringe. Was mir in Konstanz besonders am Herzen liegt, sind die vielen Unterhaltungs- und Freizeitmöglichkeiten wie Kinos und die vielen Wiesen, bei denen man sich mit Freunden - im Winter sowie im Sommer - treffen und entspannen kann. 

Jan Niklas: Ich mag hier besonders den See und die Möglichkeit in freiem Gewässer Baden zu können. Zudem schätze ich an Konstanz die schöne und nicht zu allzu große Innenstadt. Ich empfinde Konstanz als tolle Urlaubsstadt mit vielen Restaurants und Eisdielen. In den Vororten im Umkreis gibt es zudem eine herrliche Ruhe von den vielen Touristen und es gibt hier viele verschiedene Sportvereine. An der Region generell schätze ich zudem die Nähe zu den Bergen und den schönen Skigebieten. 

Silas: Ich wurde in Konstanz geboren und bin auch im Landkreis Konstanz aufgewachsen. Konstanz ist eine sehr schöne Stadt und sehr grün, was für eine mittelgroße Stadt eigentlich ungewöhnlich ist. Die Stadt liegt am See und dort halte ich mich auch sehr gerne auf, denn die Strände sind sehr schön und gepflegt. 

 

Was macht Ihr gerne in Eurer Freizeit? Warum?

Noreia: In meiner Freizeit spiele ich Theater im Jungen Theater Konstanz. Das mache ich jetzt schon seit sechs Jahren und hab auch nicht vor aufzuhören. Ich schätze es sehr, dass es in Konstanz die Möglichkeit gibt etwas professioneller Theater zu spielen auch wenn man noch zur Schule geht. Das Theaterspielen hat mich durch meine gesamte Jugend begleitet und bot mir immer meinen eigenen Rückzugsort bei dem ich mal komplett abschalten konnte und für ein paar Stunden die Welt um mich herum vergessen konnte.

Daniel: Was ich persönlich gerne in meiner Freizeit im Sommer hier mache ist mit Freunden schwimmen zu gehen. Ich finde schwimmen entspannend und es bereitet mir viel Spaß. Das Jahr über treffe ich mich gerne mit Freunden, um spazieren oder ins Kino zu gehen.

Jan Niklas: Ich treffe mich gerne mit Freunden draußen in der Stadt und mache viel Sport wie Schwimmen im See oder auch Fußball, ohne dabei aktiv in einem Verein zu sein. Außerdem gehe ich gerne ins Kino und nutze im Winter oft die Therme.

Silas: Mit meinen Freunden gehe ich gerne im Wald spazieren, oder ins Stadtzentrum, um ein wenig zu entspannen. Es gibt zudem einige schöne Lokale in denen man gut essen kann. In meiner Freizeit gehe ich auch gerne Schwimmen oder Radfahren mit meinen Freunden.

 

Wie bekommt Ihr mit was wichtig ist? (Nachrichten)

Noreia: Zeitung lese ich eher selten. Wenn sie mal in einer Praxis oder beim Friseur ausliegt, schaue ich aber gerne mal rein. Einen Großteil meines Wissens darüber, was grade in unserer Welt vor sich geht, habe ich aus dem Gemeinschaftskunde Unterricht an meiner Schule. Dort befassen wir uns immer aktuell mit politischen und wirtschaftlichen Themen, was ich sehr gut und hilfreich finde. Wenn mich etwas interessiert, schaue ich auch öfters mal bei YouTube nach Videos, die einem das Thema auf einfacher und anschaulicher Art und Weise näher bringen und erklären.

Daniel: Nachrichten werden mir häufig über meine Eltern oder meine Mitschüler nähergebracht. Wenn etwas Spannendes passiert, schaue ich mir die Nachrichten dann übers Internet an. Ich lese kaum Zeitungen und schaue auch kaum Fernsehen.

Jan Niklas: Ich nutze verschiedene Nachrichten-Apps auf dem Smartphone und schaue oft Nachrichten im Fernsehen, wie etwa das "Heute-Journal", die "Tagesschau", oder die News bei N-tv. Ab und zu lese ich aber auch noch klassische Print-Zeitungen.

Silas: Ich informiere mich über die Welt mithilfe des SÜDKURIER oder den sozialen Medien, denn es ist für mich wichtig Bescheid zu wissen was grade in der Welt passiert. Auch schaue ich gerne TV, dort aber eher keine Nachrichten. 

 

Was interessiert Euch?

Noreia: Ich selbst interessiere mich für Musik, Astrologie und griechische Mythologie, für Politik dagegen eher weniger. Mit Ausnahme der ‚LGBTQ+‘-Bewegung (Lesbian-Gay-Bi-Trans-Queer-Plus). Sie setzt sich für die Rechte und Akzeptanz homosexueller, bisexueller und transsexueller Menschen ein. Dieser Teil der Politik interessiert mich sehr und es ist mir auch wichtig, mich dafür einzusetzen um hoffentlich etwas verändern zu können.

Daniel: Meine Interessengebiete liegen bei den Themen Autos und Politik. Bei der Politik interessiere ich mich aktuell vor allem für die Auseinandersetzungen zwischen Amerika und Russland, da die Stellung zwischen den beiden Ländern momentan kritisch ist.

Jan Niklas: Ich interessiere mich vor allem für die Themen Sport, Mode und Musik. Zudem bin ich immer daran interessiert, was gerade in der Welt passiert. Ich knüpfe gerne neue Kontakte und pflege Freundschaften. Als Thema interessieren mich auch die verschiedenen Möglichkeiten des "An die Grenzen gehen".

Silas: Ich interessiere mich sehr für Politik und für meine Heimat und ich würde auch zukünftig in keinem anderen deutschen Gebiet leben wollen. Bei der Politik interessiere mich vor allem für die regionale Landespolitik. 

 

Wovor habt Ihr Angst? 

Noreia: Ein wenig Angst hab ich vor meiner Zukunft. Wie sieht die politische Lage in 20 Jahren aus? Werden dann immer noch Menschen unterdrückt? Müssen immer noch so viele Menschen hungern? Ist unser Regenwald komplett abgeholzt? Oder ist vielleicht ein ganz neuer Krieg ausgebrochen unter dem wir alle leiden? Schafft meine Generation alle bereits begangenen Fehler zu korrigieren oder scheitern wir ebenfalls an manchen Dingen? Alles Fragen auf die es noch keine Antwort gibt und die noch so weit weg liegen, mir aber trotzdem schon Sorgen bereiten.

Daniel: Ich fürchte mich vor allem vor dem Ausbruch eines Krieges zwischen Amerika und Russland, da die Chancen meiner Meinung nach sehr hoch sind, dass dieser sich schnell zu einem Atomkrieg entwickeln könnte. 

Jan Niklas: Ich habe Angst vor Politikern wie Donald Trump, Wladimir Putin oder Kim Jong Un. Auch Prüfungen und mögliches eigenes Versagen machen mir hin und wieder Angst. Die Themen Einsamkeit und Mobbing ängstigen mich auch ab und zu. 

Silas: Ich fürchte einen atomaren Konflikt zwischen Russland und den USA und befürworte, dass Deutschland nicht mit den Alliierten zusammen in Syrien militärisch eingreift. 

 

Was ist das größte Ziel in Eurem Leben?

Noreia: Sich Ziele zu setzen und auf diese hinzuarbeiten ist wirklich wichtig für mich. Ich will nicht planlos durchs Leben wandern, sondern in eine bestimmte Richtung gehen. Mein größtes Ziel ist vermutlich, ein glückliches und gesundes Leben im Ausland zu führen. Mit einem festen Job, geregeltem Einkommen und ohne mir Sorgen über mein eigenes Leben machen zu müssen. Mein größtes Ziel ist es glücklich und zufrieden zu sein.

Daniel: Mein Ziel in meinem Leben ist die Ausbildung zu einem Psychiater, da dieser Job meiner Meinung nach sehr viel Abwechslung und Spannung bietet.

Jan Niklas: Das größte Gut sind für mich Familie und Gesundheit. Aber auch stete Selbstzufriedenheit und eine sichere Arbeit, die mir Spaß macht, sind sehr wichtig für mein Leben. 

Silas: Mein größtes Ziel im Leben ist mich einmal an einem schönen abgelegen Örtchen hier in der Gegend zur Ruhe zu setzten - umgeben von der schönen Natur. Beruflich würde ich gerne bei der Bundeswehr aktiv werden.  

 

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