Der Sommer 1525 ist ein blutiger für die Hilzinger Bauern. Ihr Aufstand gegen die Obrigkeit findet damals ein jähes Ende: In Hilzingen verlieren sie die entscheidende Schlacht und werden aufgerieben.

Gefordert hatten sie ein Stück Freiheit. In zwölf Artikeln hatten sie formulieren lassen, wie die konkret auszusehen hatte: Den Gemeinde-Pfarrer selbst bestimmen, weniger Steuern zahlen, weniger für andere arbeiten, Abschaffung der Leibeigenschaft. Der Protest für die Selbstbestimmung mündete in einem bewaffneten Konflikt. Am 2. Oktober 1924 versammelten sich 800 Bauern zur Hilzinger Kirchweih - und lehnten sich auf. Bewaffnet waren sie dabei hautpsächlich mit den Gegenständen, die sie für ihre tägliche Arbeit auf dem Feld oder im Wald ohnehin schon besaßen.

Dreschflegel

Beim Dreschflegel handelt es sich vornehmlich um ein Werkzeug in der Landwirtschaft. Im Kriegsfall konnte das schwere Gerät jedoch auch als Waffe eingesetzt werden.
Beim Dreschflegel handelt es sich vornehmlich um ein Werkzeug in der Landwirtschaft. Im Kriegsfall konnte das schwere Gerät jedoch auch als Waffe eingesetzt werden. | Bild: Guy Simon
Dieses landwirtschaftliche Arbeitsgerät wurde eigentlich dafür benutzt, das Korn aus dem Getreide zu dreschen (schlagen). Der etwa sechs bis acht Zentimeter dicke Holzschlegel wurde dabei mit dem Stil durch die Luft geschwungen und auf die Ähren gehauen. Verbunden waren die zwei Teile mit einem beweglichen Mittelstück aus Leder. So lässt sich große Schlagkraft herstellen. Das wussten auch die Bauern, die dieses Gerät im Kampf einsetzten. Etliche Bauern zogen mit einem Dreschflegel in die Schlacht.
Historische Darstellung eines mit Dreschflegel bewaffneten Bauern im Hilzinger Ortsmuseum.
Historische Darstellung eines mit Dreschflegel bewaffneten Bauern im Hilzinger Ortsmuseum. | Bild: Guy Simon

Aus dem Dreschflegel entwickelte sich schließlich der Streitflegel, ein vom Aufbau her ähnliches Gerät, das entlang des beweglichen Schlegels zusätzlich mit Nieten, Stacheln oder Klingen versehen war.

Heugabel

Im Bauernkrieg wurde auch landwirtschaftliches Gerät als Waffe benutzt, wie hier etwa eine Heugabel mit zwei Zinken.
Im Bauernkrieg wurde auch landwirtschaftliches Gerät als Waffe benutzt, wie hier etwa eine Heugabel mit zwei Zinken. | Bild: Guy Simon
Mit einer solchen zwei- bis vierzinkigen Gabel luden Bauern Heu und Stroh auf und ab. Noch heute kommen Heugabeln in der Landwirtschaft zum Einsatz. Wird das Werkzeug korrekt eingesetzt, lässt sich viel Kraft sparen. Im bewaffneten Kampf konnte mit den spitzen Zinken der Gabel zugestochen werden.

Sense

Zur Kriegswaffe umgebaute Sense, auch Sturmsense genannt. Die Waffe besitzt eine scharfe Schneide, die an ihrer konkaven Seite verstärkt wird.
Zur Kriegswaffe umgebaute Sense, auch Sturmsense genannt. Die Waffe besitzt eine scharfe Schneide, die an ihrer konkaven Seite verstärkt wird. | Bild: Guy Simon
Die Bauern waren oftmals dazu verpflichtet, im Kriegsfall für ihre Herren in die Schlacht zu ziehen. Sich speziell dafür eigene Waffen anzuschaffen oder zu unterhalten war kostspielig und für zahlreiche Bauern nicht möglich. Stattdessen nutzten sie, was eben vorhanden war. So auch in den Bauernkriegen. Heu und Getreide musste im 16. Jahrhundert mühselig von Hand geerntet werden. Das geschah mit einer Sense, deren gekrümmte Klinge seitlich geschwungen wurde. Im Kampf gegen die Obrigkeit wurden Sensen oftmals umgeschmiedet und ähnlich eines Speeres oder einer Lanze konzipiert: Die scharfe Klinge gerade ausgerichtet, mit einer Verstärkung an der konkaven Seite. 

Diese Waffe wurde schließlich weiterentwickelt und fans unter der Bezeichnung Streitsense und die Erweiterung durch zusätzliche Haken, etwa um ein Schwert einzuklemmen oder in Kleidung einzudrehen, auch bei regulären Armeen Verwendung.

Hellebarde

Die Hellebarde ist eine Waffe, die für Stiche und grobe Hiebe benutzt werden konnte.
Die Hellebarde ist eine Waffe, die für Stiche und grobe Hiebe benutzt werden konnte.
Die Hellebarde ist eine Hieb- und Stoßwaffe, die zu den Stangenwaffen zählt und etwa vom 14. bis 16. Jahrhundert benutzt wurde. Der Vorläufer der Waffe hieß Halmbarte. "Halm" als Wort für Stange und "Barte" für Beil.

Die Waffe wurde vom Fußvolk vor allem gegen die immer stärker gepanzerten Reiter eingesetzt wurde. Durch die Länge der Waffe, konnte ein Ritter in seiner Rüstung mit einer Hellebarde durchaus vom Pferd gestoßen werden. Mit der Spitze konnte wie mit einem Speer zugestoßen werden, mit Beil und Sporn konnten schwere Schläge ausgeführt werden. Im 16. Jahrhundert war die Hellebarde in der Bewaffnung deutscher Städte weit verbreitet.

Partisane

Klinge einer sogenannten Partisane, die auf einer langen Stange angebracht war und hauptsächlich vom 15. bis zum 18. Jahrhundert verwendet wurde.
Klinge einer sogenannten Partisane, die auf einer langen Stange angebracht war und hauptsächlich vom 15. bis zum 18. Jahrhundert verwendet wurde. | Bild: Guy Simon
Als Partisane bezeichnet man eine Stoßwaffe, die auf einer langen Stange angebracht wurde. Der Klingenaufsatz besteht aus einer breiten, doppelschneidigen. spitz zulaufenden Metallklinge, sowie weiteren gebogenen Seitenklingen. Letztere waren dazu gedacht, bei geschickter Anwendung den Gegner zu entwaffnen oder die Waffe einzuklemmen.
Eine Partisane mit zwei Parierhaken. Die Haken wurden benutzt, um gegnerische Waffen zu blockieren, und, um beim Stechen einen Anschlag zu haben.
Eine Partisane mit zwei Parierhaken. Die Haken wurden benutzt, um gegnerische Waffen zu blockieren, und, um beim Stechen einen Anschlag zu haben. | Bild: Guy Simon
Die Waffe wurde teilweise auch mit weiteren Parierhaken an der Seite ausgestattet. Sie sollten außerdem das zu tiefe eindringen in den Gegner verhindern.Die Partisane ist zuerst in Italien belegt und wohl im 15. Jahrhundert über Söldner auch bis in die Schweiz und nach Deutschland gelangt. Im Deutschen wurde die Waffe aufgrund ihrer Form auch als "Ochsenzunge" bezeichnet. Solche Waffen konnten die Bauern wohl ihren im Kampf gefallenen Gegnern des Militärs der Obrigkeit abnehmen. Im 17. und 18. Jahrhundert wird die Partisane vor allem als Parade- und Offizierswaffe benutzt.

Armbrust

Vor Muskete und Schießpulver war die Armbrust eine häufig zum Einsatz kommende Schusswaffe. Sie konnte zum Teil auch aus alten landwirtschaftlichen Werkzeugen hergestellt werden.
Vor Muskete und Schießpulver war die Armbrust eine häufig zum Einsatz kommende Schusswaffe. Sie konnte zum Teil auch aus alten landwirtschaftlichen Werkzeugen hergestellt werden. | Bild: Guy Simon
Die Armbrust galt als verpöhnt und als die Waffe des kleinen Mannes. Das Schießgerät stellte für die gepanzerten Ritter eine hohe Gefahr dar. Ein damit abgeschossener Bolzen konnte auch eine Rüstung durchschlagen.

Daneben gelang es den Bauern auch, teilweise Geschütze der adligen Heere zu erbeuten. Dann fehlte jedoch die notwendige Expertise und Erfahrung, um das Geschütz zu bedienen, die Geschossflugbahn entsprechend zu berechnen und den Rückstoß zu bedenken. So ging mancher Schuss regelrecht nach hinten los.