Der Überlinger Schwerttanz wird erstmals 1646 urkundlich erwähnt. Der lokalen Überlieferung zufolge soll der Tanz vom Kaiser bei einer kriegerischen Auseinandersetzung verliehen worden sein. Schwert- und Waffentänze sind seit der Antike bekannt und verbreitet, besonders Schwerttänze waren im Flandern des 15. Jahrhunderts weit verbreitet.

Wichtige Figur beim Schwerttanz in Überlingen ist die hiesige Narrenfigur: der Hänsele. Die maskierte Figur ist daher auch in einigen Entstehungsmythen des Tanzes zu finden. So sollten 100 Überlinger 1475 für den Kaiser in die Schlacht ziehen. Vor der Schlacht besuchten 99 von ihnen die heilige Messe, einer ging stattdessen ins Wirtshaus. Aus dem Krieg kehrten alle zurück, bis auf jener. Dieser eine wird heute vom Hänsele verkörpert.

In Überlingen hat der Schwerttanz vier verschiedene Figuren: Die Tänzer greifen mit der linken Hand die Degenspitze ihres Vordermannes, mit der rechten ihren eigenen Griff und tanzen eine Acht. Bei der zweiten Figur bleiben die Platzmeister stehen und alle andern tanzen unter deren erhobenen Degen hindurch. Dabei bleibt immer jeweils ein Tänzer stehen, dass sich schließlich alle Degen kreuzen. Bei der vierten Formation wird der Hänsele von den Tänzern in der Mitte gefangen genommen. Dabei schwenkt der Fähnrich die Stadtflagge.
Schließlich löst sich diese Formation wieder auf und die beiden letzten Platzmeister lassen die übrigen Tänzer über ihre Degen springen. Zum Schluss lassen zwei Platzmeister alle Tänzer unter ihren Degen aus dem Stadttor tanzen. So sieht der Tanz aus: