Claudia Alfons, die zuletzt als Richterin am Landgericht in München tätig war, hatte sich in der Stichwahl als unabhängige Kandidatin, unterstützt von der FDP, der Lindau Initiative und der Bürgerunion mit einem Vorsprung von 5,4 Prozent gegen den Lindauer Rechtsanwalt Mathias Hotz (CSU, Freie Bürgerschaft, Junge Alternative) durchgesetzt. Interessant wird die Arbeit als Oberbürgermeisterin von Lindau für Claudia Alfons auch, weil sie auf alle vier Mitbewerber trifft, die sich im ersten Wahlgang um das Amt beworben hatten.

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Wiedersehen mit anderen Bewerbern

Mathias Hotz sitzt für die Junge Alterative im Lindauer Stadtrat und für die CSU im Kreistag, der Bewerber der Bunten Liste, Daniel Obermayr, ist ebenfalls Stadtrat, Kai Kattau ist Leiter der städtischen Garten- und Tiefbaubetriebe und Claudia Halberkamp arbeitet im Bürger- und Rechtsamt der Stadt Lindau. Claudia Alfons selbst wurde für die FDP in den Kreistag gewählt. „Ich habe alle vier Kandidaten im Wahlkampf kennen- und auch schätzen gelernt und habe keinerlei Bedenken, was die Zusammenarbeit betrifft“, erklärte die neue Oberbürgermeisterin optimistisch.

30 Stadträte aus elf Parteien versprechen große Meinungsvielfalt

Trotzdem dürfte es für Alfons nicht einfach werden, denn: 30 Stadträte aus elf Parteien und Gruppierungen müssen dann erst einmal unter einen Hut gebracht werden. „Ich verfüge über die notwendige Führungsstärke, um mit diplomatischem Geschick diese Meinungsvielfalt zusammenzuführen und gemeinsam konstruktive Lösungen zu erarbeiten“, ist sich Claudia Alfons sicher.

Treffen mit den Amtsleitern

Bis zur offiziellen Amtseinführung am 4. Mai versucht die neue Oberbürgermeisterin so weit möglich, alle Amtsleiter zu treffen und führt persönliche Gespräche mit ihrem Vorgänger Gerhard Ecker. „Ich bin ja in Bayern nicht die einzige neue Oberbürgermeisterin, wir müssen jetzt alle mit der Situation klar kommen und eben auch neue Wege der Kommunikation finden“, so Alfons.

Trotz Corona-Krise für die Menschen ansprechbar sein

Sie wolle, und das sei schon im Wahlkampf eines ihrer Haupanliegen gewesen, ansprechbar sein für die Menschen und in Zeiten der Corona-Krise halte sie dies für wichtiger denn je: „Natürlich können wir als Stadt nicht alle Fragen beantworten, die die Bürger jetzt bewegen, aber wir müssen Netzwerke schaffen, koordinieren und den Menschen die richtigen Ansprechpartner nennen“, erklärt sie.

Ideen zur Stärkung von Tourismus, Handel und Gastronomie

Der Lindauerin ist klar, dass trotz der Corona-Krise alle anderen für die Stadt relevanten Themen zur Zeit auch wichtig sind. „Wir werden versuchen müssen, zu einer Art neuer Normalität zurück zu finden, bei der etliche Themen parallel laufen“, so Alfons. So sei es ihr wichtig, gerade in einer Tourismushochburg wie Lindau dafür zu werben, dass die Kaufkraft in der Stadt bleibt, wenn die Menschen Urlaub in Deutschland machen und Plattformen für den heimischen Onlinehandel und die Gastronomie weiter ausgebaut werden.

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Die Krise als Chance?

„Ich kann mir neben einem Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr für junge Leute auch ein Freiwilliges Digitales Jahr vorstellen“, erklärt Alfons eine ihrer Ideen. Als Optimistin versuche sie der Corona-Krise ihre guten Seiten abzugewinnen: „Ich denke, die Krise kann ein Korrektiv für den Wohn- und Immobilienmarkt bei uns sein. Mein Partner und ich haben jetzt eine Wohnung hier gefunden, aber auch gesehen, dass das gar nicht so einfach ist“, sagt Alfons.

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