Ab 12.11 Uhr ziehen die Narren teilweise vermummt und mit traditionellen Masken durch die Altstadtgassen der Lindauer Insel. Der gut vierstündige Umzug ist der Höhepunkt des Großen Narrentreffens der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN). Ein solches Treffen aller 68 Mitgliedszünfte des Dachverbands gibt es nur alle vier Jahre an wechselnden Orten. Nach Angaben der Organisatoren, der Narrenzunft Lindau, haben sich für den Umzug Teilnehmer aus Bayern, Baden-Württemberg und der Schweiz angemeldet.

Bilder vom Samstag

Bereits am Samstag startete das Festprogramm mit der Ankunft der Narren vom Untersee, der offiziellen Eröffnung vor dem Rathaus und dem Kinderumzug über die Insel:
Auch Narren brauchen kirchlichen Beistand: In der vollbesetzten Lindauer St. Stephans Kirche sangen und beteten die Narren bei einem Ökumenischen Gottesdienst. Selbst die Kirche zeigte sich von außen farbenfroh.

Danach ging es vor dem Alten Rathaus Deutschlands bekanntestem Schönheitschirurgen, dem Lindauer Prof. Dr. Dr. Mang, an die Nase: Beim Meßkircher Narrengericht musste er sich dem „Nasenschleifen“ unterziehen. Aber alles Jammern und Betteln half nichts. Mang, gerade von der Herrenabfahrt in Kitzbühel zurückgekehrt, musste sich den Narren beugen:
Nichts geht mehr: Lange Warteschlangen vor den Zelten – die Graf-Zeppelin als Partyschiff mit 700 Tanzbegeisterten gefüllt und auch hier viele wollten rein und mussten draußen bleiben. Lange Schlangen gab es auch vor den Lindauer Lokalen. Die Narren waren trotzdem bestens gelaunt und feierten dann eben auf den Straßen weiter.

Bilder vom Sonntag

Narren brauchen nicht viel Schlaf: nach einer aus Polizeisicht ausgesprochen ruhigen, aber langen Nacht, waren die Narren am Sonntag schon wieder fit. Die Zunftmeister trafen sich um 10 Uhr zum Zunftmeisterempfang im Lindauer Stadttheater. Mit dabei als Stellvertreter des erkrankten VSAN-Vorsitzenden Roland Wehrle, sind Otto Gäng und Johannes Muschal nach Lindau gekommen. Mit dabei natürlich auch Lindaus Zunftmeister Udo Falge, der es noch einmal bedauerte, dass kein Vertreter der bayerischen Landesregierung nach Lindau gekommen ist.
Aber die Bayern haben doch einen Draht nach ganz oben: Bewölkt, zeitweise mit Sonnenschein, so begann Punt 12 Uhr der große Narrensprung des VSAN über die Lindauer Insel. Mit lauten „Narri Narro“-Rufen und von fröhlicher Guggenmusik begleitet sind am Sonntag rund 12 000 Hästräger und Musikanten durch die Lindauer Altstadt gezogen. Tausende Zuschauer säumten die Straßen und bejubelten die tanzenden Narren mit den bunten Kostümen und traditionellen Holzmasken der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.