Am 8. August wird die Lindauer Inselhalle von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder nach langen Verzögerungen offiziell eröffnet. Insgesamt haben der Umbau der Lindauer Inselhalle sowie das neue Parkhauses, die Außenanlagen und andere Baumaßnahmen bislang rund 62 Millionen Euro gekostet – anfängliche Kostenberechnungen lagen bei rund 40 Millionen Euro. Nicht nur für Konzertveranstalter und andere Unternehmen ist die neue Halle mit ihren vielen Tagungs- und Konferenzräumen jetzt teurer geworden, sondern auch für Lindauer Schulen und Vereine.

Verantwortliche rücken mit Mietpreisen nicht raus

Die Verantwortlichen bei der LTK (Lindauer Tourismus- und Kongress GmbH) versuchen sich in aufwendigen Erklärungen, wenn es um einen Preisvergleich in Sachen Saalmieten geht. "Wir können nicht pauschal sagen, was ein Saal kostet, da es jetzt viel mehr Möglichkeiten gibt", erklärt Domenica Cataldo, bei der LTK für Veranstaltungen zuständig. Fakt ist, dass es für fast alle Lindauer Schulen und Vereine vor der Generalsanierung der Halle einmal im Jahr quasi kostenfrei die Möglichkeit gab, die große Halle für eine Veranstaltung gratis zu nutzen. So gab es laut Cataldo früher einen städtischen Vereinszuschuss, der bei maximal 1022 Euro lag und der jetzt 1200 Euro beträgt. "Bislang war es so, dass die meisten Vereine dann durch den Zuschuss die Halle für eine Veranstaltung ohne weitere Kosten nutzen konnten."

Die Lindauer Inselhalle kostet nach bisherigen Kostenberechnungen samt Parkhaus und Außenanlagen rund 62 Millionen Euro, einst war von 40 Millionen die Rede.
Die Lindauer Inselhalle kostet nach bisherigen Kostenberechnungen samt Parkhaus und Außenanlagen rund 62 Millionen Euro, einst war von 40 Millionen die Rede. | Bild: Susanne Hogl

Saalmieten im Häfler Graf-Zeppelin-Haus günstiger

Tatsache ist aber auch, dass sich ein Lindauer Gymnasium verschiedene Angebote einholte und die Zahlen für sich sprechen: Die Schüler hätten für ihren Abiball 2018 in Lindau deutlich mehr zahlen müssen als für den Hugo-Eckener-Saal im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Konkrete Zahlen will man bei der LTK allerdings mit Hinweis auf den Datenschutz nicht nennen – die seien höchstens dann zu beziffern, wenn ein fiktives Beispiel durchgerechnet werden könne, hieß es bei der LTK.

Kämmerer: Mehrkosten sind finanziert

In einer nicht-öffentlichen Sitzung des Inselhallen-Ausschusses stellte Kämmerer Felix Eisenbach die neue Kostenrechnung für die Inselhalle und das neue Parkhaus vor. Nach Angaben des Kämmerers seien die Mehrkosten finanziert. Diese waren von zuletzt 57,6 Millionen Euro auf knapp 62 Millionen Euro gestiegen. Damit liegt der städtische Beitrag zur Halle bei 23 Millionen Euro, der aus Fördergeldern des Freistaates Bayern bei rund 30 Millionen Euro. Dazu kommt das Parkhaus mit knapp zehn Millionen Euro. Von Seiten der Stadt wird außerdem damit gerechnet, dass es auf Grund von Forderungen und Gegenforderungen noch zu Gerichtsverhandlungen kommen kann. So hatte beispielsweise ein Konzertveranstalter eine Klage angekündigt, nachdem die die Eröffnung der Inselhalle immer wieder verschoben worden war und Konzerte abgesagt wurden.

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