Ein Bürgerentscheid, eine Demonstration und bereits einige erfolglose Klagen – der Bau der Therme Lindau hatte sich immer wieder verzögert. Seit vergangenen Sommer sind Bauarbeiten für das Bäderprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Strandbades Eichwald direkt am Bodenseeufer in einem Landschaftsschutzgebiet gelegen in vollem Gange: Trotzdem ist der Bund Naturschutz Lindau jetzt wieder vor das Verwaltungsgericht in Augsburg gezogen, um gegen die Baugenehmigung für das rund 34,5 Millionen Euro teure Bäderprojekt zu klagen.

Größte Therme am Bodensee soll 2020 fertig sein

So soll die Therme Lindau nach ihrer Fertigstellung einmal aussehen.
So soll die Therme Lindau nach ihrer Fertigstellung einmal aussehen. | Bild: Grapik: Schauer&Co.

Bereits im Sommer 2018 waren zwei Eilanträge der Naturschützer abgewiesen worden. Investor für die Therme ist der Überlinger Bäderexperte Andreas Schauer. Das Bäderprojekt soll nach der geplanten Fertigstellung im Herbst 2020 die größte Therme am Bodensee sein. Klage eingereicht hatten auch zwei Anwohner, die einen besseren Lärmschutz fordern.

Nächste Klagestation ist der Bayerische Verwaltungsgerichtshof

Nach Angaben von Wolfgang Miller, Richter am Verwaltungsgericht in Augsburg, ist die Klage des Bund Naturschutz Lindau abgewiesen worden. Eine Berufung, wie sich der Bund erhofft, ist jedoch nicht ohne weiteres möglich. "Die Naturschützen müssen jetzt vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen", erklärte Wolfgang Miller im Gespräch. Die Klagen der beiden Anwohner, die einen besseren Lärmschutz fordern, ist vertagt worden. Nach Angaben von Richter Miller haben die Vertreter der Stadt Lindau und die Anwohner jetzt vier Wochen Zeit, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Sollte dies nicht gelingen, so Miller weiter, wird es einen neuen Gerichtstermin geben.

So präsentierte sich im vergangen Sommer vom Zepplin aus die Großbaustelle, auf der die Lindauer Therme entsteht.
So präsentierte sich im vergangen Sommer vom Zepplin aus die Großbaustelle, auf der die Lindauer Therme entsteht. | Bild: Susanne Hogl

Umweltschützer setzen auf die Aarhus-Konvention

Optimistisch zeigt sich in der Angelegenheit Jürgen Widmer, Sprecher der Stadt Lindau: "Wir werden Gespräche mit den Anwohnen führen und sind an einer konstruktiven Lösung interessiert." Die Verantwortlichen des BUND hoffen jetzt darauf, dass die Berufung zugelassen wird, um einen Präzedenzfall in Sachen Landschafts- und Bebauungsschutz schaffen zu können. "Aber selbst wenn die Berufung nicht zugelassen wird, machen wir weiter und beziehen uns dann auf die sogenannte Aarhus-Konvention, in der es darum geht, dass auch Umweltverbände Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten bekommen sollen", so Peter Rottner, Landesgeschäftsführer des BUND, im Gespräch mit dieser Zeitung.

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