Die Nachtlangstrecken-Regatta Rund Um soll heute Abend um 19.30 Uhr starten. So lautete zumindest am Donnerstag die Einschätzung der Verantwortlichen des Lindauer Segler-Clubs (LSC). Zuvor hatten sie eine Erkundungsfahrt über den Bodensee gemacht, um die Gefahrenlage durch mögliche Treibholzfelder einzuschätzen. Wettfahrtleiter Achim Holz teilte mit: „Vor Lindau und weiter auf der Rund-Um-Regattabahn Richtung Romanshorn und Konstanz liegt momentan kaum Treibholz. Das bedeutet, dass wir die Rund Um ohne Probleme durchführen können.“ Laut dem Wettfahrtleiter treiben vor Lindau zwar kleinere Äste und Stöckchen, aber keine Baumstämme. Dennoch soll es vor dem Start noch einen Rundflug geben, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

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Manche Segler wollen erst kurz vor Beginn entscheiden, ob sie teilnehmen

Stand Donnerstag hätten sich knapp 320 Boote für die Regatta angemeldet. Wie viele sich tatsächlich auf die rund 100 Kilometer lange Strecke durch die Nacht wagen werden, wird sich jedoch erst zeigen, denn: Einige Segler sind wegen möglicher Treibholzfelder verunsichert. „Wir waren am Mittwoch mit unserem Kat, der ‚Itelligence‘, schon einmal draußen und haben viel Treibholz gesehen. Wenn wir da mit Tempo draufrauschen, dann ist das extrem gefährlich“, erklärte Skipper Helge Sach vom Lübecker Yachtclub. Gemeinsam mit seiner Crew will er erst am Freitag kurz vor der Regatta entscheiden, ob die „Itelligence“ an den Start geht.

Ralph Schatz, zweifacher Rund-Um-Sieger, ist in diesem Jahr nicht dabei, würde aber wegen des Treibholzes auch nicht an den Start gehen, sagt er.
Ralph Schatz, zweifacher Rund-Um-Sieger, ist in diesem Jahr nicht dabei, würde aber wegen des Treibholzes auch nicht an den Start gehen, sagt er. | Bild: Susanne Hogl

Ralph Schatz, Skipper der „Orange Utan“, sagte: „Ich halte es für unverantwortlich, die Regatta durchzuführen.“ Seine Crew könne jedoch ohnehin nicht an der Rund Um teilnehmen, da ihr Boot aktuell beschädigt sei.

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Rundflug vor dem Start geplant

Wie Wettfahrtleiter Achim Holz erklärte, werden die Verantwortlichen des LSC vor dem Start der Rund Um mit dem Flugzeug die Lage erkunden und die Teilnehmer bei der Wettershow um 16.30 Uhr im Zelt des Lindauer Segler-Clubs über die aktuelle Lage informieren. Er betonte: „Jeder muss wissen, ob er starten will oder nicht, wir können die Regatta nicht auf den Tag verlegen.“ Liberas und Mehrrumpfboote müssten aus Sicherheitsgründen jeweils von einem Begleitboot während der Regatta begleitet werden.

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Verantwortung liegt bei Bootsführern

Holz verwies auch auf die Ausschreibung für die Rund Um, die alle Teilnehmer erhalten hätten. Darin steht: „Die Verantwortung für die Entscheidung eines Bootsführers, an einer Wettfahrt teilzunehmen oder sie fortzusetzen, liegt allein bei ihm, er übernimmt insoweit auch die Verantwortung für seine Mannschaft. Der Veranstalter ist berechtigt, in Fällen höherer Gewalt oder aufgrund behördlicher Anordnungen oder aus Sicherheitsgründen, Änderungen in der Durchführung der Veranstaltung vorzunehmen oder die Veranstaltung abzusagen.“