Lindau (hog) Die städtische Lindauer Wohnungsgesellschaft GWG ist mit 1700 Wohnungen der größte Wohnungseigentümer in Lindau. Nun müssen innerhalb einer Woche 46 Menschen ihre 16 Wohnungen auf der Hinteren Insel in Lindau verlassen. Zufällig entdeckten Handwerker, dass der Brandschutz mangelhaft ist. Im Kündigungsschreiben für die Mieter steht, dass für die Bewohner des Hauses Gefahr für Leib und Leben besteht.

In den ehemaligen Brauereigebäuden in der Dreierstraße 5 und 5a sind Sozialwohnungen untergebracht, die der GWG gehören. Die Häuser direkt hinter dem Lindauer Bahnhof bieten teilweise Sicht auf den Bodensee und die Berge. Zuletzt wurden einige der Wohnungen vor 19 Jahren saniert, andere schon in den 80er Jahren, erklärte GWG-Geschäftsführer Alexander Mayer. Nach Angaben von Jürgen Widmer, Pressesprecher der Stadt Lindau, sind die gravierenden Mängel im Brandschutz entdeckt worden, als Handwerker in einer leer stehenden Wohnung arbeiteten. "Die Brand- und Rauchabschottungen in den Wohnungen fehlten und ein zweiter Notausgang ist auch nicht vorhanden", erklärte Widmer. Darum bestehe die Gefahr, dass im Falle eines Brandes das Feuer rasch auf das ganze Gebäude übergreife. Auch die Anfahrtswege für Rettungskräfte seien problematisch.

Zwar befinden sich in den Wohnungen nach GWG-Angaben die vorgeschriebenen Rauchmelder und es sei auch geplant gewesen, die Wohnungen nach und nach zu sanieren. Alexander Mayer von der GWG erklärte auf Nachfrage, dass die Brandschutzmängel nicht aus den vorhandenen Plänen der unter Ensembleschutz stehenden Gebäuden erkennbar gewesen sei. Mayer hält es nach eigenen Aussagen aber nicht für notwendig, in den älteren GWG-eigenen Gebäuden nun den Brandschutz zu überprüfen.

Nach Angaben von Jürgen Widmer konnten für alle Mieter bereits Wohnungen gefunden werden. Nur eine Familie überlege noch, ob sie die angebotene Wohnung wolle. Die Mieter hatten teilweise schon mehr als 30 Jahre in den Häusern gelebt. Die ersten Umzugswagen sollen am heutigen Donnerstag auf der Hinteren Insel anrollen. Am Dienstag waren in den beiden Häusern provisorische Brandmeldeanlagen installiert worden. Jetzt muss die GWG die beiden Gebäude erst einmal von Grund auf sanieren. Ob in die Gebäude wieder Sozialwohnungen kommen, steht derzeit noch nicht fest.