Lindau Lindauer Therme kostet die Stadt zwei Millionen Euro mehr

Die Kosten steigen und steigen: Der geplante Therme-Neubau in Lindau soll statt 28,5 nun 34,5 Millionen Euro kosten. Dagegen regt sich Widerstand. Die Baugenehmigung soll im Februar erfolgen.

Eigentlich hätte es im ehemaligen Lindauer Strandbad Eichwald schon längst mit den Bauarbeiten zur Therme Lindau losgehen sollen. Doch ein Bürgerentscheid gegen die Therme hatte die Arbeiten gestoppt. Der Überlinger Investor Andreas Schauer rechnet derzeit mit rund sechs Millionen Euro Mehrkosten, davon soll die Stadt Lindau zwei Millionen Euro tragen. Nicht alle Stadträte wollen diese Mehrkosten mittragen."Die Baukosten steigen somit von 28,5 Millionen auf 34,5 Millionen Euro," rechnete Lindaus Bäderchef Florian Schneider den Stadträten vor. Bei einigen von ihnen macht sich Widerstand breit, manche sprechen schon jetzt von unkalkulierbaren Kosten für den Neubau der Therme.

"Ich spreche mich gegen Mehrkosten aus", erklärte Thermegegner und Ex-Oberbürgermeister Jürgen Müller. Mitglieder der Bunten Liste befürchteten, dass es so trotz eines gültigen Vertrages mit Investor Schauer immer wieder zu höheren Kosten kommen könnte. "Wir müssen auch bedenken, dass, sobald die Baugenehmigung vorliegt, der BUND Naturschutz klagen will und es dann wieder zu Bauverzögerungen kommen könnte", so Mathias Kaiser von der Bunten Liste. Erich Jörg, Vorsitzender der Naturschutzorganisation BUND, hatte schon im Vorfeld angekündigt: Sobald die Baugenehmigung für die Therme vorliege, werde der BUND dagegen klagen, ebenso wie gegen die geplanten Baumfällarbeiten.

Oberbürgermeister Gerhard Ecker stellte fest: "Wenn es jetzt noch weitere Verzögerungen gibt, dann werden wir am Ende gar kein Bad haben. Wenn das Bad jetzt jedes Jahr dadurch um fünf bis zehn Prozent teurer wird, dann geht Herrn Schauer und uns als Stadt das Geld aus!" Nach Aussagen der Verantwortlichen bei der Stadt soll in der kommenden Woche ein Bausachverständiger die Gründe für die Mehrkosten erläutern und dann am 21. Februar endgültig über die Bereitstellung der Mittel abgestimmt werden. Grund zur Eile gibt es aber schon jetzt: Zwar soll im Laufe des Februars die Baugenehmigung vorliegen und damit auch die Erlaubnis zur Fällung etlicher Bäume auf dem Gelände, doch Bäume dürfen nur bis zum 28. Februar gefällt werden. Bürgermeister Karl Schober stelle deshalb auch fest: "Die Deadline für das Bad ist der 28. Februar. Wenn bis dahin die Bäume nicht gefällt sind, dann verzögert sich der Baubeginn wieder um ein Jahr."

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