Nach langen und zahlreichen Spekulationen hat sich der amtierende Lindauer Oberbürgermeister Gerhard Ecker (SPD) dazu entschieden, noch einmal als Oberbürgermeister zu kandidieren. Die Wahl wird am 21. Januar 2018 stattfinden. Einen neuen Gemeinderat werden die Lindauer erst im Jahr 2020 wählen.

Der Grund, warum im bayerischen Lindau die Wahl zum Oberbürgermeister getrennt von den Kommunal- und Landtagswahlen sattfinden, ist ein ganz einfacher, der allerdings schon 50 Jahre zurückliegt: Der damals amtierende Oberbürgermeister Lindaus konnte seine volle Amtszeit nicht mehr erfüllen, weshalb außerhalb der sechsjährigen Amtszeit ein Nachfolger gewählt werden musste. "Eine Harmonisierung der Wahlen wäre sicher sinnvoll und würde jede Menge Geld sparen. Aber meine Vorgänger haben das in den letzten 50 Jahren auch nicht geschafft", erklärte Oberbürgermeister Gerhard Ecker.

In den vergangenen Wochen und Monaten war in Lindau immer wieder darüber spekuliert worden, ob der 60-jährige Augsburger Ecker nach sechs Jahren noch einmal zur Wahl antritt, aber möglicherweise nur für zwei Jahre. Dann hätten im Jahr 2020 in Lindau erstmals wieder die Wahlen zum Oberbürgermeister, Kreis- und Landtag gemeinsam stattfinden können.

Ecker stellte am Mittwoch aber klar: "Ich trete für die volle Amtszeit an und werde dann nach zwei Jahren schauen, wie es um die mir wichtigen Projekte und Aufgaben steht. Ich trete gerne wieder an, auch wenn privat einiges dagegen sprach. Ich bin aber froh, dass ich im Stadtrat meistens eine Zweidrittel-Mehrheit habe." Das amtierende Stadtoberhaupt möchte auf jeden Fall wichtige geplante und begonnene Projekte wie die Therme Lindau, den Bahnhof in Reutin, die Landesgartenschau, die Entwicklung der Hinteren Insel und einige andere städteplanerische Projekte in trockenen Tüchern wissen. Ecker will sich dann erst im Sommer 2019 äußern, ob er sein Amt vorzeitig aufgeben wird oder nicht.

Bis zum 30. November müssen die Wahlvorschläge eingereicht werden, erklärte Wahlamtsleiterin Tanja Bohnert. Derzeit ist noch nicht sicher, welche Parteien oder Gruppierungen einen eigenen Kandidaten für die Wahl aufstellen wollen. Sicher ist nur, dass SPD-Mann Ecker von der SPD und den Freien Wählern unterstützt wird und die Nominierungsversammlung am 10. November stattfinden soll.

Am 26. Dezember diesen Jahres ist der späteste Termin, an dem die zugelassenen Wahlvorschläge bekanntgemacht werden müssen. Bis dahin wird sich auch zeigen, ob die anderen Parteien, die im Lindauer Stadtrat vertreten sind, selbst Kandidaten aufstellen oder doch den Amtsinhaber unterstützen. Ecker wünscht sich auf jeden Fall schon jetzt einen fairen Wahlkampf und erklärte am Mittwoch: "Ich möchte noch viele geplante Projekte auf den Weg bringen und hoffe, wenn mich andere Parteien nicht unterstützen, dass sie sich zumindest neutral verhalten werden."