Lindau (hog) Mit 55,1 Prozent der Stimmen hat Lindaus amtierender Oberbürgermeister Gerhard Ecker (SPD) die Wahl am Sonntag deutlich für sich entschieden. Sein Herausforderer Oliver Eschbaumer (FDP und Lindau Initiative) kam nur auf 29,3 Prozent, der dritte Kandidat von der Bunten Liste, Daniel Obermayr, musste sich mit 15,6 Prozent zufriedengeben. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung bei nur 49,2 Prozent.

Im Alten Rathaus auf der Lindauer Insel zeichnete sich am Sonntag rasch ab, dass der alte wohl auch der neue Oberbürgermeister werden würde. Kurz nachdem die ersten der 17 Stimmbezirke ausgezählt waren, gab es das erste Mal Applaus für Gerhard Ecker. In einigen Stadtteilen erreichte der Amtsinhaber mehr als 60 Prozent der Stimmen. Insgesamt waren von knapp 20 000 Wahlberechtigten allerdings mit 49,2 Prozent nicht einmal die Hälfte zur Abstimmung gegangen. Nachdem klar war, dass Ecker 55,1 Prozent erreicht hatte, erklärte der Amtsinhaber erleichtert: "Das Ergebnis entspricht dem, was ich mir erhofft hatte. Es zeigt, dass ich meine Arbeit wohl gut gemacht habe."

Enttäuscht war Herausforderer Oliver Eschbaumer. Er ist CSU-Mitglied, erhielt jedoch nach parteiinternen Streitereien nur teilweise von seinen Parteifreunden Unterstützung und wurde im Wahlkampf von der FDP und der Lindau Initiative nominiert worden. Er meinte zum Wahlausgang: "Es hat ein klares Votum gegeben und das ist gut so. Das erspart uns allen weitere 14 Tage Wahlkampf bis zur Stichwahl. Ich nehme aber aus dieser Zeit viele positive Erfahrungen mit und bleibe natürlich im Stadtrat.

" Der bislang in der Kommunalpolitik nur wenig erfahrene Kandidat der Bunten Liste, Daniel Obermayr, ist im OB-Wahlkampf auf den Geschmack gekommen: "Ich werde auf jeden Fall zur Stadtratswahl 2020 antreten. Ich freue mich heute über ein so klares Ergebnis."

Auch wenn das Ergebnis sehr klar ist, fest steht noch nicht, wie lange der wiedergewählte Oberbürgermeister sein Amt ausüben wird. Nach eigenen Aussagen will sich der 60-jährige Gerhard Ecker erst im Sommer 2019 entscheiden, ob er die gesamte Amtszeit von sechs Jahren machen wird oder ob er sein Amt möglicherweise 2020 niederlegt und damit erstmals in Lindau nach 50 Jahren Stadtrats- und Oberbürgermeisterwahlen wieder gemeinsam stattfinden könnten. Ecker hat aber auch immer wieder betont, dass er die während seiner Amtszeit begonnenen Projekte wie beispielsweise die neue Unterführung auf die Insel, den Bahnhof in Reutin und die Therme Lindau gerne auch fertig oder zumindest auf einem guten Weg sehen möchte, ehe er sein Amt zur Verfügung stellen wird.