Lindau (hog) Ursprünglich sollte die neue Lindauer Inselhalle samt Parkhaus rund 49 Millionen Euro kosten und im September 2017 nach knapp zweijähriger Bauzeit eröffnet werden. Derzeitige Schätzungen belaufen sich auf 58,5 Millionen Euro. Wobei sich der Lindauer Oberbürgermeister Gerhard Ecker auf keine konkrete Zahl festlegen will und hofft, dass die Halle im April fertig wird. Schon jetzt gibt es erste Ausfallforderungen. Noch im September hatten die Verantwortlichen gehofft, dass Anfang Januar 2018 die ersten Veranstaltungen stattfinden können.

Von einem Riesenproblem und "dicken, fetten Kosten", die ihm entstanden sind, spricht Andreas Birngruber, der die Inselhallen-Gastronomie betreiben wird. Der österreichische Groß- und Eventgastronom bezifferte die ihm entstandenen Kosten auf rund 140 000 Euro. "Ich bekomme immer nur sehr vage Informationen, wann es jetzt losgehen soll, aber die Verantwortlichen der LTK (Lindau Tourismus und Kongress GmbH ) haben signalisiert, die Kosten zu übernehmen", schildert Birngruber. Er will mit seinem Team ab März in der Halle sein und hofft, dass er sein Personal bei der Stange halten kann. "Ich denke aber doch, dass sich jetzt auf der Baustelle mehr tut und wir dann loslegen können." Nach Angaben von Carsten Holz, Leiter der LTK, will man mit den Forderungen wie folgt verfahren: "Uns wurden erste Kostenaufstellungen von Veranstaltern für Absagen geschickt. Diese befinden sich bei uns in der Prüfung. Parallel prüfen wir, aus welchen Töpfen diese Kosten verursachungsgerecht beglichen werden. Unabhängig davon arbeitet die LTK an einer schnellstmöglichen Regulierung für den Kunden."

Ebenfalls Probleme mit der immer wieder verschobenen Eröffnung hat die Konzertagentur Vaddi Concerts. "Wir mussten bislang alle Veranstaltungen, die für den Januar geplant waren, absagen", erklärt Anna Stephan von Vaddi Concerts. Sie betonte aber, dass man sich vonseiten der LTK sehr gesprächsbereit und bemüht zeige.

Lindaus Oberbürgermeister Gerhard Ecker räumt ein, dass bei der Sanierung der Inselhalle einiges schief gelaufen sei. "Wir waren von Anfang an nie im Zeitplan." So sei beispielsweise die Firma, die den Feuerwehrturm bei der Halle abreißen sollte, mit falschen Geräten gekommen, was eine erste längere Verzögerung mit sich brachte. Außerdem war die Entsorgung der Altlasten aufwendiger als angenommen. Später hätten sich die Handwerker nicht mehr auf fixe Termine eingelassen. Jetzt sei er aber zuversichtlich, dass die Halle Anfang April in Betrieb gehen könne. Ecker sprach von einer Kostensteigerung von rund 17 Prozent und geht derzeit von Baukosten für das fast fertiggestellte Parkhaus von 9,5 Millionen Euro aus und rund 49 Millionen Euro für die Inselhalle. Wie viel es dann am Ende sein wird, dazu gebe es laut Ecker erst im Laufe des Jahres nähere Angaben. "Weder ich noch sonst wer hat Zahlen."