Lindau – Auch wenn die Lindauer Inselhalle, in der regelmäßig Nobelpreisträger tagen, voraussichtlich erst im kommenden Jahr fertig sein wird, waren am Samstag rund 180 geladenen Gäste zur Preview gekommen. Die Großbaustelle besichtigten neben Bayerns Innenstaatsminister Joachim Herrmann auch Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sowie der Lindauer Nobelpreisträger Bert Sakmann.

Joachim Herrmann erklärte aber deutlich: "Wir beschäftigen uns nicht mit jeder Halle, die in Bayern gebaut wird, im Landtag, aber diese hier ist eine ganz Besondere. Wir haben sie mit 28,3 Millionen Euro bezuschusst, und damit ist es jetzt genug." Herrmann sicherte zu, wenn die "Halle wirklich einmal fertig ist", gemeinsam mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer nach Lindau zu kommen. Ebenfalls beeindruckt von der Größe der neuen Lindauer Inselhalle zeigte sich Bundesminister Gerd Müller. Derzeit belaufen sich die Gesamtkosten für den Bau der Halle, den Stadtplatz und das Parkhaus auf mehr als 53 Millionen Euro. Da die Inselhalle eigentlich Mitte September übergeben werden sollte, wird die Halle noch einmal teurer.

Franz von Bayern enthüllte im Anschluss an die Reden eine Gedenkplatte für die Namensgeberin des halb fertigen, rund 3500 Quadratmeter großen Stadtplatzes, der nach Therese von Bayern benannt wird. Sie lebte von 1912 bis 1925 in Lindau. Danach wurde das neue Inselhallenparkhaus eingeweiht, das nach einer Bauverzögerung von rund einem halben Jahr vor Kurzem eröffnet worden war.

Lindaus Oberbürgermeister Gerhard Ecker rechnet damit, dass die offizielle Eröffnung der Inselhalle im Frühjahr stattfinden kann. Erste Veranstaltungen sollen bereits ab Anfang Januar stattfinden können. Wann es einen Tag der offenen Tür geben soll, an dem die Lindauer erstmals einen Blick in die Halle werfen können, steht noch nicht fest. "Gut Ding will Weile haben", bemerkte Ecker dazu. Er stellte fest, dass Lindau mit der neuen Inselhalle wieder konkurrenzfähig sein wird auf dem hart umkämpften Markt.

Inselhalle

In der neuen Lindauer Inselhalle werden im Hauptsaal 1000 Besucher mit Bestuhlung und rund 2000 ohne Bestuhlung Platz finden. Es gibt 18 Veranstaltungsräume, die zwischen 40 und 100 Quadratmeter groß sind und 46 Kombinationsmöglichkeiten haben werden.

Im Erdgeschoss wird es zehn Konferenzräume geben sowie im Untergeschoss einen zusätzlichen Konferenz- und Cateringbereich. Das neue Restaurant, das der Österreicher Bio-Gastronom Andreas Birngruber leiten wird, soll im Innenbereich 150 Sitzplätze und im Außenbereich rund 140 Sitzplätze haben. Das neue Parkhaus hat 398 Auto- und zahlreiche Fahrradboxen, jedoch nur einen Elektroparkplatz.