Auf rund eine Million Übernachtungen pro Jahr kommt die Tourismushochburg Lindau. Fest steht schon jetzt, diese Zahl wird durch die Corona-Krise in diesem Jahr bei Weitem nicht erreicht werden können. Einige wenige Hotels bieten zwar Zimmer für Geschäftsreisende oder Menschen an, die aufgrund von Grenzsperrungen oder Flugannullierungen nicht mehr nach Hause kommen, aber die meisten Beherbergungsbetriebe am Bodensee werden wohl noch bis mindestens 20. April geschlossen bleiben.

Kollegen aus Italien und Holland berichten von Erfahrungen

„Wir bieten noch Zimmer für Geschäftsreisende an, aber ich denke, die Lage wird in den nächsten Wochen nicht gerade besser. Von Bekannten in Holland und Italien habe ich gehört, dass sie ihre Hotels für Corona-Erkrankte zur Verfügung stellen, das halte ich für eine gute Idee“, sagt Florian Stadler vom Hotel Gierer.

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Sprecher der Lindauer Hoteliers sieht Vorschlag skeptisch

Skeptischer sieht das dagegen Robert Stolze, Inhaber von drei großen Hotels an der Lindauer Hafenpromenade: „Ich denke nicht, dass sich so eine Idee ohne Weiteres realisieren lässt. Unsere Zimmer haben Teppichböden und ich bin mir nicht sicher, wie man die danach sachgerecht desinfizieren könnte.“ Stolze, der Sprecher der Lindauer Hoteliers ist, weiß auch von Kollegen, die Zimmer für Geschäftsreisende anbieten, aber die Nachfrage sei sehr gering. „Wir haben unsere Häuser ganz zugesperrt, das lohnt sich nicht und wir wollen auch unser Personal vor möglichen Ansteckungen schützen.“

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Katastrophenschutz bittet um Meldung zu Zimmern und Ausstattung

Laut Auskunft des Lindauer Landratsamts ist es derzeit nicht geplant, Notunterkünfte in Hotels einzurichten. Hotelbesitzer haben aber vom Landratsamt ein Schreiben erhalten, in dem sie die genaue Anzahl und Ausstattung der Zimmer angeben sollen, berichtet Claudia Kampfmeier, Inhaberin des Lindauer Hotels „vis à vis“.

Laut Landratsamt sollen nicht Hotels, sondern Rehaeinrichtungen und Schönheitskliniken im Bedarfsfall genutzt werden

Nach Angaben von Sibylle Ehreiser, Sprecherin des Landratsamts, war das Schreiben eine Routineabfrage des Katastrophenschutzes: „Der erhebt in regelmäßigen Abständen die Daten bei allen Beherbergungsbetrieben. Dass die Mails jetzt vor Kurzem rausgegangen sind, ist zufällig, und hat eventuell bei einigen verständlicherweise für Unsicherheit gesorgt. Bei uns ist daran gedacht, falls die Krankenhauskapazitäten knapp werden sollten, Rehaeinrichtungen und Schönheitsklinken mit Corona-Erkrankten zu füllen, da diese über die notwendigen Ausstattungen verfügen.“