Zwei Frauen und zwei Männer wollen bislang im kommenden Jahr für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren. Der Amtsinhaber, Gerhard Ecker (SPD), hört Ende April nach acht Jahren vorzeitig auf. Deshalb können die Lindauer nach vielen Jahrzehnten erstmals wieder zeitgleich das Stadtoberhaupt und den Stadtrat für die kommenden sechs Jahre wählen.

Um genau das zu ermöglichen, hatte Ecker bereits vor seiner Wiederwahl 2018 angekündigt, sein Amt möglicherweise nach zwei Jahren zur Verfügung zu stellen. Im Lindauer Stadtrat sind zehn Parteien und Gruppierungen vertreten, die sich 30 Stadtratsplätze teilen. Am Montag trafen erstmals in einer Gesprächsrunde, veranstaltet von der Spielbank Lindau, die Bewerber für das Amt des Oberbürgermeisters aufeinander.

Das könnte Sie auch interessieren

Claudia Halberkamp tritt für SPD an

Antreten will Claudia Halberkamp, die derzeit als Verwaltungsjuristin in der Lindauer Stadtverwaltung arbeitet. Die zweifache Mutter tritt für die SPD an und kennt nach eigener Aussage alle wichtigen Lindauer Themen „in- und auswendig“. Deshalb wolle sie in der ersten politischen Reihe mitmischen.

Claudia Alfons arbeitet im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz

Die zweite Frau in der Runde ist zwar in Lindau aufgewachsen und ebenfalls Juristin, aber derzeit auf einer etwas größeren politischen Bühne tätig. Die 35-jährige Claudia Alfons ist Referentin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz in Berlin. „Ich wäre selbst nicht unbedingt auf die Idee gekommen, mich um das Amt hier zu bewerben, traue es mir aber zu und will das politische Niveau in Lindau heben“, erklärte sie selbstbewusst. Alfons wird von einigen Lindauer Gruppierungen unterstützt, tritt offiziell jedoch als unabhängige Kandidatin an.

Mathias Hotz lebt seit seiner Geburt in Lindau

Mit dem dritten Juristen in der Runde, Mathias Hotz, tritt ein waschechter Insulaner an. Hotz, der für die Freien Bürger und die Junge Alternative antreten will, sitzt bereits seit mehreren Jahren im Stadt- und Kreisrat und ist in Lindau als Rechtsanwalt tätig. „Mir liegt Lindau einfach am Herzen, ich lebe hier seit meiner Geburt und kenne alle Lindauer Probleme“, erklärte er bei der Gesprächsrunde.

Daniel Obermayr kandidiert zum zweiten Mal

Für die Bunte Liste tritt Daniel Obermayr an. Der Lindauer hatte sich 2018 schon einmal um das Amt beworben. Er ist seit Jahren in Sachen Klimaschutz aktiv und arbeitet bei Dornier. Derzeit wird in Lindau noch darüber spekuliert, ob sich weitere Kandidaten um das Amt bewerben wollen. Denkbar ist etwa, dass die CSU selbst einen Kandidaten aufstellen wird. Gewählt wird in Lindau dann im März 2020.