Immer, wenn die Tage kürzer werden und die ersten Blätter von den Bäumen fallen, dann steht das Fricktaler Blues Festival vor der Türe. Dies ist auch diesen Herbst – trotz Corona – nicht anders. So stehen am Mittwoch, 7. Oktober, um 20.15 Uhr Stiller Has zur 27. Auflage des Blues-Festivals auf der Bühne von Fricks Monti.

„Es ist wohl das kürzeste Blues-Festival der Welt“, sagt Philipp Weiss, der zusammen mit Martina Welti das Fricker Kino und Kulturlokal führt. So hat denn leider der zweite Act, Blues Caravan, wegen der Reiserestriktionen sein Set für Donnerstag absagen müssen. „Ihr Auftritt ist auf das Blues Festival im nächsten Jahr verschoben“, so Weiss.

Einen Ersatz einfach so auf die Schnelle organisieren, nur damit das Blues-Festival noch einen zweiten Abend hat, wollte Weiss nicht. „Wenn, dann hätte es einen bekannteren Act gebraucht, der die Leute auch anzieht“, sagt er. Solch einen zu finden, sei jedoch in der Kürze der Zeit schlichtweg nicht möglich gewesen.

Auch in diesem Jahr wird es nicht an dem fehlen, was das Blues Festival zu einem Erlebnis macht – der Nähe zwischen ­Musikern und Zuschauern und der intimen und gediegenen Atmosphäre. „Natürlich wird es nicht wie in den vergangenen Jahren sein, in denen sich die Künstler am Anschluss des Konzerts unter das Publikum mischten und CDs signierten“, sagt Weiss in Anbetracht der Pandemie.

Lange überlegen, ob er die Veranstaltung absagen soll, musste Weiss nicht. „Wir wollen den Künstlern eine Plattform geben“, sagt er. Zudem habe er nach dem Lockdown – mit einem Schutzkonzept – schon mehrere Veranstaltungen durchgeführt, ohne, dass es zu einer Infektion gekommen sei. So werden denn auch beim Auftritt von Stiller Has die Besucher und Besuchergruppen so platziert, dass genügend Abstand zwischen ihnen ist. „Zudem stellen wir Desinfektionsmittel bereit und Erfassen die Daten aller Besucher“, sagt Weiss.

Damit der Sicherheitsabstand zwischen den Zuschauern eingehalten wird, ist die Platz­anzahl von 177 auf knapp 100 reduziert. Rund 40 Billette – die Kosten betragen 45 Franken – stehen für den Auftritt von Stiller Has noch zur Verfügung. Die Menschen, so Weiss, seien wegen Corona zurückhaltender in Sachen Reservierung geworden und warteten aufgrund der Lage, die sich jederzeit ändern kann, länger mit dem Billettkauf zu.

Im Hinblick auf Mittwochabend freut sich Weiss, dass es nach langer Zeit nun endlich mit einem Engagement von Stiller Has für das Blues Festival geklappt hat. „Sie standen bei uns schon öfters auf der Bühne; aber noch nie im Rahmen des Blues Festivals.“ Derzeit befindet sich der 65-jährige Endo Anaconda, der aus Bern stammt und im solothurnischen Erlinsbach wohnt, auf Abschiedstournee.

Der Mundart-Sänger ist mit seiner Band schon über 30 Jahre im Business und hat die Gesellschaft immer wieder mit kritischen Texten verzückt. Mit seiner vierköpfigen Band hat er im März dieses Jahres sein 16. und vermutlich letztes Album veröffentlicht.

Auf der Bühne steht jedoch nicht die ganze Band, sondern lediglich das Duo Endo Anaconda – Stimme und Text – und Roman Wyss – Klavier, Orgel und Posaune. „Vorgesehen ist ein zwei­teiliges Set über rund zwei Stunden“, sagt Weiss. Dabei werden Songs von der neuen Platte „Pfadfinder“ gespielt, genauso wie altbekannte Lieder, „die ­sicher etwas anders tönen, weil der Schub von der Band fehlt“, so Weiss.

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