Es ist ein ambitioniertes Projekt: Der Verein Eisen- und Berg­werke Herznach will einen Teil des 32 Kilometer langen Stollen­systems, in dem zwischen 1937 und 1967 Hunderte von Arbeiter untertags in mühseliger Handarbeit Eisenerz abgebaut haben, freilegen und als Zeitzeugen erhalten.

In einer ersten Etappe hat der Verein rund 70 Meter Stollen zugänglich gemacht. Im letzten Jahr hat der Verein zudem 25 Meter Meeresboden freigelegt. Dieser wird derzeit abschnittsweise dokumentiert. In der zweiten Etappe, die derzeit läuft, sollen weitere rund 200 Meter Stollen freigeräumt werden.

In den Stollen soll dereinst auch die Bergwerkbahn wieder einfahren. Vorerst wird die Bahn bis an den Stollen herangeführt. „Das ist unser großes Projekt in diesem Jahr“, sagt Geri Hirt, Vizepräsident des Vereins. Er hofft, dass die Bahn bis Herbst beim Stollen angekommen ist. Das ist nicht ganz einfach. Eine Herausforderung ist die Querung einer Straße, eine zweite der Niveauunterschied.

Corona bremst Vorhaben

Eine gewisse Unsicherheit besteht beim Fahrplan auch wegen der Corona-Krise. Denn die Vereinsmitglieder machen viel im Ehrenamt. Nur: Arbeitseinsätze waren in den letzten Wochen nicht möglich. Die ersten vier Arbeitstage in diesem Jahr musste der Verein absagen. „Viele, die freiwillig helfen, gehören vom Alter her in die Risikogruppe“, sagt Hirt. Ein Risiko könne und wolle man nicht eingehen. Wie wichtig die Freiwilligenarbeit bei diesem Projekt ist, zeigt ein Blick in die Statistik: Im letzten Jahr leisteten die Helfer insgesamt 5670 Stunden Fronarbeit.

Die Coronakrise hat dem Verein aber auch sonst einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bis im Juni waren 19 Gruppenführungen gebucht – allesamt mussten sie abgesagt werden. „Wir hoffen, einige buchen einen Besuch im Sommer neu“, sagt Hirt. Denn die Führungen sind ein wesentlicher Einnahmefaktor des Vereins. Das zeigt ein Blick aufs 2019. Rund 3500 Besucher strömten ins Bergwerk. An den 102 Führungen nahmen mehr als 2400 Besucher teil, an den offenen Sonntagen fast 1000. „Der Besuchsbetrieb brachte uns beachtliche 45000 Franken ein“, so Hirt.

Insgesamt wird die zweite von vier Etappen rund 620000 Franken kosten. Daran wird sich der Kanton mit 250000 Franken aus dem Swisslosfonds beteiligen. Den Rest finanziert der Verein mit Eigenleistungen, Erträgen und Sponsorenbeiträgen.

Bis das ganze Projekt realisiert ist, bis „die große Vision“, wie es Hirt nennt, umgesetzt ist, wird es noch etwa vier Jahre dauern. Dann soll die Bergwerkbahn bis etwa 200 Meter tief in den Stollen fahren. Hier will der Verein einen Arbeits- und Experimentierplatz für Schulen einrichten. „Damit die Jungen sehen, wie ihre Urgroßväter gearbeitet haben.“ Und natürlich wird auch für Knalleffekte gesorgt sein: Im Labor ist auch ein „Sprengplatz“ geplant.

Erstmals offen sein wird das Bergwerk, sofern es die Corona-Situation zulässt, am 3. Juli. „Da werden wir sicher etwas mehr machen als an einem normalen Öffnungstag“, verspricht Hirt. Was genau, hängt von den dann gültigen Vorschriften ab.

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