Die Verlockung ist groß an diesen warmen Sommertagen, wenn die Sonne vom Himmel brennt und der Rhein grünblau schimmernd dahinfließt – reinspringen, abkühlen, genießen. „Es gibt kaum etwas Schöneres, als im Rhein zu baden“, sagt Daniel Winter, Vorstandsmitglied in der Sektion Fricktal der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG).

Das könnte Sie auch interessieren

Aber genauso leidenschaftlich wie der Kaister vom „Schwumm“ im Rhein schwärmt, warnt er auch vor den Gefahren, die dabei lauern. Mit dem Verschwinden zweier Männer am Rhein in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden diese gerade wieder einmal vor Augen geführt.

Das könnte Sie auch interessieren

„Es gibt bestimmte Regeln, die unbedingt beachtet werden müssen, um eine möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten“, sagt Winter. Diese Regeln will er nun noch bekannter machen. Er hat Warntafeln bestellt, die in Zusammenarbeit mit den Gemeinden schon bald an den beliebten Badestellen entlang des Rheins zwischen Laufenburg und Kaiseraugst aufgestellt werden sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die ersten Tafeln wurden montiert, an der Fischerhütte in Kaisten. In Deutsch, Fran­zösisch und Italienisch sowie in leicht verständlichen Pik­togrammen sind darauf die Schwimmregeln erklärt. Darunter sind Klassiker. Etwa, nicht direkt nach dem Essen baden zu gehen – aber auch nicht mit ganz leerem Magen. Oder: Nicht überhitzt ins Wasser zu springen, sondern den Körper nach und nach zu benässen.

Das könnte Sie auch interessieren

Am Fluss aber kommen noch einige Hinweise dazu. Grundsätzlich sollten sich nur „geübte und gute Schwimmer“ in offenes Gewässer wagen, sagt Winter. „Das Schwimmen in Flüssen ist deutlich anspruchsvoller als in einem Schwimmbecken.“ So gilt es, die Temperatur und die Strömung zu beachten und beim Rhein auch die Wassertiefe und die Breite des Flusses. „Eine falsche Einschätzung kann da sehr schnell gefährlich werden, weil die Schwimmer nicht in wenigen Zügen wieder am sicheren Ufer sind“, sagt Winter. Es drohen Erschöpfung und Unterkühlung.

Nur in Begleitung

Gerade längere Strecken sollten deshalb nur in Begleitung zurückgelegt werden. Alkohol ist tabu. Winter empfiehlt eine farbige Badekappe, um die Sichtbarkeit zu erhöhen, sowie eine zuverlässige Schwimmhilfe – „und dabei spreche ich nicht von Luftmatratzen, sondern von Schwimmbojen oder Gurtrettern“, so Winter.

Die Idee für die Tafeln kam Winter im vergangenen Sommer – und aus traurigem Anlass. Im Juli 2019 ertrank bei Bad Säckingen ein Mann bei einem Badeunfall. Er war mit einem Freund von der Holzbrücke ins Wasser gesprungen und nicht mehr aufgetaucht. „Das darf nicht sein“, dachte sich Winter und beschloss, selbst aktiv zu werden. Das Baden im Rhein – es soll für alle ein Vergnügen sein und keine Gefahr.

Das könnte Sie auch interessieren

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.