Beim Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) wird es einschneidende Änderungen geben – primär am Standort Laufenburg/CH. Dass am Hauptsitz in Rheinfelden/CH intensiv über die Zukunft der beiden Häuser nachgedacht wird, ist seit Längerem bekannt.

Ebenso, dass primär ein Fragezeichen über Laufenburg schwebt – manche sprechen von einem Damoklesschwert. Nun haben mehrere Chef- und Leitende Ärzte gekündigt.

Den Anfang machte Ivo Ralf Fischer, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie in Rheinfelden. Er hat Ende Januar gekündigt und das GZF Ende März bereits verlassen – nach nur eineinhalb Jahren. Nur einen Monat nach Fischer kündigte Paolo Abitabile, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie in Laufenburg. Er wird das GZF Ende August verlassen.

Ende März kündigten auch die beiden Leitenden Ärzte in Laufenburg, Rok Dolanc und Simeon Berov. Damit verbleiben vom Ärzteteam Allgemeine Chirurgie in Laufenburg laut Homepage des GZF noch die beiden Gastroenterologen Felix Schulte und Christoph Steinborn, die aber bereits jetzt an beiden Standorten tätig sind.

Einen Chef- und zwei Leitende Ärzte gleichzeitig zu finden, "ist schlicht nicht realistisch", sagt Miriam Crespo, Pressesprecherin des Gesundheitszentrums Fricktal. Für ein Regionalspital werde es – trotz guter Saläre – immer schwieriger, Fachkräfte zu rekrutieren. Das GZF entschied nun, den ohnehin anstehenden Strukturprozess zu beschleunigen. Wollte man sich ursprünglich zwölf bis 18 Monate Zeit nehmen, um die Allgemeinchirurgie neu auszurichten "sowie alle damit zusammenhängenden Bereiche", wie es in einem Brief des GZF heißt, so soll diese strategische Auslegeordnung nun bereits bis Ende Juni vorliegen.

Der Verwaltungsrat hat die Geschäftsleitung beauftragt, eine Gesamtanalyse zu machen und zwei Szenarien für Laufenburg zu prüfen. Szenario 1 sieht vor, die stationären chirurgischen Fachbereiche am Standort Rheinfelden zu konzentrieren. Das heißt: Alles, was stationär schneidend ist, wird nur noch in Rheinfelden angeboten. Neben der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie betrifft dies die Klinik für Traumatologie, Orthopädie und Handchirurgie.

Pro Jahr werden in Laufenburg rund 1200 Fälle in diesen beiden Kliniken behandelt. "Bei Umsetzung dieses Szenarios würde der Standort Laufenburg weitergeführt werden mit der stationären Medizin, dem Pflegeheim sowie mit dem gesamten ambulanten Angebot", heißt es im Schreiben des GZF. Bei Szenario 2 ist die Operation am "Patient Laufenburg" weitaus größer.

Hier bleibt nach dem Eingriff nur das Pflegeheim sowie ein "umfassendes Angebot an ambulanten Sprechstunden" übrig. Chirurgische Kleineingriffe unter Lokalanästhesie seien zudem denkbar.

Unklar ist bei beiden Varianten, wie der Notfall in Laufenburg weiterbetrieben wird. Klar ist aber auch hier: Bei Szenario 2 gibt es den Notfall in der heutigen Form nicht mehr. "Allenfalls könnte ein Notfall light, sprich eine erste Triagestelle für Notfälle tagsüber, das Angebot abrunden", heißt es in dem Schreiben.

Laut Crespo wurden in Rheinfelden im vergangenen Jahr rund 10 000 Notfälle behandelt, in Laufenburg rund 4500. Viele Fragen sind derzeit noch offen. So jene, was mit den Betten passiert, sollten aus Laufenburg die beiden Kliniken abgezogen werden.

Im oberen Fricktal und insbesondere in Laufenburg werden die Szenarien keine Freude auslösen. Das ist man sich beim GZF bewusst. Denn beide bedeuten einen Leistungsabbau in Laufenburg. Man werde "zeitnah und aktiv" informieren, betont Crespo – auch öffentlich. Am 23. April lädt das GZF zur Infoveranstaltung. In Laufenburg.