Auf der Strecke Duhël-Suhareka in Kosovo starb am Sonntag kurz nach 13 Uhr eine Aargauer Familie. Der 32-jährige Mann, dessen 26-jährige Frau und die Kinder im Alter von sechs und drei Jahren sowie die Mutter des Lenkers, waren in einem Mietwagen unterwegs. Was dann genau geschah, ist nicht klar. Sicher ist: Ihr Wagen prallte in einer Kurve in einen entgegenkommenden Bus. Die Familienmitglieder starben auf der Unfallstelle.

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Ihr Tod war das schrecklichste Ereignis eines blutigen Wochenendes. Die kosovarische Polizei sprach am Montag von einem furchterregenden Sonntag. Sie gab bekannt, dass neben der Familie eine weitere Person bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei. Hinzu kämen 14 weitere Unfälle mit Verletzten. Der Staatssender RTK meldete unter Berufung auf die Polizei, dass alleine am Sonntag in Kosovo 1090 Personen wegen Verstoßes gegen die Verkehrsregeln bestraft worden seien.

Staatspräsident ruft zu Aufmerksamkeit im Verkehr auf

Die Situation auf Kosovos Straßen ist gefährlich. Das weiß auch die Regierung. Staatspräsident Hashim Thaçi ruft Autofahrer und Polizei zu vermehrter Aufmerksamkeit auf und spricht von einer beunruhigend hohen Zahl an Verkehrstoten im Land. Auch Außenminister Behgjet Pacolli rief im Nachgang der Familientragödie alle dazu auf, die Verkehrsregeln zu respektieren.

Doppelt so viele tödliche Verkehrsunfälle wie in der Schweiz

Tatsächlich ist die Situation prekär: Die Statistik der kosovarischen Verkehrspolizei zeigt, dass in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 57 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben sind. Zum Vergleich: In der Schweiz verloren 2017 im Straßenverkehr 230 Personen ihr Leben. 14 mehr als 2016. Nur: In der Schweiz leben 8,4 Millionen Menschen, im Kosovo 1,8 Millionen. Im Verhältnis zur Schweiz gibt es in Kosovo also mindestens mehr als doppelt so viele tödliche Verkehrsunfälle.

Schlechte Straßen und Fahrzeuge in schlechtem Zustand

Der Grund dafür liegt nicht nur bei schlechteren und ungenügend ausgeschilderten Straßen. Die Fahrzeuge sind im Allgemeinen in schlechtem Zustand. Noch gefährlicher wird es jeweils im Sommer, wenn viele Kosovaren aus dem Ausland in Scharen mit ihrem Auto in die Heimat fahren und der Verkehr drastisch zunimmt.

Versicherungsschutz gilt nicht im Kosovo

Der Touring Club Schweiz (TCS) weist auf seiner Homepage darauf hin, dass in Kosovo „die Grüne Karte (internationale Versicherungskarte für Motorfahrzeuge) nicht anerkannt wird“. Wer also mit dem eigenen Auto dorthin reist, tut dies ohne Versicherungsschutz. Auch das Schweizer Außenministerium warnt: „Die Straßen sind oft in schlechtem Zustand. Von nächtlichen Überlandfahrten wird abgeraten.“ Vorsicht ist auch bei Mietwagen geboten: Wer beispielsweise in der Schweiz bei Avis ein Auto mietet, darf mit diesem zum Beispiel nicht nach Kosovo fahren.