Diesmal ist alles anders: Vor der Jugendstilvilla Langmatt in Baden/ Schweiz – bekannt für ihre erlesene Impressionistensammlung – steht ein weißer Oldtimer-Ambulanzwagen. Und Museumsdirektor Markus Stegmann und die Betreuer des Museums empfangen die Gäste in weißen Pflegekitteln.

Das Museum Langmatt als Sanatorium? Eine ungewöhnliche Ausstellung im Impressionistenmuseum in Baden/ Schweiz.
Das Museum Langmatt als Sanatorium? Eine ungewöhnliche Ausstellung im Impressionistenmuseum in Baden/ Schweiz. | Bild: Rosemarie Tillessen

Ist das Museum ein Sanatorium geworden? Keine Angst, das Ambiente ist Teil der neuen Ausstellung „Sanatorium Langmatt – Ein Jungbrunnen„, die dort jetzt eröffnet wurde. Und es gibt dabei einige Überraschungen, augenzwinkernd und mit Humor präsentiert.

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Der Besucher wird hier zum „Patienten auf Zeit“, der – ganz im Trend von Wellness und Entspannung – hier Ruhe und Erholung finden, sich körperlich fit halten und bei Kunst und Musik entspannen kann. „Die Villa könnte“, so Markus Stegmann vergnügt, „ein Sanatorium sein, wie es sie um die Jahrhundertwende hier in Baden so zahlreich gab. Wir haben alle wichtigen impressionistischen Werke dafür neu gehängt und die historischen Räume zusätzlich mit zeitgenössischer Kunst, neuen Klängen und vielen Überraschungen gefüllt.“

Neue Klänge und Überraschungen

So ist die große Gemäldegalerie plötzlich in eine Federballhalle verwandelt (und wird nicht nur von Kindern und Jugendlichen eifrig genutzt!), während in zwei andern Räumen sanft wehende Blütenzweige eines Waldes (eine Videoprojektion von Christine Camenisch und Johannes Vetsch) über Bilder und Lampen huschen und nicht nur die Malerei verzaubern. Ob der französische Maler Paul Cézanne sich das für seine „Badenden“ vielleicht schon erträumt hätte? In einem andern, stark abgedunkelten Raum stehen sogar Betten, von denen aus man nicht nur Bilder von Auguste Renoir oder der amerikanischen Impressionistin Mary Cassett erahnen kann sondern vielleicht auch ein wenig schlummern mag.

Ungewöhnliche Entdeckungsreise

In andern Räumen findet man Farbspiele der Fotografin Katrin Freisager, die gelegentlich von Klaviermusik untermalt werden. Oder man wird bei der Begegnung mit einem Stillleben von Renoir und zwei modernen Airbag-Objekten von Florian Germann mit dem Begriff „Slow Art“ konfrontiert. Wie hält man solche Kontraste aus? Dazu kann der Besucher auf originelle Weise ein Quiz beantworten. Museum einmal ganz anders? Das ist beabsichtigt. Man sollte sich auf diese Entdeckungsreise einlassen. Und man sollte nicht vergessen, auch den Park mit einzubeziehen. Denn dort lockt – eigens für diese Ausstellung – ein Kneippfußbad mit Barfußweg und im nahen Gärtner- und Treibhaus auch Klanginstallationen von Mario Marchisella.

Die Ausstellung ist bis 25. August dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr. Mehr erfahren Sie hier: www.langmatt.ch