Ein 23-jähriger Schweizer musste sich vor dem Bezirksgericht Baden wegen versuchtem Raub im Grand Casino Baden verantworten. Der Angeklagte betrat laut Anklage am Abend des 1. August vergangenen Jahres mit einer Soft-Air-Pistole und einer Irritationsgranate sowie mit Gesichtsmaske, Halstuch und Sonnenbrille maskiert das Gebäude durch den Haupteingang. Die Granate hatte der Mann im November 2017 aus der Rekrutenschule entwendet, zusammen mit einer Nebelgranate. Nachdem er den Haupteingang passiert hatte und sich vor dem Eingang des Casinos befand, dachte er, es sei geschlossen und kehrte um, heißt es in der Anklageschrift.

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Die Polizei hat den Mann am späten Abend festgenommen. Weil er die Pistole und die Granate noch mit sich führte, musste er sich auch wegen Verstoß gegen das Waffengesetz sowie gegen das Sprengstoffgesetz verantworten. Weiter wird ihm Exhibitionismus und sexuelle Belästigung zur Last gelegt, weil er etwas mehr als einen Monat nach dem Ereignis im Grand Casino zwei Frauen an einer Bushaltestelle sexuell belästigt haben soll.

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Die Vorwürfe vom Abend des schweizerischen Nationalfeiertags, er habe das Casino ausrauben wollen, bestritt der gelernte Maurer nicht: „Ich bereue es. Ich weiß nicht, wie ich auf die Idee kam“. Vor dem Gerichtspräsidenten Peter Rüegg antwortete der Angeklagte auf die meisten Fragen kurz angebunden mit Ja oder Nein, wobei er gefasst und zurückhaltend wirkte. Als Rüegg genauer nachfragte, warum er im Grand Casino plötzlich umkehrte, erklärte der Beschuldigte: „Ich wollte den Überfall gar nicht durchführen, ich traute mich nicht.“ Mitte September 2018 soll sich der Mann zudem erneut strafbar gemacht haben, indem er an zwei aufeinander folgenden Tagen je eine Frau in der Nähe eines Bahnhofs im Kanton sexuell belästigt haben soll. Dagegen wehrte sich der Beschuldigte: „Ich habe das nicht getan. Die eine Frau war sich bei der Gegenüberstellung auch nicht zu 100 Prozent sicher, ob ich diese Tat beging.“

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Richter Rüegg ließ schließlich verlauten, dass der Angeklagte in Sachen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und Übertretung des Waffengesetzes mangels Zuständigkeit nicht vom Bezirksgericht belangt werde. Ein Termin vor der Militärjustiz steht für den Angeklagten noch aus, da er das Sturmgewehr aus dem Militär zu Hause nicht sorgfältig aufbewahrt haben soll. Wegen versuchtem Raub, Exhibitionismus, sexueller Belästigung sowie Verstoß gegen das Waffengesetz verurteilte das Gericht den Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 110 Franken auf Bewährung. Die Probezeit beträgt das Minimum von zwei Jahren, da der Mann bisher noch nie straffällig wurde. Eine Buße in Höhe von 1500 Franken sowie die Verfahrens- und Anwaltskosten muss er jedoch auf jeden Fall bezahlen. Richter Rüegg begründete das Urteil damit, dass der Angeklagte die Waffen beim Grand Casino vorsätzlich ohne Berechtigung mitführte und die Frauen ihn zu etwa 90 Prozent wiedererkannten.